Nibelungen Festspiele: Ein Rückblick mit Perspektive
13 Jahre Wedel - Worms verneigt sich!
Ein Teil des Erfolges sind auch die Helden von Worms, so heißen seit dem ersten Jahr die vielen idealistischen Kleindarsteller, die ihre Sommer und Ferien geopfert haben, um an diesem Theaterprojekt wieder und wieder teilzunehmen. Hier die Generationen der Etzelsöhne, Theo Wengert, Romeo Hinkel und Marlon Schneider. Mit ihnen, den Indianern, so werden die Hostessen genannt, dem Dom und dem Heylshof hat Dr. Dieter Wedel die Seele von Worms in die Produktion gebracht, eine große Identifikation bei den Wormsern mit den Festspielen erreicht und echte Nibelungentreue erfahren. Unvergessen der Filmdreh zu „Mama und Papa“ in Bonn, für den Joern Hinkel einen Bus voller Wormser erprobter Komparsen für Wedel eingeladen hatte. Das ungläubige Lächeln des Regisseurs beim Erkennen, wer die angereisten Kleindarsteller wirklich waren, entschädigte nur zu gut für das allzu frühe Aufstehen und die Kälte in der Kirche.
Von Karolina Krüger Nun ist er letzte Vorhang als Intendant für Dr. Dieter Wedel in Worms gefallen. Zeit einen Blick zurück zu werfen bevor es in eine neue Ära ohne Wedel aber dafür mit Nico Hofmann geht.
Die Festspielsaison 2014 hat mit einer Auslastung von 99,6 Prozent und dank wetterfester Zuschauer und Schauspieler ohne Vorstellungsausfall ein sensationelles Ergebnis erreicht. Getoppt wurde das nur im Uraufführungs- und Geburtsjahr der Festspiele 2002!
Die Festspiele haben sich allen organisatorischen und prophezeiten Problemen zum Trotz zu einem festen Programmpunkt in der Kultur- und Festspiellandschaft Deutschlands entwickelt. Der Beharrlichkeit Wedels und Kissels, der die Spiele immer verteidigt und in jedem Jahr aufs Neue durchgesetzt hat, ist das zu verdanken. Spielpausen oder mehrjährige Spielzyklen hätten diese Erfolgsgeschichte im Keim erstickt.
Frischer Wind wird gut tun
Solidarität und Zusammenhalt, Herz und Seele zeigten sich, als das gesamte Ensemble, die vielen Fleißigen hinter der Bühne und die Komparsen auf ihre Gage verzichteten, um im Jahr der großen Flut für den Osten Deutschlands eine Benefizvorstellung zu geben.
Nico Hofmann übernimmt ein etabliertes und gewachsenes Festspielgefüge in das gerne ein wenig frischer Wind geblasen werden darf. Einen Teil dieses Windes wird Albert Ostermaier mit seinem neuen Stück hineintragen.