Erneut großes Interesse an Info-Busfahrt mit OB Michael Kissel / Informationen über aktuelle Entwicklungen in der Stadt aus erster Hand / Acht Projekte in rund drei Stunden vorgestellt
Mit dem „OB on Tour“ durch Worms
Entgegen der regnerischen Wetterprognose lachte die Sonne vom Himmel, als sich der voll besetzte Reisebus in der Hagenstraße in Bewegung setzte. Am vergangenen Freitagnachmittag, 4. Oktober, startete die nunmehr vierte Infotour mit Oberbürgermeister Michael Kissel, der interessierte Bürgerinnen und Bürger bei einer rund dreieinhalbstündigen Busfahrt durch Worms persönlich über aktuelle Entwicklungen in der Stadt informierte.
Baustellen als Indikator für Fortschritt
Bei der Begrüßung erklärte Michael Kissel, wie die Idee der Bustour entstanden ist und kam auf die derzeitige Baustellensituation zu sprechen. "Wir werden auf unserer Fahrt auch an einigen Baustellen in der Stadt vorbeifahren. Und dies ist auch gut so, denn es zeigt, dass es in unserer Stadt vorangeht", verdeutlichte der Oberbürgermeister. Getan hat sich in Worms allerdings noch eine Menge mehr, wie die rund 55 Tourteilnehmerinnen und -teilnehmer schon bald erfahren sollten.
Von der Hagenstraße aus steuerte Busfahrer Karl Oblak mit seinen Passagieren zunächst die neue Neusatzbrücke an. "Wir werden gleich ein in verkehrstechnischer Hinsicht für Worms bedeutendes Bauwerk überqueren, dass erst vor wenigen Wochen seiner Bestimmung übergeben wurde", informierte Michael Kissel gut verständlich über das Busmikrofon. Die aus dem Jahre 1957 stammende Neusatzbrücke, über die täglich rund 15.000 Fahrzeuge rollen, habe erhebliche Schäden aufgewiesen. Ein Neubau habe sich als wirtschaftlich sinnvoller herausgestellt als eine Sanierung, erklärte der OB.
Neusatzbrücke in nur 2 Jahren errichtet
In nur zwei Jahren sei die Brücke unter schwierigsten Bedingungen während des laufenden Bahnbetriebs errichtet worden. Rund 5,2 Millionen Euro habe die Stadt für dieses Großprojekt investiert, hob OB Kissel hervor und ließ die wirkungsvolle finanzielle Unterstützung des Landes von 2,25 Millionen Euro dabei nicht unerwähnt.
Vorbei am Jüdischen Friedhof führte die Tour über die Kolpingstraße und den Kirschgartenweg zum ehemaligen Salamandergelände, auf dem 1834 die Heyl´schen Lederwerke gegründet wurden. Den Blick vom Bus auf´s Gelände gerichtet, hörten die Fahrgäste interessiert den Ausführungen ihres Oberbürgermeisters zu, der über die frühere und jetzt vorgesehene Nutzung des rund 10 Hektar großen Areals berichtete. Mit der Lederindustrie habe Worms über einige Jahrzehnte eine wirtschaftliche Blütezeit erlebt.
Wechselvolle Geschichte des Areals erläutert
Nach der Betriebseinstellung der Lederwerke im Jahre 1963 wurde der Besitz von der Salamander AG erworben, um die Gebäude als Lagerraum zu nutzen, gab Michael Kissel einen kurzen Rückblick auf die wechselvolle Historie. Mit der Übernahme durch den baden-württembergischen Energiekonzern EnBW 2002 sei dann ein Großteil des Gebäudekomplexes abgerissen und eine umfangreiche Altlastenbereinigung durchgeführt worden, um das Gelände einer städtebaulich sinnvollen Nutzung im Bereich Wohnen und Gewerbe zuzuführen, erläuterte "Moderator" Michael Kissel die ursprünglichen Pläne. „Zusammen rund 190.000 Tonnen Bauschutt und Erdreich mussten entsorgt und etwa 160.000 Tonnen Füllmaterial eingebracht werden“, bezifferte der OB die enormen Anstrengungen, um das Gelände von den Altlasten zu befreien. Heute sei noch nicht ganz klar, was mit dem Areal passiere. Man sei der Überlegung, städtische Betriebe und die Feuerwehr dorthin zu verlagern, eine endgültige Entscheidung stünde jedoch noch aus, erläuterte Michael Kissel.
Auch neue Jahnturnhalle im Fokus
Während der circa 15-minütigen Fahrzeit bis zur nächsten Station, lenkte der OB den Blick der Mitfahrerinnen und Mitfahrer auf die neue Jahnturnhalle, die 2012 mit Landeszuschüssen gebaut werden konnte, und berichtete beim Vorbeifahren kurz über die historische Woogbrücke, die vermutlich zwischen 1660 und 1670 erbaut wurde und deren Reste nun für die Nachwelt unterhalb des neuen "Bautzener Platzes" für jedermann sichtbar erhalten wurden.
An der nächsten Station der OB-Bustour angekommen, erntete der neu gestaltete Barbarossaplatz große Bewunderung. „Das ist ja wirklich toll geworden“, meinten die meisten Wormserinnen und Wormser im Bus anerkennend beim Blick über den mit Sitzbänken, Bäumen und ansprechendem Pflasterbelag ausgestatteten Platz und seinem Umfeld.
Hohe Aufenthaltsqualität
„Der Barbarossaplatz, wie auch das gesamte neu gestaltete Rheinufer im Zuge des Brückenneubaus, präsentieren sich unseren Bürgern und den Besuchern von Worms jetzt attraktiv und mit einer hohen Aufenthaltsqualität“, verwies Michael Kissel auf die enormen Investitionen von annähernd 100 Millionen Euro für alle damit zusammenhängenden Maßnahmen der Rheinuferneugestaltung. „Und die Bagger, die Sie nebenan noch sehen, werden Ende des Jahres verschwunden sein“, ergänzte der OB mit Hinweis auf den noch im Bau befindlichen Küchlerplatz, auf dem die Arbeiten in vollem Gange sind und der ebenfalls völlig neu gestaltet wird.
Die Bemühungen der Stadt Worms um Ausbau des Kindertagesstättenangebots verdeutlichte Michael Kissel während der Fahrt zum nächsten Halt. In den letzten drei Jahren habe die Stadt an die 300 neue Kitaplätze geschaffen, um dem Rechtsanspruch insbesondere für die unter 3-Jährigen gerecht zu werden. Hier sei man auf gutem Wege, auch im Hinblick auf die Schaffung neuer Plätze im dicht besiedelten Innenstadtbereich. Vor der Ankunft im Remeyerhof ging es vorbei an der Nibelungenschule, die von der Stadt für insgesamt 11,5 Millionen Euro von Grund auf saniert wird. Hier wie auch in den übrigen Wormser Schulen nehme die Stadt viel Geld in die Hand, um die Wormser Bildungslandschaft fit für die Zukunft zu machen, betonte der OB.
Remeyerhof: Kinder und ältere Menschen zusammenführen
Im Remeyerhof in der Hermannstraße angelangt, trafen die Bustour-Teilnehmer auf ein Konzept, das Kinder und ältere Menschen zusammenführt. Während die Kleinen in der Kita pädagogisch an die Schulzeit herangeführt werden, schauen ihnen die Bewohner des Seniorenwohnheims beim Spielen im Freien zu oder kommen mit den Jüngsten im Beisein der Erzieherinnen auch ins Gespräch.
Nach einer Führung durch die Kindertagesstätte und einer Verschnaufpause bei einem kleinen Umtrunk und einem frischgebackenen Brezel ging es dann auch schon weiter zum Bahnhofsvorplatz Ost. Am Zentralen Omnibusbahnhof erläuterte Michael Kissel neben der Neugestaltung des östlichen Bahnhofsvorplatzes als Bestandteil der umfangreichen Erneuerung und Modernisierung des gesamten Bahnhofs und seines Umfeldes für zusammen 34 Millionen Euro auch das Projekt von Stadt und Polizei zur Vertreibung des Drogentourismus aus dem Albert-Schulte-Park. "Der Drogenumschlag dort konnte wirkungsvoll eingedämmt werden. Auch dank verschiedener Aktionen zur Wiederbelebung steht der Park unseren Bürgern als Naherholungsbereich inmitten der Stadt jetzt wieder uneingeschränkt zur Verfügung", hob OB Kissel die positive Wirkung des Gemeinschaftsprojekts hervor.
Konversion erfolgreich gemeistert
Wieder im Bus eingestiegen setzte die Gruppe ihre Tour unter Führung von OB Michael Kissel fort. Auf dem Weg nach Rheindürkheim ging es vorbei an den ehemaligen Taukkunen-Baracks der US-Streitkräfte. "Im Rahmen der Konversion stehen wir seit Beginn der 90er Jahre vor der großen Herausforderung, die ehemals von den Amerikanern genutzten Liegenschaften einer städtebaulich sinnvollen Reaktivierung zuzuführen. Die heutige Prinz-Carl-Anlage ist ein Beispiel für eine erfolgreiche öffentliche-private Partnerschaft", verdeutlichte Michael Kissel.
Christian Bub als perfekter Lotse
Als perfekter Lotse für Busfahrer Karl Oblak erwies sich während der ganzen Tour Christian Bub vom Büro des Oberbürgermeisters, der die Veranstaltung geplant hatte und zuvor die ganze Strecke abgefahren war, um deren Bustauglichkeit zu überprüfen. Entlang der B9 erreichten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Hessischen Hof, der für rund 3 Millionen Euro von der Stadt und mit Unterstützung des Landes zum attraktiven und multifunktionalen Dorfgemeinschaftshaus mit Freiblick auf den Rhein umgewandelt wird.
Bauleiter Karl-Heinz Mathieu vom Bereich Planen und Bauen sowie der beauftragte Architekt Jochem Braun führten die Besucher durch das Gebäude, das im Dezember dieses Jahres fertiggestellt und eingeweiht werden soll.
Zum Schluss der OB-Infotour, die freundlicherweise von der Volksbank gesponsort wurde, begrüßte Leonhard Bachmann den OB und seine Tourteilnehmer bei der Firma ROWE im Wormser Industriegebiet, die derzeit auf 82.000 Quadratmeter Fläche baulich erweitert und dafür rund 38 Millionen Euro am Standort Worms investiert.
Nach der Begrüßung konnten sich die Gäste beim Rundgang von den gigantischen Ausmaßen der neuen Hallen überzeugen, in denen ein Mensch nur wie ein Winzling wirkt.
Teilnehmer dankten OB für informative Tour
Den abschließenden Applaus der an der Busfahrt teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger für ihren Oberbürgermeister ergänzte eine Wormserin gegenüber Michael Kissel bei der Verabschiedung mit den Worten: "So informativ alles erklärt zu bekommen und selbst vor Augen zu haben, ist beeindruckend und ermöglicht es einem, sich selbst ein Bild von den aktuellen Veränderungen in unserer Stadt zu machen. Dafür ein herzliches Dankeschön!"