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  • Do., 10. September 2026, 15:51 Uhr
    ALZEY-WORMS: Wanderausstellung „Betroffene zeigen Gesicht“ eröffnet

    17 Werke, 17 persönliche Geschichten und eine klare Botschaft

    Bei der Eröffnung in Flörsheim-Dalsheim informieren sich Besuchende über die Ausstellung „Betroffene zeigen Gesicht“.
    Foto: Désirée Weinländer/Kreisverwaltung Alzey-Worms

    Das Netzwerk Kinderschutz Alzey-Worms und seine Kooperationspartnerinnen und -partner haben am 7. September die Wanderausstellung „Betroffene zeigen Gesicht“ im Evangelischen Gemeindezentrum Flörsheim-Dalsheim eröffnet. Sie gibt Menschen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, Raum und macht ihre Erfahrungen sichtbar. Nach dem Auftakt in Flörsheim-Dalsheim ist die Ausstellung ab Freitag, dem 11. September, im Kardinal-Volk-Haus in Alzey zu sehen.

    „Die Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt geht uns alle an“, betonte Verena Nowak, Netzwerkkoordinatorin des Netzwerks Kinderschutz Alzey-Worms, bei der Eröffnung. Die Idee, die Ausstellung in den Landkreis zu holen, entstand, nachdem eine Kollegin sie in einem anderen Landkreis gesehen hatte. Die Verbindung von persönlicher Auseinandersetzung, Austausch und Sichtbarkeit überzeugte das Netzwerk. Gemeinsam machten sie sich dafür stark, die Ausstellung auch im Landkreis Alzey-Worms zu zeigen.

    „Wir müssen wachsam bleiben"

    Landrat Heiko Sippel dankte allen Beteiligten für ihr gemeinsames Engagement. Gewalt finde nach wie vor im Alltag statt, in engen sozialen Beziehungen ebenso wie zunehmend im digitalen Raum. „Wir müssen wachsam bleiben und eine Kultur des Hinsehens entwickeln“, sagte Sippel. Die Ausstellung mache deutlich, dass hinter den Zahlen persönliche Schicksale stehen. Die Verantwortung, Gewalt wahrzunehmen und ihr entgegenzutreten, liege bei der gesamten Gesellschaft.

    Kuratorin Dr. Ilonka Czerny erläuterte die Entstehung der Ausstellung, die sie über einen Zeitraum von rund drei Jahren entwickelte. Zu sehen sind unter anderem 15 Kinderfotos aus der Zeit des Missbrauchs, ein während einer Therapie entstandenes Bild und ein Foto einer betroffenen Person im Erwachsenenalter. Ein Spiegel greift den Gedanken auf: „Das hätte auch ich sein können.“ Ein leeres Blatt steht für alle Menschen, die noch nicht oder nie über das Erlebte sprechen können.

    Czerny möchte mit der Ausstellung einen Zugang schaffen, der über abstrakte Zahlen hinausgeht. Die Werke laden dazu ein, hinzusehen, zuzuhören und Einblicke in die Perspektiven der Betroffenen zu gewinnen. „Die Ausstellung berührt mich sehr“, sagte die Kuratorin. Ihren besonderen Dank richtete sie an die Betroffenen, die ihre Geschichten und Bilder zur Verfügung gestellt haben.

    Informationen und Beratungsangebote vor Ort

    Auch Pfarrerin für Dalsheim und Monsheim, Mareike Stübing betonte die Bedeutung von Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit. „Wir geben Betroffenen ein Gesicht und Sichtbarkeit“, sagte sie. Die Kirche müsse sich dabei noch stärker mit ihrer Verantwortung auseinandersetzen. Informationen und Beratungsangebote vor Ort bieten Besuchenden weitere Orientierung.

    Während der Öffnungszeiten stehen Fachpersonen als Ansprechpersonen zur Verfügung. Die Ausstellung behandelt sexualisierte Gewalt und kann emotional belastend sein. Für Kinder unter 14 Jahren wird ein Besuch nicht empfohlen. Jugendlichen ab 14 Jahren empfehlen die Veranstaltenden den Besuch in Begleitung einer erziehungsberechtigten oder anderen erwachsenen Bezugsperson.

    Die Ausstellung ist noch bis heute von 10 bis 12 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum Dalsheim zu sehen. Anschließend gastiert sie vom 11. bis 16. September im Kardinal-Volk-Haus in Alzey. Dort können Interessierte die Ausstellung am 11. September von 13 bis 17 Uhr, am 12. und 13. September jeweils von 14 bis 17 Uhr, am 14. September von 15 bis 19 Uhr sowie am 15. und 16. September jeweils von 11 bis 14 Uhr besuchen.

    Am 11. September um 14.30 Uhr lädt das Netzwerk Kinderschutz Alzey-Worms gemeinsam mit der Kuratorin Dr. Ilonka Czerny in der Katholischen Kirche St. Joseph in Alzey zu exklusiven Einblicken in die Entstehung der Ausstellung und die Geschichten hinter den Werken ein. Bei Snacks und Getränken besteht im Anschluss die Gelegenheit zum Austausch und zur Information über regionale Beratungsangebote.

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