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  • Mo., 09. Januar 2023, 20:58 Uhr
    Wormser Schachverein: Ein langer Tag gegen kampfstarkes Ramstein-Niedermohr

    2. Mannschaft schafft in Unterzahl das Remis

    Patrick Völbel setzte seinen Gegner nach einer klassischen Damengambiteröffnung nach nur 19 Zügen Schachmatt.


    Bei eiskaltem Wetter musste die 2. Mannschaft des Wormser Schachvereines von 1878 zum Nachholspiel in Ramstein-Niedermohr antreten. Die Pfälzer, bei denen es in der 1. Pfalzliga bereits Abstiegssorgen gab, traten in Bestbesetzung an. Bei Worms fehlte Brett 2, womit Ramstein kurz nach Spielbeginn mit 1:0 in Führung ging. Worms begann stark und nach einer Stunde Spielzeit sah man an fast allen Brettern zufriedene Gesichter. Wie so oft im Leben kann sich das Blatt aber genauso schnell ändern. Am Spitzenbrett bekamen die Wormser es mit dem bärenstarken Fidemeister Dennis Nasshan zu tun. Letzterer stand anfänglich unter hohem Druck, doch mit zunehmendem Fortschritt der Partie konnte er sich im Gegenangriff einen Freibauern verschaffen, der letztlich den Sieg garantierte. 2:0 für Ramstein.

    Doch schon kam die Retourkutsche für die Ramsteiner. Patrick Völbel überspielte in einer klassischen Damengambiteröffnung seinen Kontrahenten nach zwei Ungenauigkeiten mühelos, drang mit seiner Dame in die Königsstellung des Gegners ein und setzt ihn nach nur 19 Zügen Schachmatt. Nur noch 2:1 für Ramstein. Es folgte ein schnelles Remis von Niclas Burg in einer bekannten Stellung der spanischen Partie. Nach Damentausch im frühen Stadium der Partie war die Luft auf beiden Seiten schnell heraus.

    Am Nachbarbrett hoffte derweil ein Ramsteiner Mitspieler auf ein Remis gegen Altmeister Gregor Werner. Aus stabiler Position löste der Gegner aber die Spannung im Zentrum zu früh auf, wonach die Stellung geschlossen wurde und sein Läuferpaar gegen die wendigen Springer von Werner keine Ziele fanden. Nach Turmverdoppelung auf der c-Linie kam dann der feindliche König trotz umsichtiger Verteidigung immer mehr unter Druck und mußte sich angesichts der vielfältigen Drohungen geschlagen geben. Spielstand 2,5 zu 2,5. Mannschaftsführer Gernot Köhler zeigte gegen die einzige Dame im Feld einen souveränen Auftritt. Mit Läuferpaar und Raumvorteil öffnete er konsequent Linie um Linie und baute seinen Vorteil immer weiter aus. Trotz guter Verteidigung war die Ramsteinerin den vielfältigen Drohungen dauerhaft nicht gewachsen und musste nach einem Springeropfer zwei Züge vor Matt aufgeben. Damit ging Worms am Spieltag nach über 4 Stunden erstmals mit 3,5 zu 2,5 in Führung.

    Spannung garantiert

    Präsident Patrick Boos – gesundheitlich angeschlagen am Spieltag – erlebte eine wechselvolle Geschichte in seiner Partie: Zunächst überraschte er seinen Gegner bereits in der Eröffnung, nur um bald danach durch Ungenauigkeiten in eine schwierige Lage zu geraten. Sein Gegenüber witterte allerdings eine Falle und verbrauchte ungemein viel Zeit, ehe er in ein für ihn günstiges Turmendspiel einlenkte. Nach einigem Hin – und Her ermöglichte Boos seinem Kontrahenten einen Freibauern zur Dame umzuwandeln. Im Gegenzug sicherte er sich mit kreativem Spiel einen Turm und zwei verbundene Bauern auf der 6. Reihe, welche den Sieg sichern sollten. Der Ramsteiner wußte seine Dame aber so geschickt einzusetzen, daß es zum Dauerschach kam. Mit 4:3 war das Unentschieden für Worms gesichert. Nun hing alles von Ersatzspieler Stefan Wrede ab. Dieser war von seinem Gegner in eine seltene Variante der Grünfeldindischen Verteidigung gelockt worden. Dies kostete Stefan viel Zeit für die Berechnungen am Brett und er verlor im Laufe der Partie erst einen, später zwei Bauern. Im Endspiel Läufer plus Mehrbauern gegen Springer überraschte der Ramsteiner Spieler durch eine feine Technik und präzises Spiel, so daß er nach sechs Stunden den vollen Punkt für Ramstein einfahren und das 4:4 sichern konnte. Ramstein löste sich mit diesem Ergebnis von der roten Laterne und ist jetzt Drittletzter der Liga.

    Mit dem 4:4 hält die Wormser Mannschaft den Anschluss an die beiden Spitzenteams und damit die Hoffnung auf die Meisterschaft in der 1. Pfalzliga.

    Für Schachinteressierte:

    Worms ist mit insgesamt sechs Mannschaften im pfälzischen Schachbund vertreten. Wer also Lust hat, sich im Schachspiel zu messen, trifft immer auf einen gleichwertigen Partner. Gespielt wird freitags ab 19 Uhr im Hotel Boos, Mainzer Straße 5. Gäste sind immer willkommen. Näheres auf der Homepage www.wormser-schachverein.de oder über Patrick Boos unter Telefon 0157/85068824.
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