Die Nibelungenstadt plant im Rahmen des Mobilitätskonzeptes die Leihmöglichkeit von rund 70 Fahrrädern an 10 Stationen
2016 startet Fahrradverleih in Worms
Rund 70 Bikes sollen an zehn Fahrradverleihstationen in Worms ab 2016 zur Verfügung stehen. Foto: gernot Kirch
Von Gernot Kirch Mit dem Auto durch Worms zu fahren, ist schon lange kein Genuss mehr. Ständig stockt der Verkehr und man steht häufig im Stau. Von flüssigem Vorwärtskommen kann keine Rede mehr sein. Zwar behindern zurzeit zahlreiche Baustellen das zügige Fahren, doch im Kern steckt ein anderes Problem dahinter: Es existieren in der Nibelungenstadt einfach zu viele Autos. Nahezu jeder Erwachsene besitzt einen Pkw, macht bei 84.000 Einwohnern rund 40.000 Wagen, rechnet man Kinder und Senioren raus. Dies sind schlichtweg zu viele Fahrzeuge für die Innenstadt, deren grundsätzlichen Gestaltung von Straßen, Wegen und Plätzen noch aus einer Zeit stammt, als Pferdekutschen das Bild bestimmten. Und zu den "Wormser Autos" kommt noch der Durchgangsverkehr sowie die Touristen.
Verkehrsinfarkt
Das Problem des drohenden Verkehrsinfarktes ist zwar ein Umstand, mit dem Worms nicht alleine steht, aber für das die Verwaltung nun mit einem Mobilitätskonzept nach Lösungen sucht. Den großen Quantensprung wird es dabei nicht geben, der alle Probleme mit einem Schlag löst. Es kann nur versucht werden, Stück für Stück für eine Entlastung zu sorgen. Und dies auch, um die City wieder lebenswerter zu machen und sie von Blechlawinen zu entlasten. Eine Idee ist dabei natürlich, den Durchgangsverkehr weiträumig um die Kernstadt herum zu lenken. Dazu soll der Äußere Ring entstehen, für den die B 47 neu sowie die Krankenhaustangente wichtige Elemente sind. Der Baubeginn der B 47 neu kann nach Abschluss aller Planungsarbeiten für 2017 erwartet werden.
Carsharing, Bikes und der ÖPNV
Es gibt aber noch weitere Ideen, um die Stadt von der Auto-Flut zu entlasten. Dabei ist es wichtig, die Bürger davon zu überzeugen, dass Mobilität auch anders sicher gestellt werden kann als mit dem eigenen Pkw. Neben den Bussen und Bahnen sowie Carsharing- Projekten kommt dabei dem Fahrrad eine bedeutende Rolle zu. Und dies nicht nur als Freizeit- und Sportgerät, sondern auch etwa auch dem Weg zu Arbeit. Elektroräder haben hier dem Zweirad eine ganz neue Dimension eröffnet.
Fahrradverleih
Oberbürgermeister Michael Kissel erklärte am Mittwoch zum Mobilitätskonzept gegenüber der Presse, dass ab 2016 werde in Worms ein öffentliches Fahrradverleihsystem der Stadt installiert wird, bei dem rund 70 Räder an zehn Stationen ausgeliehen werden können. Die Nibelungenstadt orientiert sich hier an dem Modell "nextbike"des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN). In den Städten Speyer, Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg existiert solch ein Konzept bereits. Die Verleihstationen befinden sich dabei stets in der Nähe von Haltestellen von Bussen und Bahnen, sodass sie eine Ergänzung des ÖPNV, aber auch von Carsharing-Anbieteren sind. VRN-Zeitkarteninhaber genießen in den oben genannten Städten übrigens Sonderkonditionen.
Man darf gespannt sein, wie die Wormser auf das Konzept eingehen. Bisher waren die Wormser ja quasi von nichts und niemand von ihrem Auto abzubringen. Interessant ist das Verleihsystem natürlich auch für Touristen.
Radschnellwege
Zur Idee des verstärkten Nutzens von Fahrrädern gehört eignetlich auch die Schaffung von Radschnellwegen in der City, wie sie in vielen Städten schon vorhanden sind. Nordrhein-Westfalen ist hier Vorreiter. Ob dies aber in Worms kommt, bleibt abzuwarten. Wünschenswert wäre es für viele Biker sicherlich, denn das Zusammenspiel von Auto- und Radfahrern ist nicht immer problemlos, um es mild zu formulieren. Auf Radschnellwegen wären Velo-Freunde unter sich, wobei sich anderseits auch nicht jeder Fußgänger über Radschnellwege freuen würde, denn auch das Verhältnis von Bikern zu Personen, die durch die Stadt schlendern, ist nicht immer harmonisch, man denke nur an die Fußgängerzonen.