
„Es ist ja noch alles genau wie damals!“ – die Mitschüler, die Lehrer, das graue Schulgebäude, der braune Noppenfußboden, ja sogar der Geruch. Lange ist es her, dass man hier gemeinsam die Schulbank drückte, Vokabeln lernte und Matheaufgaben rechnete, um endlich das verdiente Abiturzeugnis in den Händen halten zu können. Dann ging jeder einen anderen Weg. Manche verschlug es in die Ferne, andere blieben der Heimat treu, doch an diesem Wochenende kamen sie alle in ihrer alten Schule wieder zusammen.
Am Rudi-Stephan-Gymnasium ist das Ehemaligentreffen am letzten Samstag im April Tradition. Schüler der Abiturjahrgänge von 2006, 1996, 1991, 1986, 1976, 1966 ,1956, 1951 und sogar 1946 zog es am vergangenen Samstag ins RSG. Mehr als 250 Jubilare versammelten sich in der Aula.
Vieles hat sich in den vergangenen Jahren geändert, erklärt Schulleiter Dr. Keilmann. Früher habe oft autoritärer Erziehungsstil den Unterricht geprägt, so wie Schlips und Jackett die Kleiderordnung. Heute tritt das Kollegium in Jeans und Pullover auf. Zudem wurde das RSG zur ersten altsprachlichen Ganztagsschule. Alles habe seine Zeit, Schule, Schülerschaft und Lehrerkollegium haben sich weiterentwickelt.
„Haltet Euch an die Gemeinschaft!“ ruft der älteste Abiturient, Hans Jakob Schmitt, später Rektor am Gauß-Gymnasium, der vor 70 Jahren das Abitur am Rudi-Stephan-Gymnasium absolvierte, den jüngeren Jubilaren zu. Die besondere Situation der 40er Jahre forderte eine besondere Gemeinschaft. Sie sei es gewesen, die Schmitt und seinen Mitschülern Kraft, Mut und Sicherheit in jener schweren Zeit gegeben habe. Der Jubilar gedachte seiner gefallenen Klassenkameraden und derer, die in Gefangenschaft kamen und ihr Abitur nicht absolvieren konnten.
Nach den Ansprachen, die musikalisch von Yael Prantl mit der Geige stimmungsvoll umrahmt wurden, ludt die SV die ehemaligen Schüler des Rudi auf einen Umtrunk ein. Lange hatten sie sich nicht gesehen, entsprechend viel gibt es zu berichten. Auch Lehrer der Abiturjahrgänge sind gekommen und freuen sich, zu hören, was aus ihren Schülern geworden ist. Den Abend organisieren die Jahrgänge auf eigene Faust: Die 25er lassen den Tag im Brauhaus gemütlich ausklingen, während eine kleine Band aus 30er-Jubilaren die selbstgedichteten Hits ihres Abiballs von 1986 wieder aufleben lässt. Das Treffen der Ehemaligen, es war wieder ein voller Erfolg. Rudi-Stephan-Gymnasium und die Jubilare des Jahres 2016 freuen sich auf ein Wiedersehen – dann in 10 Jahren!
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