Mi., 16. August 2017, 09:09 Uhr
OB Kissel unterstützt internationalen Aufruf für die Abschaffung aller Atomwaffen
Atomwaffen weltweit ein Ende setzen
Als Hibakusha (Explosionsopfer) werden in Japan die Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 bezeichnet. Im August 1956 gründeten sie die Vereinigung Nihon Hidankyo, die sich seitdem für die weltweite Abschaffung der Atomwaffen einsetzt. Die zwei Atombomben, die von den US-Streitkräften zum Ende des Zweiten Weltkriegs abgeworfen wurden, zerstörten Hiroshima und Nagasaki in einem einzigen Augenblick vollständig. Sie töteten und verletzten Hunderttausende von Menschen – sofort, bis Jahresende und Unzählige bis heute. Das Durchschnittsalter der Hibakusha beträgt jetzt mehr als 80 Jahre. Der sehnlichste Wunsch der von Leid gekennzeichneten Männer und Frauen ist es, „noch in unserer Lebenszeit eine atomwaffenfreie Welt zu erreichen, so dass die nachfolgenden Generationen niemals wieder die Hölle auf Erden erleben müssen.“
In einem weltweiten Aufruf appellieren die Hibakusha an alle Regierungen, einen Vertrag über das Verbot und die Abschaffung der Atomwaffen abzuschließen. Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, wurde eine internationale Unterschriftensammlung auf den Weg gebracht, die vom weltweiten Städtebündnis „Bürgermeister für den Frieden“ (Mayors for Peace), in dem sich auch Oberbürgermeister Michael Kissel engagiert, unterstützt wird. „Wir glauben, dass all die Unterschriften unter diesem Aufruf zusammen mit den Stimmen von Hunderten Millionen Menschen auf der Welt die internationale Politik beeinflussen können“, hoffen die Initiatoren auf die globale und von den Vereinten Nationen vertraglich gesicherte Abschaffung aller Atomwaffen.
„Aus tiefstem Herzen“
„Als Oberbürgermeister der Stadt Worms und im Namen unserer Bürgerinnen und Bürger unterstütze ich den Aufruf der Hibakusha nach einer atomwaffenfreien Welt aus tiefsten Herzen“, betont Michael Kissel. Nach 70 Jahren Frieden in Deutschland verliere der Schrecken des Krieges offenbar seine Wirkung in den Köpfen der Menschen und dringe meist nur noch in distanzierter Form über Fernsehbilder aus anderen Erdteilen ins kollektive Bewusstsein, mahnt der Stadtchef, das unvorstellbare Grauen durch den Einsatz von Atomwaffen in Japan immer wieder vor Augen zu halten.
„Heute existieren weltweit mehr als 10.000 Atomwaffen, die als Drohkulisse und Ultima Ratio benutzt werden. Erst jüngst drohte Nordkorea mit einem Atomschlag gegen die USA. Der Einsatz derartiger Massenvernichtungswaffen in der heutigen Zeit würde eine Kettenreaktion und Vernichtung in unvorstellbarem Ausmaß zur Folge haben, letztlich ausgelöst nur von der Entscheidung einzelner Menschen“, fordert OB Kissel daher alle verantwortungsvollen Politiker weltweit dazu auf, dem Aufruf zu folgen und nachdrücklich auf eine restlose Abschaffung und das Verbot von Atomwaffen hinzuarbeiten, „damit es nie wieder Hibakusha gibt.“