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  • Di., 05. April 2016, 21:30 Uhr
    Bündnis 90/Die Grünen Worms: Reduzierte Bebauung in der Carl-Villinger-Straße verteuert Mieten

    28 Parkplätze statt 18 Kinderzimmern?

    Quelle: Stadt/NK


    Die Stadtratsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen Worms äußerst sich in einer Pressemitteilung vom Dienstag ablehnend gegenüber dem jüngsten Plan von Haupt- und Finanzausschusses, Bauausschuss und Sozialausschuss für die Bebauung der Carl-Villinger-Straße.

    So sollen in der Carl Villinger-Straße ein Drittel weniger günstige Wohnungen entstehen als bislang geplant. Die bedeute für die Grünen, dass 9 Familien überhaupt keine Wohnung bekommen würden und die übrigen mehr Miete zahlen müssten, als es eigentlich notwendig wäre.

    28 Parkplätze statt 18 Kinderzimmer
    Wenn nun 9 Wohneinheiten weniger gebaut werden, bedeutet dies, dass 18 Kinderzimmer weniger zur Verfügung stehen würden, so der Fraktionssprecher Richard Grünewald. Und dies an einem Ort, der in direkter Nähe zum Schwimmverein Poseidon, dem Hallenbad, der Wormatia, einer Bushaltestelle, eines Kinderspielplatzes und eines Radweges zur IGS, gerade Kindern einen ausgesprochen guten Start ins Leben bieten könnte.

    Statt dessen wolle die Mehrheit des Stadtrates aus Rücksicht auf Anwohnerproteste lieber 28 Parkplätze bauen, kritisiert Grünewald. „Soll das die Priorität in unserer Stadt sein?“, fragt er und fragt, ob es denn eine „Zumutung ist, wenn statt Autos Familien mit kleinerem Geldbeutel in der Nachbarschaft einziehen?“

    Und 28 Parkplätze seien bei Fußballspielen nicht mal ein „Tropfen auf den heißen Stein“, ergänzt rund bezeichnet die „beschlossene Reduzierung der Bebauung“ als eine leere Symbolhandlung, die keine echten Vorteile bringe, aber das Wohnungsangebot von 29 auf 20 Einheiten um rund ein Drittel verringere.

    6,80 Euro statt 6,50 Euro: für jeden Monat und jeden m²
    Hinzu komme laut der Grünen, dass die Reduzierung auf dem Rücken der Bedürftigen geschehe, die dadurch eine höhere Miete zahlen müssten, als es eigentlich notwendig wäre.

    Würde man 29 einfache Wohnungen bauen, so könnte laut Grünewald eine Kaltmiete von 6,50 Euro realisiert werden. Bei nur 20 Wohnungen auf dem gleichen Grundstück verteuere sich die das ganze Projekt und mindestens 5 Prozent, so dass alle Bewohner für genau das gleiche Häuschen 6,80 Euro /m² zahlen müssten. Grünewald rechnet vor: „Also jeden Monat 5 Prozent mehr, ohne dass sich die Wohnverhältnisse dadurch in irgend einer Weise ändern würden“.

    „Wir als Grüne wollen einen Wohnungsbau auch für kleine Einkommen. Daher haben wir der Streichung von 30 Prozent der Wohnungen nicht zugestimmt“ schließt Richard Grünewald. Denn den Preis dafür „zahlen buchstäblich die weniger Privilegierten“.

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