Wormser Stadtmarketing fordert mit Nachdruck die Durchführung des zusätzlichen Verkaufstages als Motor gegen schrumpfende Einnahmen
3. verkaufsoffener Sonntag für 29. November beantragt
Zu Beginn der Versammlung erfolgte die Geschenkübergabe an OB Kissel. Von links: Kai Hornuf, Michael Kissel und Helmut Emler. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die ordentliche Mitgliederversammlung des Wormser Stadtmarketingvereins fand am Montagabend um 19 Uhr in Räumen der Hochschule statt und dauerte rund anderthalb Stunden. Auf der Tagesordnung standen insgesamt zehn Tagesordnungspunkte, doch der wichtigste Aspekt wurde erst ganz zum Schluss erörtert, nämlich die Durchführung des 3. verkaufsoffenen Sonntags in der Nibelungenstadt.
3. verkaufsoffener Sonntag
Der Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins, Kai Hornuf, bezog hier deutlich Postion für den 29. November 2015, dem 1. Adventsonntag. Die letzten beiden verkaufsoffenen Sonntage in den Jahren 2013 und 2014 seien große Erfolge gewesen. Und dies nicht nur wegen des Umsatzes, sondern auch, weil es gelungen sei, Menschen aus der weiteren Region nach Worms zu locken, die normal hier nicht einkaufen würden. Jeweils rund 10.000 Menschen hätten an diesen Tagen den Weg in die Nibelungenstadt gefunden. Der 3. verkaufsoffene Sonntag sei daher auch eine Werbeveranstaltung für den Einkaufsstandort Worms. Er, Kai Hornuf, habe aus diesem Grund einen Brief an die Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat geschrieben und Gespräche im Rathaus mit Angelika Zezyk vom Bereiche Öffentliche Sicherheit sowie Ulrike Breitweiser vom Bereich Messen und Märkte geführt. Zum Bedenken aus den Vororten sagte Kai Hornuf, dass man nicht gegen die Stadtteile arbeiten wolle, sondern deren Veranstaltungen, die am gleichen Tag geplant sind, mit in den verkaufsoffene Sonntag einbinden möchte. So soll auf den Plakaten des Stadtmarketings zum verkaufsoffen Sonntag auch für die Veranstaltungen in den Vororten geworben werden.
Keine Überreglementierung
Oberbürgermeister Michael Kissel, der auch stellvertretender Vorsitzender des Stadtmarketingvereins ist, sagte am Montagabend, er habe den zuständigen Dezernenten gebeten, mit ihm wegen des verkaufsoffenen Sonntags Rücksprache zu halten. Man müsse, nicht alles Überregulieren, sondern es den Leuten selbst überlassen, was sie an solch einem Tag machen wollten. Womit er sich für den verkaufsoffenen Sonntag am 29. November aussprach.
Einzelhandel schrumpft
Drastische Worte fand der Manager von Kaiser Passage und WEP, Jens Buchbacher. Er sagte mit deutlichen Worten, dass der Einzelhandel schrumpft, auch in Worms. Daher sei der 3. verkaufsoffene Sonntag am 29. November sehr wichtig für die Geschäfte, denn man wolle an diesem Tag den Umsatz retten, der das ganze Jahr über schrumpfe.
Jetzt ist erst einmal die Stadtverwaltung gefordert, wie sie auf den Antrag des Stadtmarketingvereins zur Durchführung des 3. Verkaufsoffenen Sonntags reagiert.
200 Jahre Rheinhessen und Strategie
Ein weitere zentraler Aspekt des Abends waren die Aktivitäten zum 200. Geburtstag von Rheinhessen im Jahr 2016. Hier möchte sich das Stadtmarketing zahlreiche Veranstaltung in Worms organisieren bzw. Aktionen unterstützen.
Der Vorsitzendes des Vereins, Helmut Emler, referierte über die strategische Aufstellung des Stadtmarketings in den nächsten Jahren. Doch waren diese nur erste und grobe Grundüberlegungen. Hierzu sollen in den nächsten Jahren tiefergehende Analysen angestellt werden.
Positive Bilanzen
Kai Hornuf präsentierte die vielfältigen Aktivitäten bzw. die Leistungsbilanz des Vereins. Dazu gehörten die Präsenz auf Messen, die Erstellung der Broschüre "Gewusst wo", das Gutscheinsystem Drachengold und die Teilnahme an insgesamt 160 Gesprächsrunden und Veranstaltungen in der Stadt, unter anderem zu den Themen Tourismus, Wirtschaft und Industrie.
Schließlich gibt es noch die Zahlen und Fakten zu vermelden. So ist die Zahl der Mitglieder von 158 im Jahr 2014 auf heute 168 angewachsen. Die finanzielle Bilanz legte Schatzmeisterin Susanne Gremm vor. So habe der Verein im abgelaufenen Jahr einen Überschuss von rund 11.000 Euro bei einem Etat von 102.000 Euro erwirtschaftet. Der größte Ausgabenblock seien die Personalkosten für drei Angestellte in Höhe von 76.000 Euro. Wobei nicht alle Kräfte vollzeitbeschäftigt sind. Rund ein Drittel des Gesamtetats des Vereins steuert übrigens die Stadt bei.