
In einer Feierstunde am Pfingstsamstag zelebrierte Hochheim sein 950-jähriges Jubiläum auf dem Gelände des Berufsbildungswerkes mit einem Rückblick in die eigene Historie sowie einem großen Bürgerfest. In Bild und Ton eröffnete ein Videobeitrag des Offenen Kanals einen Streifzug durch Zeit und Raum des heutigen Wormser Vorortes, indem die Bergkirche, das ehemalige Frauenkloster Maria Himmelskron sowie der Friedhof Hochheimer Höhe besucht wurden.
Neben der Geschichte über die beim Spiel dreier Buben 1931 wiederentdeckte Krypta der Bergkirche erfuhren die Gäste so beispielsweise auch den Grund für die Eingemeindung: „Nachdem der städtische Rheingewann Friedhof überschwemmt worden war, schwammen Särge durch die Stadt – danach schaute sich Worms nach einem neuen Friedhof in höheren Lagen um“, schilderte Ortsvorsteher Timo Horst die makabre Historie. Mit der erfolgreichen Eingemeindung habe Worms dann allerdings seinen neuen Friedhof erhalten. Im Gegenzug sei Hochheim wie gewünscht an das Strom-, Wasser- und Gasnetz sowie an die Straßenbahn angeschlossen worden.
Acht Stadträte aus Hochheim
Mit dem Hinweis auf acht Stadträte aus Hochheim fragte Hochheims Ortsvorsteher scherzhaft bei Oberbürgermeister Michael Kissel in der anschließenden Podiumsdiskussion nach, wer denn nun eigentlich wen übernommen habe. „Es ist zusammengewachsen, was zusammen gehört“, antwortete das Stadtoberhaupt und erinnerte auch an den Pfrimmpark, an das Berufsbildungswerk oder eben an den städtischen Friedhof.
„Wir gehören zwar zu Hochheim“, erklärte sodann Manuel Gonzalez als Vorstandsmitglied des DRK-Landesverbandes , „allerdings ist unser Berufsbildungswerk im Vergleich zur Ortsgeschichte nur eine junge Institution“. Das DRK-Berufsbildungswerk qualifiziere jährlich rund 300 Personen und beschäftige circa 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Die hier jährlich investierten Fördermittel der Bundesagentur für Arbeit sind sehr gut angelegt“, begrüßte Timo Horst den Bundestagsabgeordneten Jan Metzler, um sich zugleich wieder der Ortsgeschichte und einem neuen Gesprächspartner zuzuwenden.
Original, Kopie oder Fälschung?
Angesprochen auf die Frage, ob die Urkunde, in der Hochheim für das Jahr 1068 erstmals schriftlich erwähnt worden ist, ein Original, eine Kopie oder sogar eine Fälschung sei, gab Hochheims Ehrenbürger Wolfgang Hasch Entwarnung: „Es handelt sich um eine belebende Debatte und wir sollten kräftig feiern“, so der Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereines. Im Mittelalter wurden Urkunden häufig rückdatiert, um alte Besitzrechte nachträglich zu legitimieren oder um beschädigte beziehungsweise verschwundene Urkunden zu ersetzen.
„Wie geht es weiter?“
Bevor Ortsvorsteher Timo Horst allen zum Gelingen des Festaktes beitragenden Akteuren wie beispielsweise den Aktiven des Männergesangsvereines oder des Berufsbildungswerkes dankte, wollte er seitens des Oberbürgermeisters wissen, wie es mit Hochheim weitergehe. „Wir sind gerade dabei, für Hochheim einen Bebauungsplan mit 30 bis 40 neuen Wohneinheiten zu erstellen“, verkündete Kissel. Außerdem, so das Stadtoberhaupt, sei der Neubau der Pfrimmtal Realschule plus auf den Weg gebracht worden. Mit Hochheim und der Stadt Worms gehe es also voran.
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