Das größte Weinfest am Rhein bietet viel Bewährtes und einige Neuerungen / Zugang zum Weinzelt verändert
Dreimal „Ahoi!“ - Das Backfischfest steht vor der Tür
Die Verantwortlichen des Backfischfestes im Rahmen der Pressekonferenz. Von Links: Artur Kiefel, Dr. Andreas Schreiber, Dr. Marcus Walden, Hans-Joachim Kosubek, Bojemääschter von de Fischerwääd, Backfischbraut Beatrice Duda, Michael Kissel, Angelika Zezyk und Rene Bauer. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch An neun Tagen, vom 25. August bis zum 2. September, lädt das Wormser Backfischfest auf die Kisselswiese. Das größte Weinfest am Rhein bietet in diesem Jahr viel Bewährtes, wartet aber auch mit einigen Neuerungen auf, besonders was die Fahrgeschäfte angeht. Ein ganz wichtiges Thema ist auch dieses Jahr wieder die Sicherheit.
Zugang zum Wonnegauer Weinkeller
Am Montagmorgen fand die traditionelle Pressekonferenz aller am Backfischfest beteiligten Akteure statt. Mit großer Spannung warteten die Pressevertreter auf die Zugangsregelung zum Wonnegauer Weinkeller, sorgte diese doch im letzten Jahr bei zahlreichen Besuchern für Verdruss. Der 1. Vorsitzende des Vereins „Wonnegauer Weinkeller“, Dr. Andreas Schreiber, erläuterte dazu die Einzelheiten. Er räumte ein, dass die Situation im vergangen Jahr unbefriedigend war. Um dies zu verbessern, gebe es jetzt drei Zugänge zum Zelt. Der Haupteingang sei von 8 auf 15 Meter verbreitert worden. Zu dem ganzen Bereich des Zeltes gehörten auch alle Außenbereiche. Ins Zelt selbst dürften 4.000 Gäste, auf die Außenbereiche noch einmal rund 2.000 Menschen. Dies sei ungefähr auch die Größenordnung, die man in den vorangegangenen Jahren erreichte. Mit einer Laseranlage werden gemessen, wie viele Besucher im Zelt und auf den Außenbereichen sind. Ist die maximale Obergrenze (rund 6.000 Gäste) erreicht, könnte es wieder zur vorübergehenden Sperrung kommen, was aber möglichst vermieden werden soll, denn die Organisatoren möchten natürlich, dass jeder Spaß hat und seinen Platz im Zelt findet. Aber es müssen selbstverständlich auch alle gesetzlichen Vorgaben bezüglich der Sicherheit beachtet werden. Um zu verhindern, dass Gäste, die auf die Toilette müssen, dann nicht mehr in den Wonnegauer Weinkeller kommen, erhalten diese Personen beim Verlassen des Zeltes ein Märkchen, mit dem sie jederzeit wieder ins Zelt gelangen. Die Farbe dieser Märkchen ändern sich jeden Tag, sodass ein Besucher vom Freitag mit seinem Märkchen nicht auch am Samstag ins Zelt gelangt. Problematisch könne es mit dem Zugang zum Zelt allerdings werden, wenn es regnet und alle Menschen ins Zelt drängen. Denn auch dann dürften nur 4.000 Besucher ins Zelt.
Nach dem ersten Wochenende wollen die Verantwortlichen das Prozedere zum Zugang in Zelt und Außenbereiche auf ihre Durchführbarkeit hin überprüfen. Dr. Andreas Schreiber äußerte sich gegenüber der Presse aber positiv, dass die jetzt getroffene Regelung mit einem Zugang insgesamt von rund 6.000 Menschen dafür sorgen werde, dass im und um den Wonnegauer Weinkeller so gefeiert werden könne, wie in all den Jahren zuvor. Abschließend wies Dr. Andreas Schreiber noch darauf hin, dass für die Piano Weinprobe am 24. August noch Karten erhältlich seien.
Das Fest der Wormser
Oberbürgermeister Michael Kissel (SPD) betonte die Bedeutung des Backfischfestes für die Wormser. Scherzhaft führt er aus, dass alle anderen Veranstaltungen wie der Rheinland-Pfalz-Tag, die Nibelungen-Festspiele und Jazz & Joy eigentlich nur der Einstimmung auf das Backfsichfest dienten.
Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek (CDU) hob die diesjährigen, großen Jubiläen heraus. So werde das Backfsichfest zum 85. Mal gefeiert, die Fischerwääder Kerb lädt zum 65. Mal ein und ebenfalls zum 65. Mal stehe auf dem Festplatz ein Riesenrad der Familie Göbel.
Der Bürgermeister richtete den Fokus aber auch auf die Themen Sicherheit und Lärm. Vor zehn Jahren, so Hans-Joachim Kosubek, habe das Backfsichfest eine kritische Phase in Bezug auf die Sicherheit durchlaufen. Seitdem gehe es aufwärts. Dies sei ein Verdienst der Sicherheitskonzepte, die von Stadt, Polizei, Rettungsdiensten und Schaustellern ausgearbeitet wurden.
Auf dem Festplatz gebe es, so der Bürgermeister, wieder ein Polizeiwache und Anlaufstellen der Rettungsdienste. Das Mitbringen von alkoholischen Getränken sei weiterhin verboten. Am zweckmäßigsten sei es, wenn die Besucher erst gar keine große Taschen dabei hätten. Auch in diesem Jahr gebe es Videoüberwachung. Die Allgemeinverfügung sei bis auf den Bereich der Rheingütemess-Station ausgedehnt worden, da dort im letzten Jahr Jugendliche mit mitgebrachtem Alkohol gefeiert hätten.
Die Zugänge zum Festplatz werden mit Pollern geschützt, um das Befahren mit Lastwagen, also Terrorattacken, zu verhindern.
Die letzten Nachtbusse werden auch in diesem Jahr um 2.30 Uhr in die Vororte fahren
Attraktionen
Neben den Klassikern wie Riesenrad, Fischbraterei und dem Wonnegauer Weinkeller kann sich der Besucher auf ein Kettenkarussell freuen, bei dem es für die Passagiere rund 80 Meter in die Höhe geht. Auch eine neue Geisterbahn lädt zum Gruseln ein.
Den Auftakt des Backfischfestes bildet am Samstag, den 25 August, die Eröffnung um 15.15 Uhr auf dem Marktplatz. Es folgt am ersten Sonntag der große Festumzug. Am Mittwoch lädt die Fischerwääder Kerb gleich mit zwei Bands ein und am Donnerstag findet der Wormser Abend im Festzelt „Circus Circus“ statt. Den Abschluss bilden am zweiten Sonntag das Fischerstechen und das Feuerwerk. Das Tauziehen fällt in diesem Jahr aus. Mehr Informationen rund um das Backfsichfest unter: www.backfischfest.de
Terence Hill
Nicht ganz zum Backfsichfest, aber irgendwie doch, gehört am Freitag, den 24. August, der Besuch von Schauspieler Terence Hill. In der EWR-Arena stellt er ab 20.30 Uhr seinen neuen Film „Mein Name ist Somebody“ vor. Und vielleicht sieht man den Weltstar ja sogar auf einer Brücke unweit des Festplatzes.