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  • Di., 23. September 2014, 10:07 Uhr
    Partnerschaft Bobenheim-Roxheim/Chevigny-Saint-Sauveur

    34 Jahre jung

    Seit 1980 pflegt die Altrheingemeinde mit ihrer französischen Partnerstadt im Bereich „Grand Dijon“ eine lebendige Jumelage – was sich auch beim kürzlichen Treffen in Burgund erneut unter Beweis stellte!

    Bestens gelaunt starteten am Freitag, dem 12. September, 75 Bürger aus Bobenheim-Roxheim, gemeinsam mit einer kleinen Delegation aus der Partnergemeinde Jeßnitz in Sachsen-Anhalt, gen Chevigny-Saint-Sauveur.
    Die Fahrtteilnehmer, zum größten Teil Mitglieder des Dt.-frz. Freundschaftskreises, der Naturfreunde und der Radfahrer, wurden dort ganz à la bourguignonne mit Kir begrüßt.

    Der gemeinsame Samstagsausflug führte, an Besançon vorbei, in die malerische Franche-Comté – entlang den Mäandern der Loue, durch anmutige Natur und flankiert von Kletterfelspartien.
    Erstes Ziel war der „Hameau du fromage“, wo interessante Informationen zur Herstellung der Käsesorte ‚Morbier‘ geboten waren und der anschließende Mittagsimbiss mit Käse- und Wurstspezialitäten der Region allen lecker schmeckte!
    Auch der anschließende Besuch in dem hübschen Städtchen Ornans war eine echte Bereicherung.  Im Musée Courbet wurde die Gelegenheit gerne genutzt, Gustave Courbets künstlerischen Einfluss auf den Realismus und dessen Parteinahme für die Pariser Kommune kennen zu lernen.
    Seinen glanzvollen Höhepunkt erlebte das Partnerschaftswochenende beim Gala-Abend im Saal „Polygone“, gleichsam dem Wohnzimmer der langjährigen Begegnungen.
    Besonderen Applaus ernteten bei der Abendveranstaltung die Kinder der Grundschule Henri-Marc mit ihrer rhythmisch ausgereiften Darbietung auf einfachsten Instrumenten, eine Mädchengymnastikgruppe und Tanzfeen mit ihrem farblich schillernden Illusionstanz – dies alles eine Hommage an die sportliche Nachwuchsarbeit in Chevigny-Saint-Sauveur!
    Und natürlich wurde im Lauf des Abends auch seitens der Jumelage-Teilnehmer fleißig das Tanzbein geschwungen! Unter den Klängen von Paso Doble, Tango, Walzer und Fox wurde so manche(r) Tanzpartner(in) gewechselt – und spätestens beim beliebten „Madison“ herrschte dann auch Gedränge auf der Tanzfläche!
    Die hervorragende Stimmung dieses Tages erhielt ihre inhaltliche Bestätigung darin, dass die Bürgermeister der drei Gemeinden einmütig die Unverzichtbarkeit von Freundschaften auf kommunaler Ebene betonten. Denn nur wenn starke Freundschaften unter den Menschen unserer Nationen bestünden, habe unser Kontinent zukünftig, gerade auch angesichts aktueller Gefährdungen am Ostrand Europas, eine Chance!
    In ihren Reden waren sich die Bürgermeister Michel Rotger (Chevigny-Saint-Sauveur), Michael Müller (Bobenheim-Roxheim) – beide in ihrer Funktion als Bürgermeister erstmalig dabei - und Helmut Ernst (Jeßnitz) einig darin, dass Feiern, Sich-Erinnern  (100 Jahre 1. Weltkrieg) und Nach-vorne-Schauen zusammengehören und dass der Bestand dieser dreiseitigen Freundschaft ein besonderer Schatz sei, den es zu behüten gelte, damit Deutschland und Frankreich nicht aufhören, der Motor Europas zu bleiben!
    Behutsam ausgewählte Geschenke wurden zwischen den Verantwortlichen als Zeichen der Anerkennung und Dankbarkeit ausgetauscht.
    Ein besonderes Gastgeschenk überreichte der Präsident des Deutsch-französischen  Freundschaftskreises, Jürgen W. Martin, an Elisabeth François, der für die Partnerschaft zuständigen Beigeordneten: eine von Bernd Mohr kreierte Foto-Collage aus über 5000 Einzelbildern von zahlreichen Partnerschaftsbegegnungen! Aus der Entfernung betrachtet, zeigt sie das Rathaus von Bobenheim-Roxheim; bei Nahbetrachtung mit einer Lupe  entdeckt man in ihr unzählige Menschen, die sich im Lauf der drei Jahrzehnte für die Freundschaft mit den Franzosen engagierten.

    Dem stimmungsvollen Samstag folgte am Sonntag dann noch der Besuch auf dem Wochenmarkt mit kulturellen Extra-Überraschungen für uns Gäste: klassischer Chorgesang, eine zirzensische Darbietung der Compagnie „Cirko Senso“ von unglaublichem akrobatischem Schwierigkeitsgrad und eine Line-Dance-Nummer der „Funky Cowboys“.
    Kleinere individuelle Rundgänge in der Stadt, der Besuch eines „Rucher pédagogique“ (eines Bienenstocks zu Lernzwecken), liebevoll zubereitete Abschiedsessen in den Familien oder auf Vereinsebene (Naturfreunde, Radfahrer) rundeten das Besuchsprogramm ab.

    Viel zu schnell neigte sich das dt.-frz. Beisammensein seinem Ende zu!
    Sonntag um 16 Uhr hieß es Abschied nehmen von den Freunden: in der Freude über das Erlebte die letzten Umarmungen, eine letzte Ehrenrunde am Polygone … und die Busse setzten sich wieder in Bewegung…

    Zufrieden und reich an positiven Eindrücken kehrten die 75 Bobenheim-Roxheimer am späten Sonntagabend heim – mit dem Gefühl „Die Freundschaft, sie lebt!“ und der Perspektive, dass es ein Wiedersehen am Alt-Rhein gibt im Juni 2015.

    Dann heißt es mit der gleichen Herzlichkeit, mit der wir empfangen wurden:
    „Amis de Chevigny, soyez nos bienvenus!“ – „Freunde von Chevigny, seid uns herzlich willkommen!“

     

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