INNENSTADTAUSSCHUSS: Planungen für Ausbau der Gutenbergstraße reifen / Realisierung noch in weiter Ferne / Klare Empfehlung an Bauausschuss
Ebenerdige Variante ohne Bürgersteig
Im Innenstadtausschuss wurden am Dienstag die bisherigen Planungen für den Vollausbau der Gutenbergstraße vorgestellt. Screenshot/Planungsbüro Piske aus Ludwigshafen
VON STEFFEN HEUMANN | Die Stadt Worms beabsichtigt den Ausbau der Gutenbergstraße zwischen der Gewerbeschulstraße und dem Anschluss an den Kreisverkehr Friedrich-Ebert-Straße. Die Fahrbahn weist deutliche Schadstellen auf, die sich auch auf Teile der Bordsteinanlagen erstrecken. Bord- und Rinnenanlage Die bestehende Entwässerung sind durch das Wurzelwerk der Bäume entlang der Straße ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen. Zudem weisen die unbefestigten Parkflächen Verwerfungen auf. Auf einer Länge von rund 150 Metern herrscht zwar großer Handlungsbedarf. Bis zum Ausbau kann aber noch eine ganze Weile vergehen, wie Annett Böttner, Abteilungsleiterin Verkehrsinfrastruktur und Mobilität, am Dienstagabend im Innenstadtausschuss mit Blick auf den Sanierungsstau der Straßen berichtete. Bezugnehmend auf die geschätzten Kosten in Höhe von rund 700.000 Euro, soll die Maßnahme erst ausgeführt werden, wenn wiederkehrende Ausbaubeiträge zu Grunde gelegt werden können. Dann werden die Kosten nämlich anteilig auf den gesamten Bezirk und nicht nur auf die Anwohner umgelegt.
Zur Umsetzung wurde dem Bauausschuss bei nur einer Enthaltung Variante 2 empfohlen, die den niveaugleichen Ausbau der Straße ohne klassische Trennung zwischen Fahrbahn und Gehweg mit Bordsteinen vorsieht. Vorgesehen ist hier ein niveaugleicher Ausbau, wobei sich eine optische Trennung durch die unterschiedlichen Beläge zwischen Fahrbahn und Gehwegen ergibt, wie Annett Böttner erklärte. Die Trennung zwischen Fahrbahn und Gehweg erfolge im Bereich der bebauungsnahen Westseite mit einer Verbundmuldenrinne aus Betonsteinen vor den Längsparkplätzen. Zur Bahn hin werde ein 1,25 m breiter Gehstreifen ausgebildet, der sich lediglich durch einen niveaugleichen Tiefbordstein zur Fahrbahn abgegrenzt. Zur Bahntrasse hin folgen dann die Senkrechtparkplätze zwischen dem vorhandenen Baumbestand. Die Herstellung der Gehwegflächen erfolgt auch hier mittels Betonsteinpflaster. Die Grünflächen werden soweit möglich erweitert um den Bäumen Platz zur Entfaltung zu geben.
Im Zuge der weiteren Planung muss ein Bodengutachten erstellt werden, um die Gesamttragfähigkeit des Unterbaus weiter bewerten zu können. In diesem Zusammenhang ist auch die Umweltanalytik der vorhandenen Baustoffe (Asphalt, Teer, Böden, usw.) zu untersuchen. Umfangreiche Leitungserneuerungen können in diesem Zeitraum ebenfalls durchgeführt werden. Am 11. März tagt der Bauausschuss in öffentlicher Sitzung, bei dem sich auch Anwohner zwecks vertiefender Fragen zur Realisierung einbringen können. Astrid Perl-Haag (FWG/Bürgerforum) hatte den Wunsch geäußert, das man seitens der Verwaltung die Anlieger nicht vor vollendete Tatsachen stellen möge, sondern in den Prozess einbinden soll. Christian Engelke (Bündnis90/Die Grünen) plädierten ebenfalls für eine frühe Form der Beteiligung und hofft, dass im sich anschließenden Kreiselbereich eine sichere und barrierefrei Querung ermöglicht wird. Uwe Gros (SPD) sprach sich für einen zukunftsgerechten Ausbau aus. Das sei das beste Modell für alle, so Gros. Ob neben rund 19 Parkmöglichkeiten für Autos und Motorräder ein Car-Sharing-Stellplatz ausgewiesen und statt der Fahrradanlehnbügel eine Fahrradbox sowie eine Ladestation für Elektroautos geschaffen werden, muss im weiteren Verlauf der Beratungen geklärt werden.