Drei Wormser Autoren ist ein facettenreiches und interessantes Buch über die Nibelungenstadt und ihre Bewohner geglückt
42 Blicke auf Worms
„Worms - Portrait einer Stadt“ ist ein facettenreiches und interessantes Buch.
Worms ist reich an Geschichte und Geschichten. Gerade in den letzten zwanzig Jahren hat die Nibelungenstadt einen gewaltigen Sprung von der Industrie- zur Kulturstadt gemacht. Wo einst qualmende Schornsteinen standen und die Lederindustrie das Image prägten, ist längst eine moderne Stadt geworden, die inzwischen 87.000 Einwohner zählt und weiter wächst. Mit den Nibelungenfestspielen, Jazz & Joy, dem Spectaculum und dem Backfischfest finden renommierte Veranstaltungen statt, die weit über Region hinaus bekannt sind.
Bürgerprotest und Herausforderungen
Doch neben diesem strahlenden Worms gibt auch das andere Gesicht der Stadt, jenes mit Problemen und Schwierigkeiten, die Bürgerprotest und Widerstand hervorriefen. Zu nennen ist hier etwa der Streit um das „Haus am Dom“ oder jener um das Gewerbegebiet „Hoher Stein“. Darüber hinaus gilt es die Zuwanderung zu meistern, denn rund ein Drittel der Bewohner besitzt mittlerweile einen Migrationshintergrund. Aber wie leben diese Menschen aus Russland, Italien oder anderen Ländern in der Nibelungenstadt und wie gut sind sie integriert?
Drei Autoren präsentieren 42 Personen
All diese vielen Facetten haben die drei Autoren Lili Judith Oberle, Regina Urbach und Gernot Kirch versucht in ihrem Buch „Worms – Portrait einer Stadt“ einzufangen. Dabei herausgekommen ist ein lebendiges, spannendes Werk, das auf 170 Seiten mit vielen Fotos insgesamt 42 Personen portraitiert, die einen Querschnitt durch die Bevölkerung darstellen. Durch die Brille dieser 42 Bürger und Bürgerinnen lernt der Leser die Nibelungenstadt kennen. Viele bekannte und bisher unbekannte Person und Persönlichkeiten kommen zu Wort. Zu nennen sind hier etwa der Intendant der Nibelungenfestspiele, Nico Hofmann, oder der „Bojemääschter vun de Fischerwääd“ und ein treuer Wormatia-Fan, der über seine Leidenschaft spricht und die Geschichte des Vereins erzählt.
Vor der Wormatia bis zu "Pippo"
Zu Wort kommen aber auch ein argentinischer Rugby-Trainer, Oberbürgermeister Michael Kissel, der mutige Pfarrer Fritz Delp und Mechthild Vogel, eine Gegnerin des „Hauses am Dom.“ Und natürlich dürfen sie nicht fehlen, die Unikate und Originale, die einer Stadt erst ihr unverwechselbares Gesicht geben wie etwa die Moderatorin Margit Knab, der Öko-Winzer Helmut Kloos oder „Phippo“, der Besitzer von Kolb‘s Biergarten am Rhein.
Interview mit dem finsteren Recken
Das Buch erfindet Worms nicht neu, aber es gibt Einblicke in eine Stadt und ihrer Bewohner, die man so vielleicht noch nicht hatte. Und es darf auch geschmunzelt werden, wenn der Autor ein fiktives Interview mit dem finsteren Recken der Nibelungensage, Hagen von Tronje, führt, das so ganz anders ausgeht, wie man dies vielleicht erwartet hat.
„Worms - Portrait einer Stadt“ ist in fast allen Wormser Buchhandlungen oder im Internethandel erhältlich