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  • Mo., 23. Mai 2022, 14:24 Uhr
    FEIERLICHKEITEN: SchUM-Städte begehen den UNESCO-Welterbetag am 5. Juni

    50 Jahre Welterbekonvention

    Synagoge Worms. Foto: SchUM-Städte-e.V.


    Als der ägyptische Assuan-Staudamm in den 1960er Jahren den Tempel von Abu Simbel zu überfluten drohte, rief die UNESCO in einer bis dahin beispiellosen Hilfsaktion zu internationaler Solidarität auf, um den Felsentempel zu zerlegen und an einer höher gelegenen Stelle wiederaufzubauen. Staaten weltweit folgten dem Aufruf und stellten 80 Millionen Dollar und Know-how zur Verfügung. Die Hilfsaktion machte deutlich: Ausgewählte Denkmäler, Altstädte oder Naturschutzgebiete tragen eine herausragende Bedeutung für Menschen weltweit und sollen deswegen für kommende Generationen geschützt werden.

    Führungen und Aktionen

    Um diese Aufgabe nationenübergreifend zu meistern, verabschiedete die UNESCO 1972 die Welterbekonvention. Am diesjährigen UNESCO-Welterbetag, Sonntag, dem 5. Juni, rücken Veranstalter mit Führungen und Aktionen die Bedeutung und die Wirkungen des weltweit bekanntesten Schutzinstruments für das Kultur- und Naturerbe in den Mittelpunkt und feiern das 50-jährige Bestehen der UNESCO-Welterbekonvention.

    Aktuell zählen 1154 UNESCO-Welterbestätten in weltweit 167 Ländern zum UNESCO-Welterbe. 51 von ihnen befinden sich in Deutschland ausgehend vom Wattenmeer über den Kölner Dom bis hin zum Augsburger Wassermanagement-System. Angesichts von Klimawandel, stetig wachsender Bevölkerungsdichte und Ressourcenverbrauch etwa durch Bauvorhaben, Landwirtschaft oder Anlagen zur Energiegewinnung, ist die Bedeutung der UNESCO-Welterbekonvention heute wichtiger denn je.

    Weltweit einzigartig

    Unter dem Motto „50 Jahre Welterbekonvention: Erbe erhalten – Zukunft gestalten“ wird auch an den jüdischen Stätten der mittelalterlichen SchUM-Gemeinden in Speyer, Worms und Mainz gezeigt, was sie im Sinne der Welterbekonvention weltweit einzigartig macht und welche Aufgaben mit dem Welterbetitel verbunden sind.

    Erst im vergangenen Jahr, am 27. Juli 2021, wurde diesem reichen jüdischen Erbe bestehend unter anderem aus Synagogen, Ritualbädern und fast 1000 Jahre alten Friedhöfen der UNESCO-Welterbetitel zuerkannt.

    Kostenfreie Angebote

    Mehr zu dem reichen jüdischen Erbe können Besucher am 5. Juni, am UNESCO-Welterbetag, bei verschiedenen kostenfreien Angeboten in den SchUM-Städten erfahren.

    In Worms werden am 5. Juni jeweils um 10.30 und um 14 Uhr Führungen mit dem Titel „Die jüdischen Stätten in Worms“ angeboten (ohne Anmeldung, Treffpunkt am Synagogenplatz, für den Besuch der Synagoge benötigen Männer eine Kopfbedeckung).

    Wegen des jüdischen Feiertags Schawuot ist an diesem Tag der Besuch des Friedhofs Heiliger Sand nicht Teil der Führung. Zudem ist das Museum im Raschihaus zwischen 10 und 19 Uhr mit der Ausstellung „SchUM am Rhein. Vom Mittelalter in die Moderne“ geöffnet.

    In Speyer gibt es um 11 und um 16 Uhr eine einstündige Führung im Speyerer Judenhof in der kleinen Pfaffengasse 20/21 (ohne Anmeldung). Die Dauerausstellung zur jüdischen Geschichte der Stadt Speyer ist ebendort im Museum Schpira zwischen 10 und 17 Uhr zugänglich.

    Mainz vertagt sein Angebot mit einer Führung am Alten jüdischen Friedhof „Judensand“ auf Sonntag, 12. Juni, um 15 Uhr wegen des jüdischen Feiertags, an dem der Friedhof nicht betreten werden darf. Treffpunkt für die Führung ist der Haupteingang des Friedhofs an der Mombacher Straße. Wegen begrenzter Gästezahl ist in Mainz eine Anmeldung unter anke.sprenger@stadt.mainz.de erforderlich. Männer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.

     

     

     

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