Fr., 23. Oktober 2015, 09:01 Uhr
Stadt informiert über aktuellen Sachstand zur Flüchtlingsunterbringung / Stadt sucht weiterhin Wohnungen
511 Neuzuweisungen bis Ende Oktober
511 Neuzuweisungen bis Ende Oktober dieses Jahres – das sind die aktuellen Zahlen zur Flüchtlingssituation in Worms. Damit liegt die Zuweisungsrate um 305 Flüchtlinge höher als im Oktober des vergangenen Jahres – für die Stadtverwaltung eine nur schwer lösbare Aufgabe.
Positives gibt es für die Unterkunft auf dem Salamander-Gelände zu berichten: In der Anwohnerversammlung vergangene Woche hatten zahlreiche Bürger den Wunsch geäußert, die Wohnanlage einige Meter weiter entfernt von der benachbarten Wohnsiedlung zu errichten – ein Kompromiss, dem Oberbürgermeister Michael Kissel zugestimmt hatte. Nach Prüfung durch die zuständigen Abteilungen der Verwaltung steht nun fest, dass die Containeranlage 55 Meter weiter entfernt von der Wohnsiedlung aufgebaut werden kann. Dies allerdings erfordert eine Neuplanung, die weitere Zeit in Anspruch nimmt. Der Errichtungstermin für die Wohnanlage kann somit aller Voraussicht nach nicht mehr gehalten werden. Ursprünglich hätte der erste Container in der dritten Kalenderwoche des kommenden Jahres aufgebaut werden sollen – unter Umständen kann sich der Bau nun bis zum Frühjahr hinziehen, zumal auch umfangreiche Erdarbeiten erforderlich sein werden.
Druck auf die Stadt wächst
Auf die Stadt wächst somit der Druck, vorübergehende Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen – wie etwa die Belegung der Schulturnhalle in Worms-Heppenheim. Definitiv bezogen werden soll die Örtlichkeit in der 47. Kalenderwoche. Die nötigen Umbauarbeiten sind in vollem Gange – insbesondere der Brandschutz macht einige Maßnahmen erforderlich. „Diese Maßnahmen hätten wir allerdings früher oder später sowieso umsetzen müssen, auch für den weiteren Betrieb als Sporthalle. Wir haben die Arbeiten nun einfach vorgezogen“, erläutert Sozialdezernent Waldemar Herder. Dazu gehören etwa die Verbreiterung der Fluchttüren und das Anlegen eines Fluchtwegs auf dem Außengelände. Sämtliche Arbeiten werden vom städtischen Gebäudebewirtschaftungsbetrieb und dem Baubetrieb ausgeführt.
Nach den Vorgaben der ADD wird auf dem Schulgelände ein Zaun errichtet, der den Wohnbereich vom Schulhof abtrennt. Die Schulkinder dürfen Bilder malen, die wiederum auf Planen gedruckt und an dem Zaun angebracht werden.
Unterkommen werden in der Schulturnhalle alleinstehende Männer, vornehmlich aus Syrien und Afghanistan, die in der Zeit von 8 bis 16 Uhr von Mitarbeitern des ASB und anschließend von einem privaten Sicherheitsdienst betreut werden. „Wir hatten gehofft, dem Wunsch der Bevölkerung und vor allem der Eltern, Familien dort unterzubringen, entgegenkommen zu können, doch die Entwicklungen lassen dies nun leider nicht mehr zu“, bedauert der Dezernent.
Zuweisungszahlen ungewiss
Ebenso wenig lässt sich die Dauer der Belegung prognostizieren. „Da wir überhaupt nicht absehen können, wie sich die Zuweisungszahlen entwickeln, gerade auch im Hinblick auf den künftigen erleichterten Nachzug von Familienmitgliedern, können wir dazu keine Aussage treffen, sosehr wir auch für unsere eigene Planung dankbar für konkretere Zahlen wären“, so Herder. Denn auch die Arbeiten in der Unterkunft in der Zellertalstraße in Worms-Pfeddersheim verzögern sich aufgrund des unvorhersehbaren Ausfalls einer beauftragten Firma, sodass die Stadt auch hier mit einem späteren Einzugstermin rechnet als ursprünglich avisiert. „Wir müssen weiterhin damit rechnen, dass wir auch die Nikolaus-Dörr-Halle kurzfristig belegen müssen“, so Herder.
Nach wie vor ist die Stadt auf private Wohnungsangebote angewiesen. Interessenten können sich unter Telefon 06241/853-5308 oder per E-Mail an
asyl@worms.de melden.