Mo., 04. August 2014, 08:12 Uhr
Hochschule Worms erhält Zuschlag für Verbundprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
Mit ihrem gemeinsamen Projektantrag „Work & Study – offene Hochschulen Rhein-Saar“ haben die Hochschule Koblenz, die Fachhochschule Worms, die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sowie die htw saar beim Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gepunktet: Ab ersten 1. August erhalten die vier Hochschulen insgesamt rund 4,8 Millionen Euro über eine geplante Förderdauer von sechs Jahren. Die Verbundhochschulen bauen mit diesem Geld ihr Studienangebot für Berufstätige, Personen mit Familienpflichten, Studienabbrecher sowie beruflich Qualifizierte aus. Die speziell zugeschnittenen Angebote sollen den neuen Zielgruppen den Zugang zur Hochschule erleichtern und einen Abschluss ermöglichen.
Berufstätigen Studium ermöglichen
„Dieses Projekt soll z.B. Berufstätigen oder Personen mit Familienpflichten durch Kombination von neuen Lehr- und Lernformen sowie Anerkennung bisheriger Leistungen ein Studium ermöglichen. Das sichert nicht zuletzt vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung die Qualifizierung dringend benötigter Fachkräfte“, so Prof. Dr. Henning Kehr, Vizepräsident der Fachhochschule Worms. Für die Entwicklung geeigneter betriebswirtschaftlich-technischer Studiengänge mit einer digitalen Lernumgebung schaffe das Verbundprojekt optimale Voraussetzungen: „Die besonderen Stärken der einzelnen Projektpartner werden sich optimal ergänzen und bündeln, so dass sich das Vorhaben zielorientiert und nachhaltig umsetzen lässt.“ Während der Projektlaufzeit sind diese Angebote zunächst im Bereich der Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsinformatik geplant. Perspektivisch sollen ähnliche Angebote auf andere Fachbereiche ausgeweitet werden.
Neben der intensiven Zusammenarbeit der vier beteiligten Hochschulen stärken Kooperationen mit einer Reihe relevanter Partner von Seiten der Wirtschaft und der Länder das Projekt. Dazu gehören beispielsweise der Virtuelle Campus Rheinland-Pfalz (VCRP), das Zentrum für Qualitätssicherung und –entwicklung Rheinland-Pfalz (ZQ), die Zentralstelle für Fernstudien (ZFH), die Industrie- und Handelskammern Bonn/Rhein-Sieg, die Debeka-Gruppe (Versicherungswirtschaft), die Food Company und die Imperia AG sowie die IHK Rheinhessen und die Handwerkskammer der Pfalz. Die inhaltlich-fachliche Beratung der Kammern und Unternehmen stellt sowohl den Praxisbezug als auch den Wissenstransfer sicher.
Transparenz und Anerkennung
Ein wichtiger Aspekt der Zusammenarbeit ist die Transparenz und Anerkennung sowie Anrechnung von erbrachten Leistungen im Berufsleben. Zudem werden Lösungen entwickelt, um etwa Studienabbrechern eine verkürzte Ausbildung oder eine berufliche Weiterqualifizierung als Hilfe für den Einstieg in das Berufsleben zu bieten. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, ihren im Studium gewonnenen Wissenszuwachs für eine Ausbildung anrechnen zu lassen. Ebenso sollen beruflich Qualifizierte ihre bis dato erarbeiteten Kompetenzen in die Studienleistung einbringen dürfen.
Das Teilvorhaben der Fachhochschule Worms fokussiert sich dabei auf spezielle Fachgebiete der Betriebswirtschaft, wie Steuerlehre, Handels- und International Management, Internationale Betriebswirtschaft und Außenwirtschaft sowie Touristik/Verkehrswesen. In diesen branchenspezifischen Wirtschaftsfeldern ist künftig mit einem wachsenden Personalbedarf zu rechnen, dem die Hochschule auch mit dem Lehrangebot eines neuen Studiengangs begegnen will. Gerade die Zusammenarbeit mit den Kammern und den von diesen vertretenen Unternehmen will die Fachhochschule Worms nutzen, um den künftigen regionalen Bedarf an Fach- und Führungskräften zu ermitteln und mit einem praxisnahen Studienangebot zu decken.
Hintergrund:
Im Rahmen des Wettbewerbs "Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erhalten ab 1. August 2014 insgesamt 97 deutsche Hochschulen eine Förderung. Die Hochschulen entwickeln Weiterbildungsangebote, die sich vor allem an Berufstätige oder Berufsrückkehrer richten, lebenslanges Lernen zum Ziel haben oder beruflich qualifizierten Fachkräften den Weg an die Hochschulen öffnen. Die erste Wettbewerbsrunde hat 2011 mit 50 Hochschulen begonnen, in der zweiten Runde ab August wird die Zahl der teilnehmenden Hochschulen fast verdoppelt – 47 weitere kommen hinzu. Insgesamt erarbeiten die Hochschulen nun Studienangebote in 73 Verbund- und Einzelprojekten. Das Spektrum der Angebote ist breit: Es reicht von der Mechatronik zur Pflegewissenschaft, von nachhaltiger Landwirtschaft bis zur IT-Sicherheit und umfasst flexible, berufsbegleitende Studiengänge ebenso wie wissenschaftliche Weiterbildung und Beratungsangebote zur Qualifizierung.