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  • Do., 09. Mai 2024, 10:46 Uhr
    WESTHOFEN: Gleichzeitig feiert die Gemeinde vom 30. Mai bis zum 3. Juni ihren 1250. Geburtstag

    73. Traubenblütenfest lockt zum Feiern zum einstigen Marktflecken

    Von links: Muriel Pals (Prinzessin), Charlotte Wallraven (Königin) sowie Anna Schweitzer (Prinzessin). Foto: Rudolf Uhrig


    Von Rudolf Uhrig › Am Freitag, dem 31. Mai, ist es soweit: Sophia Balz wird als Traubenblütenkönigin des 72. Traubenblütenfestes mit ihren beiden Prinzessinnen Marlin Letsch und Laura Exner in den Ruhestand versetzt. Das findet traditionell in der Aula der Otto-Hahn-Schule statt. 120 Minuten später, gegen 20 Uhr, werden die drei jungen Damen ihre Krönchen an ihre Nachfolgerinnen in einer würdevollen Zeremonie vor vielen Hundert Schaulustigen auf dem Kelterstein vor der altehrwürdigen Kellergasse weitergeben. Sie reihen sich somit in die Annalen der Westhofener Geschichte ein.

    Sonntags großer Festumzug

    Apropos Geschichte. Das diesjährige Traubenblütenfest ist „kein rundes“, aber Westhofen findet immer einen Anlass, ein geschichtliches Ereignis zu bemühen, um eben doch noch „eins drauf“ zu setzen. Aber dieses Mal ist es schon ein ganz legitimer Grund, Westhofen feiert das 1250-jährige Bestehen. Ganz selbstbewusst wird denn auch das Motto des großen Festumzugs am Sonntag, „Das sind wir“ lauten.

    Majestäten vorgestellt

    Den Vorabend zu Christi Himmelfahrt nutzte der Heimatverein Westhofen e.V. mit ihrem 1. Vorsitzenden Axel Metzmann die künftigen Majestäten – natürlich mit und bei einem Gläschen des Krönungsweines, eines feinherben 2023er Cuvée Blanc mit blumigen Aromenspiel und harmonischer Süße des Weingutes „Hirschhof“ von Tobias und Ellen Zimmer, vorzustellen.

    Traubenblütenkönigin mit Faible für Musicals

    Gemäß dem höfischen Protokoll dürfte sich Charlotte Wallraven dem Vorstand und den Mitgliedern des Heimatvereins als erste präsentieren. „Ob fieser Pirat oder pläneschmiedender Kardinal, das Wüten und Toben schien mit am besten zu liegen“, sagt sie da … Aber ihr Faible für die Rollen des Bösewichts bei Musicals, so führt sie erklärend aus, wird die 22-jährige als Traubenblütenkönigin wahrlich nicht ausleben. Charlotte II. studiert – ganz bürgerlich – Englisch und Geschichte auf Lehramt in Mainz. Im Master möchte sie noch „Darstellendes Spiel“ (und da wären wir bei ihrem „Fable“) als Drittfach dazu nehmen.

    Charlotte Wallraven ist, hört man aufmerksam zu, eine total heimatverbundene junge Dame. Sie ist alleine oder mit ihrem Papa oder aber mit ihrer Schwester bei den Fastnachtssitzungen aktiv. Bäckt Reibekuchen beim Weihnachtsmarkt und tanzt für ihr Leben gern bei entsprechenden Anlässen auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Abseits jener Bühnen ist sie aber von Wüten und Toben weit entfernt. „Ich liebe, lache und lebe gerne und bin unheimlich stolz darauf, dies alles in einem so wunderschönen Heimatort wie Westhofen tun zu können.“

    „Königliche Wurzeln“

    Diese Liebeserklärung teilt sie mit ihren Prinzessinnen, die sie schon ewige Zeiten kennt. Das ist die 21-jährige Anna Schweitzer. Und wahrlich, sie hat königliche Wurzeln. „Oma Ursula (Fuchs) war die einzige zweifache Traubenblütenkönigin“, erklärte sie den väterlichen „Stammbaum.“ Deren beide Schwestern gehörten dazu, aber auch die Tante, zwei Großcousinen. Als kleines Mädchen habe sie den Majestäten beim Umzug zaghaft zugewunken.

    Ihre Vorbilder waren also ganz präsent bei ihrer jetzigen Entscheidung, als „Inthronisierte“ ihren Heimatort vertreten zu dürfen und das eben mit zwei langjährigen und liebgewonnenen Freundinnen. Westhofen ist aber auch für sie Sujet ihres Interesses für und an Geschichte. Denn Anna studiert seit über einem Jahr in Manz Geschichte und Kunstgeschichte. In historische Bücher und Filme kann sie sich ganz vertiefen, aber auch in die Kunst. Malen, meistens mit Acryl oder Aquarellfarben, zählt sie daher zu ihren Hobbies.

    Angehende Polizistin komplettiert Dreigestirn

    Wie könnte es anders sein, auch Muriel Pals, die weitere Prinzessin im Dreiergestirn für das Amtsjahr 2024/25, kann einen lupenreinen adligen „Stammbaum“ vorweisen. Oma Maria Mayer (später Merkelbach) war vor genau 70 Jahren Traubenblütenkönigin. Tante Maria Merkelbach folgte 1977 und Mama Angela 1988. Einen Bezug zu Reben und Beeren und somit zum Wein stellt die 20-Jährige damit her, dass sie schon in jungen Jahren bei der Arbeit ihrer Eltern im Weinberg eigene Erfahrungen sammeln konnte.

    Die junge Dame absolviert derzeit ein duales Studium bei der Polizei in Rheinland-Pfalz, liebt ihre drei Hunde, mit denen sie ausgedehnte Westhofen-Spaziergänge unternimmt und durch sie und mit ihnen auch öfter die Seebachquelle – wohlgemerkt – unter der Wasseroberfläche erkundet. Sie reitet gern, liest aber auch ganz vertieft und versunken im ruhigen heimischen Garten.

    Das Westhofener Traubenblütenfest findet zum 73. Male statt; immer 14 Tage nach Pfingsten. In diesem Jahr vom 30. Mai bis zum 3. Juni.
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