
Ein besonderes Stück gemeinsamer Geschichte stand im August im Mittelpunkt eines Empfangs im Wormser Rathaus: Anlässlich des 750-jährigen Jubiläums der Verleihung der Stadtrechte an Germersheim empfing Oberbürgermeister Adolf Kessel eine 37-köpfige Delegation aus Germersheim unter Leitung von Bürgermeister Marcus Schaile.
Der historische Anlass für den Besuch liegt 750 Jahre zurück: Am 18. August 1276 verlieh König Rudolf von Habsburg Germersheim die Stadtrechte. Die entsprechende Urkunde wurde in Worms ausgefertigt und verbindet die beiden Städte bis heute auf besondere Weise.
Worms war im Mittelalter ein bedeutender Ort des politischen und religiösen Geschehens im Reich. Zahlreiche historische Ereignisse sind mit der Stadt verbunden, darunter der Wormser Reichstag von 1521, der eng mit Martin Luther und der Reformation verbunden ist, das Wormser Konkordat von 1122 sowie die Hochzeit Kaiser Friedrichs II. mit Isabella von England im Jahr 1235. Auch König Rudolf von Habsburg hielt sich 1276 mehrere Monate in Worms auf und führte von hier aus seine Amtsgeschäfte.
In dieser Zeit erfolgte auch die Verleihung der Stadtrechte an Germersheim. Die Bedeutung des Dokuments von 1276 wird auch in den „Regesta Imperii“, dem Verzeichnis mittelalterlicher Urkunden, deutlich. Dort wird festgehalten, dass der König der neu angelegten Stadt neben der königlichen Burg Germersheim „gleiche freiheiten wie Speier“ gewährte. Damit erhielt Germersheim weitreichende finanzielle und rechtliche Privilegien.
„Dass Germersheim seine Stadtrechte in einer in Worms ausgestellten Urkunde erhielt, ist eine schöne und besondere historische Verbindung zwischen unseren beiden Städten. Es freut mich sehr, dass die Stadt Germersheim ihr Jubiläum zum Anlass nahm, diese Verbindung sichtbar zu machen und gemeinsam mit uns an das Ereignis zu erinnern“, so Kessel.
Als Zeichen der Verbundenheit unterzeichnete Oberbürgermeister Adolf Kessel eine Gedenkurkunde und versah sie mit dem Wormser Stadtsiegel. Zudem trug sich die Germersheimer Delegation in das Gästebuch der Stadt Worms ein.
Besonders sportlich ging es anschließend weiter: Gegen 12 Uhr machte sich die Delegation mit ihren Fahrrädern auf den Rückweg nach Germersheim. Angeführt wurde die Gruppe von Bürgermeister Schaile. Mit dabei waren unter anderem die „Guggucksradler“ aus Sondernheim, einem Ortsteil Germersheims, Bürgerinnen und Bürger sowie Mitarbeitende der Stadtverwaltung Germersheim.
Mit der gemeinsamen Jubiläumsfahrt verband die Delegation historische Erinnerung mit Gemeinschaft, Bewegung und sportlicher Aktivität. Damit schlug sie eine ganz besondere Brücke zwischen den beiden Städten.
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