Historische Ortsführung in Pfiffligheim begeistert
„950-Jahre-Jubiläum“
Arnulf Kaju Kienast als „Vogt von Pfiffligheim“ vor dem „Gotischen Portal“.
Pfiffligheim hatte hohen Besuch aus Anlass des „950-Jahre-Jubiläums“. Mit Glockenschlag 17 Uhr schritt „Ritter Gerhard der Große von Erenberg“, dargestellt von Arnulf Kaju Kienast, gemessen über die Landgrafenstraße auf den kleinen Platz der ehemaligen Waage zu, wo er von 44 Besuchern aus Pfiffligheim und ganz Worms gespannt erwartet wurde. Einst war Ritter Gerhard Vogt des Dorfes und Besitzer der Erenburg im Ort! Überzeugend war der Darsteller in seine Rolle geschlüpft. Vor dem „Gotischen Portal“, das noch die Inschrift „1425“ trägt, erkannte der Ritter die Steinbögen seiner Burg wieder, was dann schönste Erinnerungen aus der Jugend des Ritters auslöste (Abb.). Ähnlich geschah es an dem ehrwürdigen Ziehbrunnen auf dem Anwesen der Familie Sczepurek, wo der Heimatverein symbolisch kühles Brunnenwasser verteilte, das dann während des gut eineinhalbstündigen Rundganges durch und um das alte Dorf gute Dienste tat. Es konnte dabei ein Blick in ein Kellergewölbe geworfen werden, das sich vom Anwesen der Ortsverwaltung aus über drei verschiedene Grundstücke erstreckt und im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzkeller verwendet wurde. Dessen Alter dürfte bis in das 16. Jahrhundert zurück gehen. Der weitere Rundweg verlief auf dem zugeschütteten Mühlgraben, führte am Standort der ehemaligen Erenburg vorbei, erlaubte sehr schöne Ausblicke auf die noch intakte Dorfsilhouette und vermittelte viel Wissenswertes über die Ortsgeschichte, was durch die bebilderten Infotafeln des Heimatvereins unterstützt wurde. Auch die drei noch erhaltenen Wasserwehre, mit denen einst die Pfrimm, der Mühlbach und die Bewässerung der Wiesen reguliert wurden, sind wertvolle Zeugen aus alter Zeit. Entlang der Pfrimm auf dem Leiselheimer Damm, der bereits im Mittelalter als Hochwasserschutz begonnen wurde, ging es weiter vorbei an der Freiheitslinde von 1798 durch das schmale Reilchen in den Hof der Herrnmühle, wo ein rustikales Buffet mit „Weck, Worscht und Woi“ lockte. Großen Dank sprach Heimatverein-Vorsitzender Theo Cronewitz dem Vorstand des Heimatvereins, dem Eigentümerehepaar des Anwesens, Angela und Theo Gatzen und natürlich Arnulf Kienast aus. Lang anhaltendes begeistertes „Handgeklapper“ unterstrich, wie gut seine Leistung und die ganze Veranstaltung aufgenommen worden war.