GASTRONOMIE: Nach Lockdown dürfen Restaurants und Cafés in Rheinland-Pfalz wieder Gäste bewirten
„Ab heute wieder für Sie da“
Servicepersonal mit Mundschutz – das ist nur eine der zahlreichen Auflagen, die Gastronomen bei ihrer Wiedereröffnung berücksichtigen müssen. Foto: stock.adobe.com/Andrey
VON VERA BEIERSDÖRFER | Ob ein Restaurantbesuch unter Auflagen die Menschen eher davon abhalten wird oder doch die Freude über ein wiedergewonnenes Stück Freiheit überwiegt, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Denn nachdem von der Landesregierung am Freitag die sechste Verordnung zur Corona-Bekämpfung veröffentlicht wurde, ist ein Café- oder Restaurantbesuch ab heute wieder möglich. Erlaubt ist in Gastronomiebetrieben sowohl die Außen- als auch die Innenbewirtung. Gastronomen müssen jedoch strenge Hygieneauflagen, wie Mindestabstand zwischen Tischen und Stühlen, beachten. Zudem werden den Gästen die Plätze zugewiesen und deren Adressen notiert. Die Café- und Restaurantbesitzer müssen die Kontaktdaten ihrer Gäste dann einen Monat lang archivieren, um mögliche Infektionsketten nachvollziehbar zu machen. An einem Tisch ist es erlaubt, alleine, im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands oder mit einer oder mehreren Personen eines weiteren Hausstands zu sitzen. Tische dürfen nicht geteilt werden. An Biertischen im Außenbereich dürfen maximal sechs Personen Platz nehmen, die älter als zwölf Jahre sind. Für Restaurantbesuche gilt eine Reservierungspflicht – Spontanbesuche sind nur erlaubt, wenn eine Anmeldung bei Ankunft erfolgt.
Ausreichend Desinfektionsmittel
„Zu den geltenden Hygienebestimmungen zählt auch, dass sich alle Besucher beim Betreten unserer Räumlichkeiten die Hände desinfizieren“, erklärt Aiden Airomlu, Geschäftsführer Restaurant & Bar „Hinz & Kunz“ in Worms. Er und sein Team freuen sich auf das Wiedersehen mit den Gästen. Hierfür liefen die Vorbereitungen in den vergangenen Tagen auf Hochtouren. „Wir sind angehalten, nicht nur im Eingangsbereich, sondern ebenfalls in den Toiletten für ausreichend Desinfektionsmittel zu sorgen. Zudem sollen wird den Gästen auf Nachfrage auch am Tisch etwas davon reichen können“.
Maskenpflicht für Gäste und Personal
Die „Handreichung Gastgewerbe - Hygiene und Schutzmaßnahmen“ besagt des Weiteren, dass alle Gäste verpflichtet sind, sowohl im Innen- als auch im Außenbereich einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Erst wenn die zugewiesenen Sitzplätze am Tisch eingenommen sind, kann die Maske für die Dauer des Sitzens abgelegt werden. Für die Mitarbeiter mit unmittelbarem Gästekontakt, die verständlicherweise keine anderthalb Meter Abstand beim Servieren einhalten können, gilt ebenfalls die Maskenpflicht. Um 22 Uhr ist dann jeden Abend Schluss. „Das war bei uns aber schon immer so, daher ändert sich an unseren Öffnungszeiten nichts“, so Airomlu.
Um sich während der coronabedingten Schließung ein zweites Standbein aufzubauen, hatte das „Hinz & Kunz“ auf einen Lieferservice gesetzt. „Das wurde dermaßen gut angenommen, dass wir uns dazu entschieden haben, diesen beizubehalten“.
„Nicht realisierbar“
Das Pfeddersheimer Ristorante „Da Pietro“ hatte zu Beginn der Corona-Einschränkungen direkt auf einen Fensterverkauf umgesattelt. Auch dieses Konzept wurde von Liebhabern der italienischen Küche sehr gut angenommen. Raimondo Corrado berichtet, dass der Familienbetrieb am heutigen Mittwoch seine Gasträume aufgrund der strikten Reglungen aber noch nicht wieder eröffnen wird. Als Beispiel nennt er die geforderte regelmäßige Toilettenreinigung. „Es ist uns nicht möglich die WC-Anlage stündlich zu putzen. Dafür müssten wir eine extra Reinigungskraft beschäftigen, denn meinen Servicemitarbeitern möchte ich diesen Job nicht übertragen. Ich fände es nicht gut, wenn jemand zwischen dem Bedienen der Gäste mal eben die Toilette putzt“. Außerdem würde er sich gemeinsam mit seinem Bruder Salvatore Gedanken darüber machen, wie sie Teller, Besteck, Gläser und Flaschen ordnungsgemäß desinfizieren können. „Unsere Idee wäre eine Spülecke außerhalb der Küche, um das benutzte Geschirr gar nicht erst dorthin zu bringen. Das wäre ein zusätzlicher Schutz, den wir unseren Gästen gerne bieten würden“. Bis alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen sind, wird „Da Pietro“ daher weiterhin den Mitnahme-Verkauf am Fenster anbieten.