
Von Marcus Diehl › Seit acht Jahren spielt der VfL Gundersheim in der Bezirksliga Rheinhessen. Sie haben sich längst etabliert in dieser Liga. Dies werden sie auch in der nächsten Saison machen. Momentan stehen sie vierzehn Punkte vor einem Nichtabstiegsplatz und vierzehn Punkte hinter dem Tabellenzweiten SV Horchheim. Trainer Kevin Boos ruft im Sommer vor dem Rundenbeginn die Parole aus, so schnell wie möglich die Punkte zu holen, um mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Wenn das in trockenen Tüchern ist, ist das nächste Ziel, besser abzuschneiden als in der Saison davor. Schon jetzt, nach 17 absolvierten Partien, wird der VfL an der zweiten Vorgabe arbeiten können – und sie sind auf einem guten Weg. In der letzten Saison landeten sie auf dem sechsten Tabellenplatz. Genau auf diesem Platz haben sie in der Pause überwintert.
„Unser weiteres Ziel sollten die 50 Punkte sein“, findet Kevin Boos. Überhaupt ist der Trainer mit dem bisherigen Saisonverlauf sehr zufrieden. Vor allem, was das Spielerische betrifft. Dabei hat sein Team sich nach vorne entwickelt, den nächsten Schritt in der Reife absolviert und das alles trotz einer sehr langen Verletztenliste. Das Einzige, was er moniert, ist, dass durch gewisse Probleme sein Team den einen oder anderen Sieg nicht geholt hat.
Der VfL steht auf einem sogenannten Platz im Niemandsland. Dabei besteht immer die Gefahr, dass ein Spannungsabfall die Mannschaft erreichen wird. Kevin Boos wird natürlich dagegenwirken. Dass er ohne Druck arbeiten kann, birgt für ihn sogar eine gewisse Chance. Dafür möchte er diese Zeit wertvoll nutzen, um an einzelnen Grundlagen zu arbeiten. Was manchmal in einer Saison nicht immer möglich ist. „Ich kann für mich als Trainer sagen, dass ich weiter sehr ambitioniert bin und die Mannschaft weiterentwickeln möchte, auch wenn es tabellarisch vielleicht nicht allzu interessant mehr ist.“
Strebt der VfL in naher Zukunft den nächsten Schritt an und peilt vielleicht die vorderen zwei Tabellenplätze an? Das ist eine interessante Frage, und der Verein unternimmt einiges, um es zu ermöglichen. Die Macher beim VfL haben ihren Club sukzessive in der Infrastruktur auf eine höhere Ebene gebracht und vieles positiv weiterentwickelt.
„Wir sind ein Dorfverein und werden es auch bleiben. Trotzdem kann der VfL einiges bieten und ist dabei noch nicht am Ende“, sprach Kevin Boos. Für ihn ist es ein Ziel, irgendwann einmal da oben anzugreifen, um einfach das Gefühl zu bekommen, was passieren könnte. Aber alles zu seiner Zeit. Er mahnt gleichzeitig, dass es im Fußball schnell bergauf, aber umgekehrt auch schnell in die andere Richtung gehen kann.
Fast der größte Meilenstein wird das Projekt Kunstrasen sein. Noch in diesem Jahr soll es endlich realisiert werden. Damit kann Gundersheim mit einer sehr guten sportlichen Anlage dienen. Als Trainer möchte Kevin die Weiterentwicklung gerne vorantreiben und das über die Saison hinaus. Zum jetzigen Zeitpunkt sind er und der Verein in einem guten und engen Austausch, wo noch Kleinigkeiten besprochen werden müssen.
Fußballerisch verspricht sich der Coach einiges vom zukünftigen Untergrund. „Wir wollen attraktiven Fußball bieten, was uns auswärts schon teilweise gelungen ist. Zuhause ist es zurzeit schwieriger umzusetzen. Jedoch halten wir auch zu Hause an unserem Plan fest und die Jungs machen es unter diesen teilweise schwierigen Bedingungen wirklich gut.“
Gar nicht festlegen möchte Kevin, wenn es um den Ausgang des „Wormser“ Titelrennens geht. „Das ist schwierig zu sagen, beide, Neuhausen und Horchheim, haben ihre Qualitäten. Auf jeden Fall hat es der verdient, der am Ende oben stehen wird.“ Er sieht das Ganze auch mit einem weinenden Auge, denn die reizvollen Derbys werden wegfallen und die weiten Fahrten in Richtung Mainz nehmen zu. Sie werden es annehmen, wie es kommt.