
Von Marcus Diehl › Sogar der Himmel verdrückte einige Tränen. Pünktlich zum Start des Empfangs anlässlich der Deutschen Tennismeisterschaften der Jungsenioren begann es am Samstagvormittag zu regnen. Nach 17 Jahren sollte der der TC Bürgerweide (TCB) am Wochenende zum letzten Mal der Organisator des Turniers sein. In Zukunft werden die Altersklassen 30 und 35 nach Bad Neuenahr verlegt und damit in die Deutsche Seniorenmeisterschaften integriert.
Was 2009 begann, entwickelte sich für die Stadt Worms zum Aushängeschild. Dietloff von Arnim, Präsident des Deutschen Tennisbundes, betonte: „Vor 18 Jahren war das Turnier am Ende. Ich kann nur sagen, vielen Dank dass wir hier sein durften. Ihr habt mehr daraus gemacht, als wir erhoffen durften.“
Dass sich die Sportlerinnen uns Sportler mehr als wohl gefühlt haben, zeigt die positive Resonanz auf den sozialen Medien. Für den TCB war es jedes Jahr über Monate hinweg ein enormer Aufwand: Die Plätze mussten hergerichtet werden, Spielpläne organisiert, Übernachtungen koordiniert und zahlreiche Abläufe abgearbeitet werden – getragen von zahlreichen helfenden Händen. Ohne das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder, ist so etwas nicht zu stemmen, mehr als 20.000 Stunden kamen dabei zusammen. Ein Zeichen für intakte Vereinsarbeit.
Stellvertretend sind dabei die beiden Vorsitzenden Sascha Kaiser und Thomas Petzold zu nennen. Sie gaben aber das Lob sofort weiter. So Sascha Kaiser: „Der Stolz überwiegt, was wir als Verein in all den Jahren geleistet haben. Die vielen helfenden Händen, der Zusammenhalt als Verein, als Team.“ Ins gleiche Horn blies Thomas Petzold: „Ich kann ebenfalls nur Danke sagen, an alle die sich bei uns eingebracht haben und dies sicher weiterhin tun werden.“
Zahlreiche Ehrengäste aus Sport, Politik und Wirtschaft waren eingeladen. Darunter Marcus Klein, der Sportminister von Rheinland-Pfalz, der das Ehrenamt hervorhob: „Es ist keine Selbstverständlichkeit, so etwas 17 Jahre lang zu veranstalten. Sport und Ehrenamt gehen nur in einer Hand. Ich möchte mich bei allen Ehrenamtlichen bedanken. Ohne Ehrenamt kein Sport.“
Bürgermeisterin Stephanie Lohr betonte die Bodenständigkeit des Vereins und die tolle Jugendarbeit. Sportdezernent Timo Horst sprach über die Wichtigkeit des Sports für die Stadt und, dass „der TCB sinnbildlich für seine kreative Ideen steht“. Rührende Worte kamen von Ilse Lang, Ehrenbürgerin der Stadt Worms und große Förderin des TCB: „Ich war früher oft alleine, hier habe ich eine zweite Familie gefunden. Liebe Menschen und der große Zusammenhalt sind der Schlüssel für den Erfolg.“
Dass der TC Bürgerweide für Innovationen steht, zeigt das frühe Erkennen für die Trendsportart Padel, für einige sogar schneller als der Verband selbst. Jan Hanelt, Präsident des Tennisbundes Rheinhessen: „Es ist fraglich, ob Tennis in den nächsten 50 Jahren als Monosport überleben kann. Wir müssen die Rücksportarten (Rückschlagspiele) vereinen.“ Als Dankeschön an den Verein übernahm der Verband die Kosten für den Brunch, organisiert vom Restaurant Parthenon auf vom Vereinsgelände.
17 Jahre Deutsche Meisterschaften. Über 1.500 Spielerinnen und Spieler. Mehr als 100 Deutsche Meisterinnen und Meister. Hinter diesen Zahlen steckt mehr als ein Tennisturnier. Sascha Kaiser resümiert: „Wir wollen Identität schaffen ohne Geld. Ein weinendes Auge bleibt zurück, wir sind aber nicht total enttäuscht. Wir sehen es als Chance, um in der Zukunft neue Projekte angehen zu können.“
Zeit zum Ausruhen gibt es nicht für den TCB. Von Freitag bis Sonntag organisiert der Verein zum ersten Mal die Doppelmeisterschaften in Rheinland-Pfalz – und das in den Altersklassen von den Aktiven bis zu den Herren 70. Die Bürgerweide setzt sich nicht zur Ruhe. Gestützt von einer großen Helferschar aus den eigenen Reihen.