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  • Di., 26. Juli 2016, 11:26 Uhr
    Nach 60 Jahren: Der alte Blau-Weiß-Sportplatz ist nur noch Geschichte / Letztes Spiel für Hartplatzhelden / Neuanfang in Neuhausen

    Abschied von vertrauter Heimstatt

    Sie schrieben einst Fußballgeschichte für den FC Blau-Weiß Worms im blau-weißen und für den ASV Nibelungen Worms im grün-weißen Spieldress. Foto: Klaus Diehl


    VON KLAUS DIEHL Zugegeben, der Hartplatz am ehemaligen Schweißwerk, umgeben vom alten Schlachthof an der Vangionenstraße, bietet nicht gerade einen besonders schönen Anblick. Dennoch war er 60 Jahre lang Heimstatt des Familienvereins FC Blau-Weiß Worms mit selbst erbauten Sportheim, sanitären Anlagen und der Feiermeile im Freien. Viele Schlachten in guten und schlechten Zeiten wurden auf dem Sportgelände ausgetragen, Kinder und Jugendliche in großer Zahl dem Fußball und damit der Gemeinschaft näher gebracht. Doch die Zeichen der Zeit gingen auch an den Blau-Weißen nicht vorbei. Der Nachwuchs wollte nicht mehr auf dem staubigen Hartplatz spielen und auch was die Aktiven betrifft, hatte man besonders in den letzten zwei Jahren enorme personelle Probleme. Der Verein FC Blau-Weiß Worms lief gar Gefahr, für die kommende Saison ganz aus dem sportlichen Blickfeld der Stadt Worms zu verschwinden. Da galt es jetzt den Bock umzustoßen und nach einer gedeihlichen Zukunft für den Verein zu suchen, zumal am 31. Dezember 2017 der Pachtvertrag mit der Stadt Worms, der das Gelände gehört, ablaufen würde. So konnte man erreichen – auch durch Vermittlung der Stadtoberen – vertraglich beim TuS Neuhausen – ebenso wie der SV Suryoye Worms – Unterschlupf zu finden. Ein  logistisches Problem? Nein, sagen alle Beteiligten, vielmehr machbar. Es ist zu hoffen und zu wünschen, dass diese Kooperation auch funktionieren wird. Allen drei Vereinen ist gemeinsam, dass die Jugendarbeit neu aktiviert werden muss, was man gemeinsam in die Wege leiten möchte.

    Dennoch war der Abschiedsschmerz am letzten Samstag an der Vangionenstraße mit vielen Gästen groß und es war zu spüren, dass die Blau-Weiß-Familie einen großen Zusammenhalt auszeichnet. Diese Stimmung gilt es nun mitzunehmen, wenn am 7. August um 13 Uhr das erste Heimspiel der Saison 2016/2017 für die Blau-Weißen gegen TuS Monsheim II auf dem Rasenplatz in Neuhausen angepfiffen wird. Sportlich hofft der Verein ebenfalls auf bessere Zeiten, nachdem zuletzt einige abgewanderte Spieler und auch echte Neuzugänge den Weg zu den Blau-Weißen gefunden haben und  endlich auch ihre Heimspiele auf einem Rasenplatz austragen zu können. Die Hoffnungen ruhen zusätzlich auf dem einstigen Blau-Weiß-Meistertrainer  Klaus Müller mit Unterstützung von Torhüter-Oldie Michael „Schumi“ Schumacher. Nicht fehlen darf und wird auch Betreuer „Schorsch“ Leinhaas, der einst als Bub im Sandkasten auf dem Sportgelände einen Großteil der Blau-Weiß-Geschichte seit dem Jahr 1946 miterlebt hat. Besonders aber auch den 1. Vorsitzenden Wolfgang Beth, der beim Abschiedsabend durch den Verein für seine jahrzehntelangen Verdienste eine besondere Ehrung erfuhr.

    Mit einem vereinsinternen Kleinfeld-Turnier und einem Spiel der Blau-Weiß-Meistermannschaft 1995/96 gegen die alten Kontrahenten des ASV  Nibelungen Worms wurde der letzte Torschuss abgeliefert. Noch lange saß die Blau-Weiß-Familie in fröhlicher Runde zusammen, wobei Organisator Christian Beth mit Bildern und Videos vergangene Zeiten noch einmal aufleben ließ. Es wurde bei besten Temperaturen eine sehr schöne und lange blau-weiße Nacht, wobei die Besucher auch etliche von Aileen Beth gefüllte kleine Gläser mit Hartplatzasche mit nach Hause nahmen. Aber auch mit der Gewissheit: „Niemals geht man so ganz“, von DJ Ralf Großmann aufgelegt.

    Für die Blau-Weiß-Oldies spielten Andreas Brück, Frank Hampel, Pascal Möller, Jörg Kapper, Thorsten Schwittai, Marco Blair, Örsal Namyk, Christian Beth, Simon Williams, Michael Wimmer und Alex Schlachter. Ihren zweiten Torhüter und Stadtrat Uwe Gros lieh man an die Nibelungen-Auswahl mit Karl-Heinz Hendrich, Jürgen Laubmeister, Thomas Selzer, Arno Bauer, Erich Selzer, Peter Scherer, Thomas Hagelauer und Klaus Müller, unter der souveränen Leitung des 80 Jahre alten Schiedsrichters Steffan „Männe“ Köcher, aus. Eine geballte Fußballmacht einstiger besserer Nibelungenzeiten, die auch mit 3:1 die Oberhand behielten.
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