Wünschewagen: Orthomol unterstützt ASB-Ehrenamtsprojekt mit 5.000 Euro-Spende / Dankbarkeit der Menschen gibt viel zurück
Abschiedsreise für Schwerstkranke, Angehörige und Helfer
Machen sich gemeinsam stark für das Projekt Wünschewagen in Rheinland-Pfalz. Das „Team ASB” und „Team Orthomol” bei der Scheckübergabe am Mittwoch in Worms. Von links: Ralf Hofmann, Joachim Köhm, Daniela Düttra, Iris Bofarull, Dirk Beyer, Christina Kunde, Jürgen Bähr, Sabine Riedel und Sascha Harst. Foto: Steffen Heumann
VON STEFFEN HEUMANN Seit Anfang Januar 2017 hilft das ASB-Ehrenamtsprojekt sterbenskranken Menschen auf der Schluss-Etappe ihres Lebens kostenfrei einen letzten Wunsch zu erfüllen. Bislang konnten mit dem Wünschewagen 16 Fahrten realisiert werden. Spenden und ein Team aus derzeit 44 geschulten freiwilligen Helfern mit entsprechender Erfahrung im Rettungsdienst und medizinisch-pflegerischer Betreuung leisten einen wertvollen Beitrag für Betroffene und deren Angehörigen, für die Krankentransporte aus organisatorischen oder finanziellen Gründen nicht leistbar sind. Am Mittwochmorgen freute sich der Arbeiter-Samariter-Bund auf den Besuch des Orthomol-Teams aus Mannheim. Mitarbeiter des Unternehmens, dem Weltmarktführer im Bereich orthomolekularer Ernährungsmedizin mit Sitz in Langenfeld, hatten sich intern für das ASB-Projekt stark gemacht und überbrachten eine Spende in Höhe von 5.000.
Projektleiter Dirk Beyer vom ASB zog trotz der Komplexität bei der Umsetzung der Aufgabe eine äußerst zufriedenstellende Bilanz der bisherigen Aktivitäten. Die Erfüllung der Wünsche erfordere eine zeitnahe Umsetzung, da die Lebenserwartung der Menschen begrenzt sei. Die Zusammenarbeit mit Hospizen, Palliativstation und Pflegeeinrichtungen funktioniere dabei gut, lobt Dirk Beyer. Auch die Erfahrungen der Kollegen, die die Wunschfahrten begleiten, seien äußerst positiv. „Die Dankbarkeit der Menschen gibt viel zurück”, erklärt Beyer. Zu erleben, wie Sterbenskranke für kurze Zeit wieder Lebensmut aufbauen, erzeuge bei allen Beteiligten eine positive Stimmung. Leid und Krankheit seien für wertvolle Momente vergessen. Nicht zuletzt deshalb stelle man sich der Herausforderung mit einem hoch emotionalen Thema, so Dirk Beyer und ASB-Geschäftsführer Ralf Hoffmann.
Iris Bofarull Referentin für orthomolekulare Medizin bei Orthomol stellvertretend für ihr Team: „Die Arbeit, die die Ehrenamtlichen für das Projekt Wünschewagen leisten, verdient großen Respekt.”
Joachim Köhm, ASB-Vorsitzender, ergänzt: „Man darf nicht vergessen, es ist für Betroffene und Angehörige eine Abschiedsreise. Um diesen letzten Wunsch zu realisieren, machen wir das”. Köhm selbst machte sich am Mittwoch auf den Weg Richtung Nordsee, um einen Fahrgast mit Tumorerkrankung nach einem Kurzurlaub abzuholen und wieder in ein Hospiz nach Koblenz zu verbringen. Christina Kunde vom ASB in Ludwigshafen berichtete von einer ihrer Fahrt mit dem Wünschewagen in die Schweiz. Ein älteres Ehepaar wollte noch einmal den Ort ihrer Hochzeitsreise besuchen. Ein Erlebnis, bei dem Menschen für kurz Zeit von ihrer Krankheit loslassen können. Aber auch vor der Realität können die Helfer die Augen nicht verschließen: Beide Eheleute verstarben wenige Tage nach dem gemeinsamen Urlaub. Bewusst wollte die Ideengeber des Projektes auch das gesellschaftliche Thema Sterben und Tod in die Öffentlichkeit bringen, um den Umgang darüber miteinander zu diskutieren. Mehr Infos über die Möglichkeit zum Spenden oder sich als ehrenamtlicher Helfer für das Projekt zu engagieren gibt es unter www.wünschewagen.de