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Mo., 20. März 2023, 11:51 Uhr
Handball Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Männer: HSG Worms unterliegt den Südpfalz Tigern trotz kämpferischem Kraftakt unglücklich mit 28:32 (12:14)
„Abstiegskampf ist brutal anstrengend“
Abstiegskampf ist schmerzhaft. HSG-Spielmacher Jona Eschbach (am Ball) ging für sein Team im Angriff auch dorthin, wo’s weh tut. Am Ende aber standen die Wormser Drachen nach der Partie gegen die Südpfalz Tiger trotz einer kämpferisch starken Leistung mal wieder mit leeren Händen da. Foto: Felix Diehl
Von Jürgen Jaap > Vom Schlachtenglück nahezu verlassen, von Corona arg geschwächt und von der Tabellensituation mental offenkundig angezählt: So stellt sich zum Frühlingsbeginn im letzten Drittel der Saison 2022/2023 die Situation der Handballer der HSG Worms in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar dar. Auch gegen die SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam gelang es den Wormser Drachen nicht, den herbeigesehnten Bigpoint im engen Abstiegsrennen zu erzwingen. Trotz einer starken kämpferischen Vorstellung hatte die Truppe von HSG-Trainer Marco Tremmel am Ende – wieder einmal in dieser verflixten Saison – mit 28:32 (12:14) das Nachsehen. Nach dem Schlusspfiff feierten einzig die Südpfalz Tiger, die Wormser Drachen schlichen mit tief gesenkten Köpfen zurück in die Umkleiden der Nikolaus-Doerr-Halle.
Über Kampf findet Worms ins Spiel
Nur Marco Tremmel verharrte noch ausgiebig nach dem Schlusspfiff wortlos auf der Spielerbank der Wormser. „Abstiegskampf ist brutal anstrengend“, fasste der Handball-Routinier nach langem Sinnieren das Geschehen der bitteren 90 Minuten zuvor zusammen. Worms war über 45 Minuten mindestens auf Augenhöhe mit dem Tabellensiebten, fand nach kurzen Anlaufschwierigkeiten gegen eine spielerisch starke Gastmannschaft über Kampf ins Spiel. „Wir waren dran, wir hätten punkten können“, konstatierte Marco Tremmel. Ganz bitter aus Sicht des Wormer Coaches: „Es waren nur Kleinigkeiten, die fehlten – und in der Schlussviertelstunde die Kraft ob zuletzt durch Corona-Erkrankungen etlicher Spieler eingeschränkte Trainingseinheiten.“
Kimpel und Knobel werfen HSG nach vorne
Die 23:35-Klatsche gegen den direkten Abstiegskonkurrenten VTZ Saarpfalz hatten die Wormser Drachen aus den Trikots geschüttelt. Die 6:0-Abwehr vor dem in der ersten Hälfte klasse agierenden HSG-Keeper Sebastian Volk packte beherzt zu. Gleiches galt allerdings für die aggressive 3:2:1-Abwehr der Südpfalz Tiger. So ging es in einer ausgeglichenen und vom Kampf geprägten Partie hin und her, meist mit einem kleinen Vorsprung der Pfälzer bis hin zum knappen 12:14 zur Halbzeit-Pause. Aus der kam speziell HSG-Rückraum-Shooter Marco Kimpel mit Macht auf die Platte zurück. Drei Treffer durch Kimpel, sowie dazu prima Angriffe über Spielmacher Jona Eschbach und Tim Knobel aus der linken Halbposition sorgten dafür, dass die Drachen mit 19:18 (39.) in Führung gingen.
Technische Fehler bringen Worms aus der Bahn
Was dann folgte, beschreibt HSG-Vorsitzender Thorsten Schlüter, der in Personalunion noch als Hallensprecher einsprang, wie folgt auf den Punkt: „45 Minuten habe ich den Eindruck, wir gehören vollkommen in die Oberliga, aber dann geht hinten raus alles schief.“ Drei leichte Ballverluste warfen Worms just in dem Moment, als sie am Drücker schienen, aus der Bahn. Die Südpfalz Tiger nutzten die Fehler der in der letzten Viertelstunde konditionell abbauenden Wormser eiskalt aus. Und weil zudem die beiden jungen Wormser Torhüter Sebastian Volk und Maximilian Wald keinen der Würfe der Pfälzer in Hälfte zwei parieren konnten, schraubten die Südpfalz Tiger das Ergebnis schnell auf 23:28 (55.). Das Spiel war den Drachen binnen weniger Minuten aus den Händen geglitten – und die Gäste durften mit dem in Handball-Hallen gern zelebrierten „Auswärtssieg, Auswärtssieg, Auswärtssieg!“ im Kreis tanzend den 28:32-Erfolg bejubeln.