Mo., 14. Juli 2014, 10:50 Uhr
Doppelausstellung im Kunstverein und dem Kunsthaus Heylshof wurde am Sonntag eröffnet
Achim Freyers Malereien, Zeichnungen und Bühnenbildentwürfe
VON REGINA URBACH Im Jahr eines 80. Geburtstags wurde dem erfolgreichen Maler, Bühnen- und Kostümbildner Achim Freyer in Worms eine Doppelausstellung gewidmet. Bis 14. September können seine Entwürfe zu Figuren aus Wagners „Ring“ der Inszenierungen in Mannheim und Los Angeles im Museum Heylshof bewundert werden. Und der Kunstverein stellt bis 17. August Zeichnungen, Kohlezeichnungen und Malereien zu Landschaften und Figuren aus. Dazu kooperieren Kunstverein, Nibelungenmuseum, Nibelungenfestspiele und Nationaltheater Mannheim.
Am Sonntag fanden beide Eröffnungen statt: im Museum Heylshof mit Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek und Ulrike Standke vom Nibelungenmuseum und im Kunstverein mit Petra Simon (Nibelungenfestspiele-Künstlerbüro) und Dr. Dietmar Schuth vom Kunstverein. Dort sind Werke aus allen Schaffensphasen des in der DDR geborenen und 1972 in den Westen emigrierten Künstlers versammelt, dem die Freude über die gut besuchten Vernissagen anzusehen war: Zeichnungen aus den 60er Jahren, die sich vom sozialistischen Realismus absetzen, abstrakte Großgemälde, Kohlezeichnungen von Landschaften oder die prominente Serie kindlich anmutender Dämonengesichter aus den 90er Jahren.
Dämonen auf die Leinwand gebannt
Im toskanischen Häuschen des Künstler habe es gespukt, erzählte Kurator Dr. Dietmar Schuth zur Einführung, und Freyer habe diese Dämonen auf Leinwand bannen müssen. Gemeinsam seien ihnen eine Nase, die ins Vergangene gerichtet ist (meist nach links), Augen, die den Betrachter im Jetzt direkt anblicken und Ohren, die in die Zukunft lauschen (nicht immer gut zu erkennen). Schon zur Wagnerausstellung 2012 hatte der Kunstverein Werke von Freyer gezeigt.
Freyer ist ein extrem produktiver Künstler. „Manchmal male ich fünf Bilder an einem Tag, bei den schwereren Arbeiten eher einen Monat an einem einzigen“, erzählte er auf der Vernissage. Bei den Bühnenbildern sei das zähe Ringen, bis sie tatsächlich Teil einer Aufführung werden, immer wieder nervenaufreibend gewesen. „Und trotzdem mache ich dann doch wieder welche!“ Zur Einstimmung hatte er ein assoziatives Poem verfasst, das er statt großer Worte – ganz zwangloser Künstler – in schwarzem Anzug mit Turnschuhen und mit schelmischem Lächeln verlas. „Kunst-zwischen-das-ist-es- vielleicht-nicht“ war da etwa zu hören; die Zuhörer quittierten es ebenfalls lächelnd.
Der fertige Katalog hatte es nicht mehr zur Eröffnung in den Kunstverein geschafft, wird aber in Bälde erwartet.
Kunstverein Worms
Renzstraße 7-9, 67547 Worms
Öffnungszeiten: Mittwoch 18-20 Uhr, Freitag-Sonntag 15-18 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Dauer der Ausstellung bis 17. August 2014
Museum Heylshof
Stephansgasse 9, 67547 Worms
Öffnungszeiten: Dienstag- Sonntag 11-17 Uhr
Eintritt: Erwachsene 3,50 Euro, Kinder/Jugendliche 1 Euro
Dauer der Ausstellung bis 14. September