
Madeira, die Blumeninsel im Atlantik, oder Insel des ewigen Frühlings, war Ziel der diesjährigen Wanderreise. Die Hauptstadt Funchal mit den malerischen Gassen in der Altstadt empfing mit typischer Kolonialarchitektur und mediterranem Ambiente. Die Gruppe besuchte den Mercado dos Lavradores (Bauermarkt) und tauchten ein in ein Gewühl aus Mangos, Tintenfischen, Handtaschen, Azaleen, Bananen, Poncha-Schnaps und knallbunten Strelizien.
Das Hotel Quinta do Sol, in dem alle bestens untergebracht waren, war Ausgangspunkt der täglichen Wandertouren. Es wurde in zwei Gruppen gewandert. Die Genießer und die Sportive Gruppe wurden von Wanderführern der Firma pico tours geleitet.
Die erste Tour startete am Ostkap Madeiras das durch seine karge Schönheit beeindruckte. Auf dieser Wanderung wird der vulkanische Ursprung der Insel besonders deutlich und es sind seltene endemische Pflanzen zu bestaunen. Von hier reicht der Blick weit über die fast senkrecht ins Meer hinabstürzende Steilküste mit ihren schroffen Formationen. Der Abschluss dieser Wanderung war im zweitgrößten Ort auf Madeira, in Machico, einem ursprünglichen Hafenstädtchen.
Am nächsten Tag, nach dem Besuch des Sonntagsmarktes von Estreito, trennte sich die Gruppe. Die leichtere Tour wanderte von Estreito entlang der Nevada do Norte zum Cabo Girao – der höchsten Steilklippe Europas. Vom gläsernen Balkon gab es einen atemberaubenden Blick in die Tiefe.
Für die anspruchsvolle Tour führte der Weg aufwärts von Estreito nach Curral das Freiras ins Nonnental. Hier trafen sich die beiden Gruppen und wir hatten Gelegenheit, den Kastanienkuchen, eine Spezialität in dieser Region, zu genießen.
Die Wanderung am fünften Tag ging für die große Tour in Faja da Nogueia los, durch einen abenteuerlichen Tunnel, bis zum spektakulären Krater Caldeirao Inferno und dann weiter zum Caldeirao Verde. Hier trafen sich beide Gruppen und wanderten nach Queimadas. Unterwegs erfuhren wir mehr über den Bau der Levadas und ihre Bedeutung für die Insel. Am Ende des Tages besuchten wir die Zuckerrohrfabrik und es gab für alle einen Poncha – den typischen Inselcocktail.
Mit der Forellen-Levada, am sechsten Tag, von Ribeiro Frio nach Portela begann einer der spannendsten Wanderwege Madeiras. Die Tour hatte alles, was einen Levadaweg interessant macht. Felsdurchbrüche, Tunnels und vor allem die üppige Vegetation eines subtropischen Lorbeer-Bergwaldes.
Am letzten Tag starteten alle gemeinsam am Pico do Arieiro und schon auf den ersten Metern des Weges war die atemberaubende Berglandschaft zu sehen. Die Wanderung für die Sportiven ging über den spektakulären Gipfelpfad zur Berghütte am Pico Ruivo und da trafen die Wanderer, die weniger und bequemer liefen, wieder zusammen. Von der Berghütte erklommen einige noch den Gipfel des Pico Ruivo (Madeiras höchster Berg) wo uns nochmal ein Wahnsinns-Blick auf das Bergmassiv belohnte. Anschließend besichtigten wir in Santana die denkmalgeschützten Casas de Colmo (Strohhäuser) spitzgiebeligen Häuschen, deren strohgedeckte Dächer bis zum Boden reichten.
Einige Wanderer nutzten die Freizeit, um mit den „carreiros“ den traditionellen abenteuerlichen Weg über 2,5 km im Korbschlitten zu fahren. Es ist das wohl witzigste Verkehrsmittel der Insel. Es waren acht erlebnisreiche, harmonische, aber auch anstrengende Tage, auf einer beeindruckenden Wanderinsel.
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