Die Gratiszeitung für Worms und das Nibelungenland
Sie sind hier: Startseite » Sport » Adler-Express überrollt Köln mit 5:2 Toren
Sa., 12. März 2016, 00:07 Uhr
Die Mannheimer Eishockey-Cracks besiegen die Haie mit ihrer besten Saisonleistung und stehen am Sonntag in einem Art „Endspiel“ in der Domstadt
Adler-Express überrollt Köln mit 5:2 Toren
Der Kölner Charly Stephens (weißes Trikot) und der Mannheimer Dominik Bittner lieferten sich einen heftigen Fight. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Adler standen in den Pre-Play-Offs mit dem Rücken an der Wand und keiner gab mehr einen Pfifferling auf die Cracks im blau- weiß-roten Dress. Hätten die Mannheimer am Freitag verloren, wäre die Saison beendet gewesen. Aber die Nordbadener haben die Prüfung bestanden und zeigten ihre beste Saisonleistung. Mit 5:2 (0:0/4:1/1:0) Toren schossen sie unter dem frenetischen Jubel der 12.700 Zuschauer die Kölner Haie aus der SAP-Arena. Von Beginn an gaben die Cracks im blau-weiß-roten Dress mächtig Gas und dominierten die Partie. Kampf, Leidenschaft, Wille und Laufbereitschaft stimmten vom ersten Moment an. So wie am Freitag hätten sich die Zuschauer ihre Adler die ganze Saison über gewünscht.
Nachdem die Haie das erste Match der Best-of-three Serie am Mittwoch mit 6:3 Toren gewonnen hatten, kommt es am Sonntag in Köln zur dritten Begegnung, einer Art Endspiel. Der Sieger nimmt an den Haupt-Play-Offs teil, für den Verlierer ist die Spielzeit vorbei. Sollte Mannheim gewinnen, würden sie auf Red Bull München treffen.
Die Haie waren am Freitag in der SAP-Arena im ersten Drittel durchaus hellwach und es stand nach 20 Minuten nur 0:0 unentschieden. Aber nach den zwei schnellen Toren der Adler im zweiten Drittel zum Zwischenstand von 2:0 stellten die Haie das Eishockey spielen weitgehend ein und konzentrierten sich auf Fouls, Provozieren und ihren Frust abbauen. Spätestens nach dem 3:0 in der 30. Minute agierten die Kölner mit Wut im Bauch und ohne Cleverness. Von einer Profimannschaft erwartet man eigentlich mehr Abgeklärtheit. Die ab dem zweiten Drittel desolaten Haie hatten es nur extrem schwachen Schiedsrichtern zu verdanken, dass ihr grobes Foulspiel und ewiges Provozieren nicht geahnte wurden. Was die Unparteiischen zeigten, war wieder einmal ganz, ganz schwach und aufbahrte die gewaltige Krise bei den deutschen Eishockey-Schiedsrichtern.
Im Nachhinein betrachtet, war sich Köln wohl zu sicher gewesen, zu siegen, und hatte die Adler unterschätzt. In der Domstadt hatte man den Mannheimern, nach den zuletzt grottenschlechten Auftritten in der Punktrunde, solche eine Leistungsexplosion wohl nicht zugetraut.
Es hatte bei den Kölner Spielern übrigens den Anschien, als hätten sie gezielt die Mannheimer Topstars Ryan MacMurchy und Jochen Hecht mit der Hoffnung provoziert, dass diese sich zu Revanchefouls hinreißen lassen und eine große Strafe kassieren. Dann wären sie nämlich beim dritten Spiel am Sonntag gesperrt gewesen. Sollte dies die Taktik gewesen sein, ging sie allerdings nicht auf. Beide werden am Sonntag in der Domstadt auf dem Eis stehen.
Doch sollte sich kein Adler-Fan nach dem 5:2 Triumph etwas vormachen, es war nur ein Sieg, mehr nicht. In der Serie steht es jetzt 1:1 nach Siegen und am Sonntag ist ein ganz neues Match, das ganz anders verlaufen kann. Alle Eishockey-Fans könne es life auf Servus TV im Free-TV mitverfolgen.
Zur Chronologie
1. Drittel
Die erste große Chance hatte Haie-Verteidiger Frederik Eriksson in der 3. Minute. Aber er scheiterte ebenso wie wie auf der Gegenseite Glen Metropolit. Die Adler sehr konzentriert und mit viel Druck auf das Kölner Tor. Aber die Abwehr der Domstädter stand stabil. Die Lauf- und Kampfbereitschaft stimmte bei den Mannheimern. Insgesamt ein flottes und offensives Match von beiden Teams. Dazu passte die tolle Play-Off-Stimmung in der SAP-Arena. Die Raubvögel auch in der Folge mit guten Chancen, aber Hospelt (9. Min), Wagner (9.Min) und Hecht (10.Min) verpassten. Wobei die Haie keineswegs passiv waren. Der Kölner Dragan Umicevic vielleicht mit der größten Möglichkeit. Dann brannte es wieder vor dem Gehäuse der Domstädter. In der 13. Minute hatte erst Verteidiger Dany Richmond und dann Martin Buchwieser für Mannheim gute Chancen. Nur eine Minute spätere verpasste auf der Gegenseite Charly Stephens nur knapp. Dann musste Mannheim vier harte Minuten überstehen, denn zweimal kurz hintereinander musste Christoph Ullmann auf die Strafbank. Aber die Blau-Weiß-roten überstanden die Kölner Druckphase und so ging es mit dem 0:0 in die Kabinen. Fazit: Ein tolles, packendes Drittel. Das einzige was fehlet, waren die Tore. Torschüsse: Mannheim 10 - Köln 3
2. Drittel
Die Adler auch im zweiten Abschnitt im Vorwärtsgang. Zunächst hatte Christoph Ullmann in der 22. und 23. Minute zwei tolle Chancen, ehe Moritz Müller für die Haie in der 24. Minute eine dicke Gelegenheit liegen ließ. Ab der 25. Minute die Mannheimer dann in Überzahl. Dies ließ sich Jon Rheault nicht entgehen und schoss zur 1:0 Führung für die Nordbadener ein. Nur eine Minute später erhöhte Christoph Ullmann auf 2:0 für die Adler. Im Anschluss gab es mehrere kleine Raufeinlagen. Zunächst gerieten sich Jochen Hecht und Nicholas Latta in die Haare, dann waren es Dominik Bittner und der Kölner Charly Stephens. Danach wurde wieder Eishockey gespielt und Adler-Verteidiger Matt Lashoff hämmerte zum 3:0 für die Blau-Weiß-Roten ein. Jetzt stand das Stadion Kopf. Die Partie nun sehr hart und von Nickligkeiten geprägt. Besonders bei den Haien lagen die Nerven blank und sie begingen Frust-Fouls. Speziell Moritz Müller kämpfte mit seinem Nervenkostüm und hatte sich nicht mehr ganz im Griff. Die Mannheimer gaben die richtige Antwort auf dem Eis und Jochen Hecht versenkte in der 35. Minute den Puck zum 4:0 im Kölner Gehäuse. 20 Sekunden vor Drittelende der 1:4 Anschlusstreffer durch Johannes Salmonsson. Fazit: Die Adler überrollten die Haie, die ihren Frust mit Fouls abreagieren. Torschüsse: Mannheim 13 - Köln 11
3. Drittel
Die Adler legten in der 44. Minute nach. Christoph Ullmann hatte zum 5:1 eingehämmert. Dies schien die Vorentscheidung zu sein und die Partie plätscherte ein wenig dahin. Dann musste Adler-Stürmer Andrew Joudrey auf die Strafbank und Haie-Stürmer Dragan Umicevic verkürzte auf 2:5 Tore. Es folgten zahlreichen Nickligkeiten und Rauferien, die allesamt von frustrierten Haien ausgingen. Dann waren noch fünf Minuten auf der Uhr und die Kölner probierten es noch einmal mit Eishockey spielen. Doch war dies nur ein kurzes Aufflackern, dann gingen gedemütigte Haie wieder zum Prügeln über, doch änderte dies an der verdienten Niederlage nichts mehr. Fazit: Engagierte Adler bringen den Sieg nach Hause, frustrierten Haien helfen auch Prügeleinlagen nicht mehr. Torschüsse: Mannheim 9 - Köln 6
Schiedsrichter: Brüggemann / Piechaczek Strafen:Mannheim 26 Min + 10 Min für Bittner + Lashoff - Köln 16 Min + 10 Min für Latta, Stephens und Lalonde Torschüsse: Mannheim 32 - Köln 20 Zuschauer: 12.700