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So., 21. Februar 2016, 19:52 Uhr
Die Mannheimer Kufencracks verlieren am Sonntag mit 3: 4 Toren nach Penalty-Schießen gegen die Krefeld Pinguine und rutschen auf Rang acht
Adler-Heimpleite gegen Tabellenletzten
Die Adler verließen mit hängenden Köpfe die SAP-Arena. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Mannheimer Adler haben in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) am Sonntagnachmittag mit 3:4 (0:0/2:1/1:3/0:0/0:1) Toren gegen die Krefeld Pinguine verloren. Dies ist die zweite Niederlage des Wochenendes. Nach dem 2:4 vom Freitag beim Tabellenvorletzten in Schwenningen nun ein bitteres 3:4 gegen den Tabellenletzten aus Krefeld. Deprimierender hätte das Wochenende für die Nordbadener nicht verlaufen können. Von einer Trendwende nach dem Headcoach Greg Ireland vor anderthalb Wochen entlassen wurde und Co-Trainer Craig Woodcraft zum neuen Chef aufstieg, ist nichts zu sehen. Der Trainerwechsel verpuffte ohne Wirkung.
Es mangelt bei den Adlern nach wie vor an all den Dingen, die die ganze Saison über Schwachpunkte sind: Die Stürmer agieren ohne Effizienz und Durchschlagkraft, der Spielaufbau ist viel zu kompliziert und dazu gesellen sich individuelle Aussetzer. Was jetzt natürlich noch hinzu kommt, es fehlt jegliches Selbstvertrauen. Die Cracks agieren hypernervös und wollen nur ja keine Fehler zu machen. Geraten die Mannheimer dann in Rückstand oder ein Gegner gleicht eine Adler-Führung wieder aus, wie gegen Krefeld, wirkt das Team hilflos. Die Mannschaft fällt dann komplett auseinander und lässt sich quasi willenlos zur Schlachtbank führen.
Die Geschichte des Matches gegen Krefeld ist rasch erzählt. Das erste Drittel kann wegen Harmlosigkeit beider Teams rasch übersprungen werden. Im zweiten Abschnitt dominierten die Adler eindeutig und schossen eine Führung heraus, die sie im letzten Drittel aber wieder verspielten, sodass es 3:3 unentschieden stand. Im Penalty-Schießen hatte Krefeld dann mehr Glück und siegte insgesamt verdient mit 4:3 Toren.
Um es deutlich zu sagen, der Wille und die Bemühungen sind den allermeisten Adler-Cracks nicht abzusprechen, aber spielerisch und taktisch mangelt es eigentlich an fast allem. Ich möchte hier auch nicht auf die Spieler „eindreschen“. Es sind auch nur Menschen, die ein Gefühlsleben besitzen und nach solch einer Serie von neun Misserfolgen am Stück frustriert und enttäuscht sind. Aber anderseits muss man einfach sagen, es läuft zurzeit nichts zusammen oder sieht nach Besserung aus. Alles ist Stückwerk und es hat den Anschein, jeder ist inzwischen froh, wenn die Saison vorbei ist. Es gibt eben leider im Leben keinen Hebel, wie bei einer Maschine, den man nur umzulegen braucht, und es brummt wieder. Was den Cracks im blau-weiß-roten Dress fehlt, sind Erfolgserlebnisse, also Siege, um Selbstvertrauen zu tanken. Diesbezüglich war das Wochenende Gift.
In der Tabelle sind die Adler auf Rang acht abgerutscht und bis Platz sechs, der zur direkten Teilnahem an den Play-Offs berechtigt, sind es bei noch sechs ausstehenden Partien inzwischen schon zehn Punkte. Ein mittlerweile eher unrealistisches Ziel. Selbst die Teilnahme an den Pre-Play-Offs, bei denen die Teams zwischen Rang sieben und zehn die letzten beiden Teilnehmer für die eigentlichen Play-Offs ausspielen, ist nun mehr gefährdet. Die Adler spüren den Atem der Verfolger im Nacken.
Im Eishockey ist vieles möglich und die Hoffnung stirbt bekanntlich zum Schluss. Auch haben die Play-Offs ihre eigene Gesetze und Ingolstadt marschierte schon vom abgeschlagenen Team der Pre-Play-Offs zur Deutschen Meisterschaft, aber zumindest in der Verfassung vom Wochenende haben die Adler nichts mit der Titelvergabe oder gar nur den Play-Offs zu tun. Dies ist bitter für ein Team, das im letzten Jahr Deutscher Meister war und als Top-Favorit in die Saison ging. Aber so ist nun mal Sport und dies macht die Spannung im Eishockey im Vergleich zur langweiligen Fußball-Bundesliga aus, wo Bayern München quasi jeder Jahr schon als Titelträger feststeht.
Am Mittwoch treten die Adler übrigens in Ingolstadt, einem direkten Konkurrenten um die Pre-Play-Off-Plätze an. Am Freitag gastiert dann die Düsseldorfer EG in Mannheim.
Zur Chronologie
1. Drittel
Die Partie lief sehr schleppend an und war arm an Höhepunkten. Die Adler waren hypernervös, sodass nur wenig bis gar nichts zusammenlief. Und die Krefelder waren in ihren Fähigkeiten doch sehr limitiert. Das Niveau somit nicht besonders hoch. Die Adler zwar optisch überlegen, aber ohne Druck, Gefährlichkeit und Durchschlagskraft. Spannend wurde es erst ab der 12. Minute, als Krefeld mit 5:3 Mannheimer Feldspieler agieren konnten, da zwei Blau-Weiß-Rote auf der Strafbank saßen. Doch brachten die Pinguine hier nichts zuwege. Die Begegnung wurde mit zunehmender Spieldauer ruppiger. Die Adler bemüht, es sprang aber nichts dabei heraus. Fazit: Ein Drittel auf niedrigem Niveau und ohne Höhepunkte. Torschüsse: Mannheim 3 - Krefeld 14
2. Drittel
Zunächst der Schock für die Adler. In der 23. Minute erzielte der Krefelder Oliver Mebus das 1:0 für die Pinguine. Die Mannheimer Kufencracks zeigten aber Moral und steckten nicht auf, auch wenn beim Publikum Resignation sichtbar wurde. Im Anschluss wurde es eine Partie auf ein Tor, nämlich jenes der Krefelder. Für die restlichen 17 Minuten hatte es optisch den Anschein, als würde Mannheim permanent in Überzahl agieren, so drückend überlegen waren die Blau-Weiß-Roten. In der 27. Minute wurden die Mühen der Nordbadener schließlich belohnt und Brandon Yip markierte in Überzahl den Treffer zum 1:1 Ausgleich. Und der Sturmlauf der Adler hielt an. Der KEV jetzt hoffnungslos überfordert. In der 33. Minute schließlich die 2:1 Führung für Mannheim durch Andrew Joudrey. Dies war auch der Stand beim Gang in die Kabinen. Fazit: Mannheim mit toller Moral und endlich auch mit Toren. Torschüsse: Mannheim 17 - Krefeld 9
3. Drittel
Mannheim zunächst weiter dominierend, sodass Adler-Stürmer Christoph Ullmann in der 45. Minute der Treffer zur 3:1 Führung gelang. Und Mannheim setzte seien Sturmlauf fort. Dann waren noch rund zehn Minute zu speilen und die Partie verflachte zusehends. Mannheim ließ unverständlicherweise in seinen Angriffsbemühungen nach. Die Partie jetzt sehr zerfahren. Spannend wurde es dann wieder ab der 54. Minute, als Krefeld mit 5:3 Feldspieler agierte, da zwei Mannheimer auf der Strafbank saßen. Kaum waren die Adler wieder zu viert, schoss Pinguin-Verteidiger Nicolas St. Pierre ein und verkürzte auf 2:3 Tore. Mannheim jetzt nervös und die Seidenstädter setzten nach. Der verdiente Lohn für den KEV, das 3:3 in der 57. Minute. Mannheim nun total geschockt und nur mehr die Pinguine marschierten. Aber es passierte nichts mehr. So stand es nach 60 Spielminuten unentschieden und es ging in die Verlängerung. Die Zuschauer quittierten die Adlerleistung mit einem Pfeifkonzert. Fazit: Schwache Adler gaben den sicheren Sieg wieder aus der Hand. Torschüsse: Mannheim 8 - Krefeld 10
Verlängerung /Penalty-Schießen
In der Nachspielzeit zeigte keines der Teams zunächst irgendetwas, das Erwähnung verdient. Dann waren noch rund zwei Minute zu spielen und die Adler konnten in Überzahl. Es gelang jedoch kein Treffer und so musste das Penalty-Schießen entscheiden. Hier verwandelten zwei Krefelder, währen kein Adler traf. Statistik