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Sa., 18. April 2015, 00:19 Uhr
Im vierten Play-Off-Finalspiel siegen die Mannheimer Adler mit 6: 2 Toren und gleichen die Finalserie nach Spielen auf 2:2 aus
Adler mit eindrucksvollem Comeback
Adler-Stümer Ronny Arendt zeigte wieder eine starke Partie. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Mannheimer Adler sind ein absolut verrücktes Team! Nach dem 1:6 Heimdebakel vom Dienstag, und als fast alle sie schon abgeschrieben hatten, schlugen die Kufencracks aus der Quadratestadt eiskalt zurück. In Spiel vier der Play-Off-Finalserie gewinnen sie am Freitagabend überraschend deutlich mit 6:2 (2:1/2:1/2:0) Toren in Ingolstadt. Damit steht es in der Best-of-Seven Serie nach vier Spielen 2:2 ausgeglichen. Das nächste Match findet am Sonntag um 14.30 Uhr in der ausverkauften SAP-Arena statt.
Fragt man nach den Gründen für den klaren Mannheimer Sieg, muss man zwei Dinge nennen: Einerseits hatten die Adler einmal das „Scheibenglück“, das ihnen in den letzten Partien versagt blieb bzw. das auf Ingolstädter Seite war. Andererseits haben die Adler 60 Minuten lang konzentriert im Defensivbereich gespielt und dort Schüsse geblockt, sodass kaum etwa auf den Kasten von Dennis Endras durchkam. Zudem waren sie sehr diszipliniert.
Die entscheidende Phase des Spiels bzw. das entscheidende Tor war übrigens das 4:2 durch Christoph Ullmann kur vor Ende des zweiten Drittels. Zu diesem Zeitpunkt führten die Adler nämlich nur knapp mit 3:2 Toren. Hätte Ingolstadt den Ausgleich geschossen, wäre das Nervenflattern bei Mannheim wohl wieder losgegangen, so aber ging man mit einer klaren 4:2 Führung in die Kabinen.
Und was war mit Ingolstadt? Ganz einfach, erstes hatten sie einfach einen schlechten Tag erwischt, andererseits waren sie am Freitag nun der Favorit und hatten die Last des „Siegen müssens“ zu tragen, von Mannheim hatten hingegen keiner mehr etwas erwartet. Auch muss man sagen, so schön der 6.2 Sieg für Mannheim ist, das Resultat ist deutlicher, als es der Spielverlauf war. Ingolstadt jetzt abzuschreiben wäre vollkommen falsch. Die Oberbayern bleiben ein gleichwertiger Gegner.
Wie geht es nun weiter? Tja, das ist das Schöne bzw. Spannende am Eishockey, es weiß keiner. Am Sonntag ist Spannung pur angesagt. Und vielleicht fällt die Entscheidung ja erst im allerletzten, im siebten Spiel.
Ein schlimmer Schock für Mannheim war die Verletzung von Top-Torjäger Frank Mauer, der sich eine schlimme Knieverletzung zuzog. Wie lange er ausfällt stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.
Zur Chronologie
1. Drittel
Adler wie auch Panther mit einem hoch konzentrierten Beginn. Mannheim war dabei hellwach und sofort bemüht den ERC Ingolstadt nicht ins Rollen kommen zu lassen. So entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe. Der erste Mannheimer Torschuss führte in der 4. Minute direkt zum 1:0 für die Adler. Martin Buchwieser hatte aus halbrechter Postion getroffen. Doch schon in der 6. Minute der Ausgleich zum 1:1 durch Alexander Picard. In der 10. Minute dann erst die Chance für Adler-Stürmer Frank Mauer, der scheiterte, doch sein Mannschaftskollege Kurtis Foster verwandelte dann in der gleichen Minute mit einem Schlagschuss zur 2:1 Führung. Insgesamt war Mannheim jetzt dominierend und mit den besseren Chancen. In der 12. Minute verpasste Adler-Stürmer Jamie Tardif knapp. Aber die Blau-Weiß-roten blieben im Vorwärtsgang. In Überzahl traf Frank Mauer dann in der 20. Minute noch den Pfosten, schließlich geht es aber mit der Mannheimer 2:1 Führung in die Kabinen. Fazit: Die Adler meldeten sich zurück und führten verdient, dennoch ein nahezu ausgeglichenes Drittel. Torschüsse: Mannheim 11 - Ingolstadt 5
2. Drittel
Die Mannheimer kamen besser und druckvoller aus der Kabine. Ein Treffer lag in der Luft. Und in der 25. Minute war es soweit und Adler-Verteidiger Bobby Raymond schoss zum 3:1 ein. Dann aber muss der Mannheimer Bobby Raymond auf die Strafbank und Michel Periard verkürzt in der 28. Minute auf 2:3 Tore. In der 32. Minute dann ein Lattentreffer von Frank Mauer. Insgesamt war die Partie jetzt aber sehr von der Taktik geprägt. Keiner wollte Fehler machen und so agierten beide Mannschaften aus einer kontrollierten Abwehr heraus. In der 36. Minute entschärfte Adler-Goalie Dennis Endras mit einer Glanzparade einen Schuss von Brandon Brooks. Fast im Gegenzug dann das 4:2 nach einem herrlichen Solo von Christoph Ullmann. Fazit: Mannheim insgesamt das aktivere Team, daher ging die 4:2 Führung in Ordnung. Torschüsse: Mannheim 7 - Ingolstadt 6
3. Drittel
Der Abschnitt hatte kaum begonnen, da jubelten die Mannheimer Fans schon, aber der Schuss von Christoph Ullmann ging zweimal an den Pfosten und rutschte auf der Torlinie entlang, doch war der Puck nicht drin. Somit blieb es beim 4:2 für Mannheim. In der er 46. Minute war es dann aber soweit und Frank Mauer erzielte auf Zuspiel von Martin Buchwieser die 5:2 Führung für die Adler. Mannheim konzentrierte sich jetzt auf die Defensive, während Ingolstadt sich bemühte, aber so richtig den „Hammer auszupacken“ vermochten die Audi-Städter nicht mehr. Und irgendwann, so ab fünf Minuten vor Spielende, hatte man den Eindruck, die Oberbayern steckten auf und gaben das Match verloren. In der 59. Minute schoss Niki Goc dann den Puck zum 6:2 Endstand ins leere Ingolstädter Tor, das Goalie Timo Pielmeier zugunsten eines sechsten Feldspielers verlassen hatten. Überschattet wurde der Abschnitt von einer schweren Knieverletzung, die sich Frank Mauer zuzog. Fazit: Mannheim verwaltete geschickt die Führung, Ingolstadt fand kein mittel zum Torerfolg. Torschüsse: Mannheim 14 - Ingolstadt 7 Ingolstadt : Mannheim 2:6 (1:2/1:2/0:2)