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  • So., 06. Dezember 2015, 19:54 Uhr
    Nach der 2: 6 Pleite vom Freitag in Berlin mussten sich die Mannheimer Eishockey-Cracks am Sonntag gegen Nürnberg mit 1:3 geschlagen geben

    Adler mit enttäuschendem Null-Punkte-Wochenende

    So wie hier Jochen Hecht (blaues Trikot), landeten die Adler heute unsanft auf dem Hosenboden. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch In der Deutschen Eishockey Liga (DEL) haben die Mannheimer Adler ein rabenschwarzes Wochenende erlebt. Zweimal mussten die Kurpfälzer gegen Spitzenclubs antreten. Und zweimal haben sie verloren. Am Freitag unterlagen sie mit 2:6 (1:1/1:5/0:0) Toren beim Erzrivalen, den Eisbären Berlin. Und auch am Sonntag zogen die Adler den Kürzeren und verloren ihre Heimpartie mit 1:3 (0:0/0:2/1:1) Toren gegen die Nürnberg Ice Tigers. Damit ist der Höhenflug der Raubvögel aus den letzten Wochen, als man fast nach Belieben gewann, erst einmal gestoppt und die Kurpfälzer sind auf dem Boden der bitteren Realität zurück. Das Fazit aus den beiden Partie lautet: Mannheim ist keine Überflieger-Mannschaft, sondern nur eines von zahlreichen Top-Teams und momentan ist etwas der Faden gerissen. Wobei anderseits auch kein Grund zur Panik besteht, Mannheim hat nicht die Meisterschaft verloren, sondern nur zwei Matches. Und irgendwie stand den Kurpfälzer gegen Nürnberg auch nicht das Glück zur Seite, wie in den vergangenen Wochen sonst so häufig. Allerdings ist klar, ohne harte Arbeit wird Mannheim den Platz an der Sonne, auf dem man immer noch steht, nicht verteidigen können.

    Der Sieg der Nürnberg Ice Tigers am Sonntag war verdient, denn die Franken stellten das cleverere und kaltschnäuzigere Team, das seine Chancen nutzte. Mannheim war zwar fast die gesamte Spielzeit über die optisch überlegene Mannschaften, doch was hilft es, wenn selbst beste Gelegenheiten nicht verwandelt werden. Ein Zahlenvergleich verdeutlicht das Gesagte, Mannheim schoss 35 mal auf das Tor der IceTigers, erzielte jedoch nur einen Treffer. Nürnberg schoss nur 17 mal auf den Kasten der Adler, traf dabei aber drei mal in Schwarze.
    Auffällig auch, der Zuschauer vermissten bei Mannheim den wirklich allerletzte Einsatzwillen und die ganz große Leidenschaft. Und was gar nicht klappte, waren die Special Teams in Über- und Unterzahl. Sorgten dies Formationen in den vergangen zwei Monaten häufig für die Entscheidung, lief heute hier wenig zusammen. So gelang den Adlern im Powerplay kein einziger Treffer, dafür kassierte man in Unterzahl einen.

    Doch eines darf man auch nicht vergessen, Nürnberg spielte einfach gut und clever. Der Weg zur Meisterschaft wird in diesem Jahr nur über die Ice Tigers führen.

    Erneut schwach die Linienrichter, die häufig nicht in der Lage waren, ein zügiges Bully durchzuführen.

     

    Zur Chronologie

    1. Drittel

    Die Adler zunächst das aktivere Team mit mehr Chancen. Nach vier Minuten konnte Nürnberg dann aber in Überzahl agieren, machte aber nichts aus der numerischen Überlegenheit. In der 8. Minute ein herrlicher Adler-Angriff, bei dem Jon Rheault auf Kai Hospelt spielte, dieser die Vorlage aber nicht verwerten konnte. In der 10. Minute scheiterte Adler-Kapitän Marcus Kink knapp. In der 13. Minute ist es wieder der Mannheimer Kapitän, der vergab. Aber trotz der eindeutigen Überlegenheit der Blau-Weiß-Roten waren die Ice Tigers bei Kontern stets gefährlich. In der 17. Minute jubelten die Adler-Fans bereits und glaubten an die Führung. Doch die Schiedsrichter gaben den vermeintlichen Treffer nach der Studie des Videobeweises nicht. Fazit: Die Mannheimer im ersten Drittel das klar dominierende Team, aber sie vermochten es nicht, daraus Tote zu machen. Somit ging es mit dem 0:0 in die Kabinen. Torschüsse: Mannheim 6 - Nürnberg 7

    2. Drittel

    Der zweite Abschnitt fing für die Adler mit einem Schock an. Es waren gerade mal 51 Sekunden gespielt, da erzielte David Steckel die 1:0 Führung für Nürnberg. Mannheim erkämpfte sich zwar wieder ein optisches Übergewicht, aber sie agierten ohne die ganz große Leidenschaft und auch das Glück hatte die Adler verlassen. Der Puck wollte nicht in den Kasten der Ice Tigers gehen. Die Mannheimer agierten aber auch ohne Geschick und Fortune bei Überzahl. Viermal waren die Kurpfälzer in diesem Abschnitt mit einem Mann mehr auf dem Eis, ohne zum Torerfolg zu kommen. Besser machten es die Franken im Powerplay. In der 40. Minute markierte Patrick Reimer die 2:0 Führung für die Gäste. Fazit: Die Adler optisch überlegen, Nürnberg cleverer und kaltschnäuziger. Torschüsse: Mannheim 15 - Nürnberg 5

    3.Drittel

    Im dritten Abschnitt, das gleiche Bild wie zuvor, die Adler mit mehr Spielanteilen, ohne wirklich zwingend zu sein. Nürnberg stand gut in der Abwehr und agierte klug nach vorne. Adler-Stürmer Martin Buchwieser besaß in der 44. Minute ein gute Gelegenheit, doch er verpasste. Das Tor fiel dann in der 49. Minute auf der Gegenseite und war eine Art Vorentscheidung. Marius Möchel hämmerte den Puck unhaltbar zum 3:0 für die Ice Tigers in die Maschen des Adler-Gehäuses. In der Folge verwalteten die Franken geschickt die Führung und bei den Adlern und ihren Fans sank mehr und mehr die Zuversicht, die Partie noch drehen zu können. Schließlich waren noch fünf Minuten zu spielen und die ersten Zuschauer verließen die SAP-Arena, an eine Sieg glaubte niemand mehr so recht. Dann war es in der 57. Minute Brandon Yip, dem der 1:3 Anschlusstreffer markierte. Nun war wieder Stimmung in der Hütte. In den letzten zwei Minuten nahmen die Adler den Torwart zugunsten eins sechsten Feldspielers heraus. Es half aber nichts mehr, der Anschlusstreffer für Mannheim war zu spät gefallen, um noch die Wende einzuläuten. Fazit: Nürnberg verwaltete geschickt die Führung, Mannheim fand kaum ein Mittel, um den Abwehrriegel zu knacken. Torschüsse: Mannheim 14 - Nürnberg 5

     

    Statistik

    Mannheim : Nürnberg 1:3 (0:0/0:2/1:1)

    Tore:  0:1 (20:51) Steckel (Pföderl/Buzas)) - EQ; 0:2 (39:17) Reimer (Klubertanz/Heatley) - PP1; 0:3 (48:39) Möchel (Buzas/Pföderl) - EQ; 1:3 (56:09) Yip (Kink/Joudrey) - EQ;

    
Schiedsrichter: Schimm / Zehetleitner

    Strafen: Mannheim 16 Min - Nürnberg 14 Min
    Torschüsse: Mannheim 35 - Nürnberg 17
    
Zuschauer: 11.500

    Aufstellungen:

    Mannheim: Endras (Ziffer) – Richmond, Akdag, Bittner, Fischer, Goc, Riefers, Wagner - Kink, Joudrey, Yip, Buchwieser, Metropolit, Tardif, Arendt, Hecht, MacMurchy, Hospelt, Rheault, Ullmann

    Nürnberg: Beskorowany (Kessler) - Joslin, Foster, Printz, Klubertanz, Weber, Borer, Martinovic - Ehliz, Reinprecht, Reimer, Buzas, Murley, Pfleger, Heatley, Steckel, Pföderl, Möchel, El_Sayed, Oblinger
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