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Mo., 19. Oktober 2015, 00:27 Uhr
Die Mannheimer Eishockey-Cracks schlagen Hamburg mit 2: 1 nach Penalty-Schießen und klettern auf den 9. Tabellenplatz
Adler mit Fünf-Punkte-Wochenende
Adler-Stürmer Andrew Joudrey zeigte eine überzeugende Leistung. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch In der Deutschen Eishockey Liga (DEL) haben die Mannheimer Adler am Sonntagabend die Hamburg Freezers mit 2:1 (0:0/1:1/0:0/0:0/1:0) Toren nach Penalty-Schießen geschlagen. Es war ein Match auf Augenhöhe zweier etwa gleich starker Mannschaften, wobei Hamburg eine Nuance stärker war. Am Ende verließen die Mannheimer aber nach dem Penalty-Schießen als glücklicher Sieger das Eis.
Insgesamt gesehen war es kein Spitzenspiel am Sonntag, dazu war bei beiden Teams noch zu viel Sand im Getriebe. Man merkte, dass sowohl Mannheim wie Hamburg keinen optimalen Saisonstart hingelegt haben und noch nach ihrer Form suchen. Vieles bei Mannheim war Stückwerk. Die Abwehr erlaubte sich Schnitzer und es fehlte der kluge und öffnende Pass nach vorne. Bei den Stürmern haperte es erneut bei der Chancenverwertung.
Dennoch geht bei den Mannheimern die Formkurve nach oben, wenn auch nur langsam. Immerhin konnten die Blau-Weiß-Roten nach dem 4:1 Erfolg vom Freitag in Straubing auch gegen Hamburg siegen und zumindest zwei Punkte mitnehmen. Dies macht zusammen fünf Punkte. Damit schafften die Kurpfälzer eine fast optimale Wochenend-Ausbeute und wichtiger noch, die Cracks taten etwas für ihr Selbstvertrauen. Dass es ein glücklicher Sieg war, der am seidenen Faden hing, interessiert in drei Wochen niemand mehr. Dennoch herrscht kein Grund zum grenzenlosen Jubel, denn Spielern wie Verantwortlichen in Mannheim muss klar sein, es liegt noch viel Arbeit vor ihnen, wollen sie wieder ein Top-Team sein. Das Schlimmste wäre nun, die Adler würden nach dem Wochenende abheben und denken: „Es läuft ja wieder wie am Schnürchen“. Denn das tut es ganz sicher nicht, der Sieg gegen Hamburg war glücklich und genauso gut hätten die Freezers als Sieger das Eis verlassen können.
Wobei erwähnt werden muss, dass die Adler zurzeit sechs verletzte Spieler haben. Dies steckt kein Team so einfach weg.
Wie gut die Adler drauf sind, wird sich schon am Dienstag zeigen, wenn der ERC Ingolstadt in Mannheim zu Gast ist. Kurios dabei, was letztes Jahr noch das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft war, ist jetzt ein Duell der Kellerkinder. Am Freitag kommt dann Spitzenreiter Eisbären Berlin nach Mannheim.
Zur Chronologie
1. Drittel
Die Hamburger zu Beginn das offensivere und bessere Team. Die Mannheimer Cracks agierten sehr nervös. Besonders in der Abwehr erlaubten sie sich einige Schnitzer. Doch verpassten es die Freezers aus ihren Chancen auch Tore zu machen. Ab Mitte des Abschnitts drehte sich dann die Dominanz und die Adler nahmen das Heft in die Hand. In der 12. Minute hatte zunächst Kai Hospelt die große Chance, wenig später prüften Verteidiger Sinan Akdag und Stürmer Ryan MacMurchy den Torwart der Hanseaten. Aber es blieb bis zur Pause beim 0:0 unentschieden. Eine wirklich hochklassige Partie war es bis dahin nicht, die hohe Intensität, Kampfbereitschaft und hochkarätige Gelegenheiten waren Mangelware.
2.Drittel
Das Drittel hatte kaum begonnen, da markierte Christoph Ullmann in der 22. Minute das 1:0 für die Adler. Doch riss überraschenderweise nach der Führung der Faden im Mannheimer Spiel und die Hanseaten übernahmen das Kommando. In der 24. Minute vergab der Hamburger Jerome Flaake ein große Gelegenheit, aber Adler-Goalie Dennis Endras kam noch irgendwie an den Puck. Die Partie nahm jetzt an Härte und Intensität zu. In der 26. Minute landete ein Puck des Hamburger David Wolf am Pfosten des Mannheimer Gehäuses. Der Druck der Nordmänner nahm kontinuierlich zu. Die logische Konsequenz, der Ausgleich zum 1:1 durch Thomas Oppenheimer in der 30. Minute. In der Folge blieben die Freezers spielbestimmend. Die Adler wurden jetzt regelrecht vorgeführt und an die Wand gespielt. Zeitweise liefen die Cracks im blau-weiß-roten Dress wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen durcheinander. Letztlich blieb es beim 1:1 zur Pause. Ein Zwischenstand, der für die Adler schmeichelhaft war.
3. Drittel
Mannheim gab nun wieder mehr Gas und setzte zunächst die Akzente. Aber die Freezers legten ihrerseits wieder zu. Somit entwickelte sich wieder ein Match auf Augenhöhe. Wobei Hamburg insgesamt torgefährlicher war und mehr Zug zum Tor entwickelte. Adler-Torwart Dennis Endras hielt die Mannheimer zur Mitte des Abschnitts mit tollen Paraden in der Partie. Und so langsam tickte die Uhr runter und der nächste Treffer würde wohl die Entscheidung bringen. Rund vier Minuten vor Spielende beging der Mannheimer Brandon Yip wieder eines seiner typischen und vollkommen überflüssigen Fouls und musste für zwei Minuten auf die Strafbank. Die Hanseaten konnten die numerische Überlegenheit aber nicht nutzen. So stand es auch nach 60 Spielminuten 1:1 unentschieden und es ging in die Verlängerung.
Verlängerung und Penalty-Schießen
Beide Teams bemüht, ohne jedoch wirklich zwingend zu sein. Vieles blieb Stückwerk. Somit heiß es auch nach 65 Minuten 1:1 unentschieden und es folgte das Penalty-Schießen. Hier konnte Adler-Torsteher Dennis Endras alle drei Hamburger Penalties entschärfen, während für die Mannheimer ihr Stürmer Jamie Tardif traf. Die Partie endete damit 2:1 für Mannheim.