Die Mannheimer Kufencracks verlieren am Sonntag mit 3: 6 Toren gegen die Nürnberg Ice Tigers und müssen um Play-Off-Platz zittern
Adler mit nächster Pleite
Adler-Torwart Dennis Endras schied in Nürnberg verletzt aus. Was ihm genau fehlt, ist noch nicht bekannt. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Dreimal haben die Mannheimer Adler in den letzten sechs Tagen gegen bayerische Teams gespielt und dreimal verloren. Den Pleiten gegen München und Straubing folgte am Sonntagnachmittag ein bitteres 3:6 (1:1/1:2/1:3) in Nürnberg. Damit haben die Adler alle vier Partien dieser Saison gegen München und auch alle gegen Nürnberg verloren. Beides Teams, die mit Mannheim eigentlich auf Augenhöhe stehen. Ein ernüchternde und zugleich symptomatische Bilanz für diese Spielzeit. Es läuft bei den Mannheimern einfach nicht rund und sie kommen nicht dauerhaft in Tritt. Seit Saisonbeginn ist irgendwie der Wurm drin, darüber können auch die kurzen Höhenflüge zu Beginn des Januars und von Mitte Oktober bis Mitte November nichts ändern.
Mit diesem Top-Kader müssen die Blau-Weiß-Roten auf einem anderen Tabellenplatz stehen als Rang sieben. Zumal die Mannheimer den Atem der Verfolger bereits spüren und selbst die Teilnahme an den Pre-Play-Offs, zu denen die Ränge sieben bis zehn berechtigen, noch längst nicht gesichert ist.
Die Adler waren auch in Nürnberg nicht hoffnungslos unterlegen, sondern sie spielten durchaus mit, doch es reichte eben wieder nicht. Nachdem es nach dem ersten Drittel 1:1 unentschieden stand, brach den Adler zu Beginn den Mittelabschnitts eine doppelte Unterzahl von 3:5 Feldspielern das Genick, denn hier zog Nürnberg auf 3:1 Tore davon. Und diesem Rückstand rannten die Blau-Weiß-Roten quasi die gesamte Restzeit des Matches hinterher, ohne den Ausgleich zu schaffen. Die mangelhafte Disziplin der Mannheimer zieht wie ein roter Faden durch die Saison. Während Nürnberg insgesamt nur vier Strafzeiten hatten, bekam Mannheim 16 Minuten aufgebrummt. Und auch dem Sünderbänkchen gewinnt man bekanntlich keine Spiel.
Den Vorwurf der Leistungsverweigerung kann man den Adlern nicht machen, sie waren auch in Nürnberg bemüht. Aber nur „bemüht zu sein“, reicht eben nicht. Sondern irgendwann muss ein Team bzw. müssen die Spieler auch die entsprechende Leistung abliefern. Doch daran hapert es bei den Adlern seit Saisonbeginn. Über die Misere wurde schon viel geschrieben. Da sind der Leichtsinn und die vielen Fehler in der Abwehr. Im Sturm mangelt es an Durchschlagskraft und Effizienz. Und immer wieder warfen Verletzungen das Team zurück. Im Fokus steht natürlich der Trainer, Greg Ireland, der es nicht schafft, die Adler zu stabilisieren und auf den Erfolgspfand zu führen. Viele werfen im taktische Mängel vor. Auch sei er mehr Eishockeylehrer als charismatischer Coach. Ob er die Mannschaft noch erreicht oder je erreicht hat, ist offen. Sicher dürfte hingegen sein, dass ab Montag die Trainerdebatte in Mannheim wieder losgeht. Darüber hinaus soll es Gerüchten zu Folge auch im Mannschaftsgefüge gehörig knirschen. Manch ein Crack ist im Vergleich zur vergangenen Saison auch nur ein Schatten seiner selbst. Zu nennen sind hier etwa Martin Buchwieser, Marcus Kink oder Jon Rheault. Nimmt man all diese Faktoren zusammen, bezweifeln selbst viele treue Fans inzwischen, dass die Raubvögel in diesem Jahr zum großen Wurf ansetzen.
Am nächsten Freitag treten die Adler beim Tabellennachbarn Wolfsburg an und am Sonntag empfangen sie die Augsburg Panther. Die spannende Frage ist, schaffen die Mannheimer die Ende zum Positiven oder folgt der „freie Fall.“ Nach den zwei Partien ist eine zweiwöchige Länderspielpause, dann beginnt der Endspurt in der Liga mit noch acht ausstehenden Partien.
Zur Chronologie
1. Drittel
Ein flotter, offensiver Beginn von Nürnberg, die das Geschehen auf dem Eis bestimmten. Aber mitten in die Drangphase der Ice Tigers hinein gelang Adler-Verteidiger Sinan Akdag in der 9. Minute die 1:0 Führung. Der Ausgleich für die Ice Tigers dann in der 14. Minute durch Marius Möchel. Die Franken im esrten Abschnitt das insgesamt aktivere Team. Allerdings gelang ihnen kein weiterer Treffer und so ging es mit den 1:1 nach 20 Minuten in die Kabinen. Fazit: Nürnberg dominierte die Partie, aber Mannheim konnte das 1:1 halten. Torschüsse: Mannheim 9 - Nürnberg 13
2. Drittel
Zunächst der Schock für die Adler, Torhüter Dennis Endras musste mit einer Beinverletzung in der 24. Minute verletzt vom Eis, für ihn kam Ersatz-Goalie Youri Ziffzer ins Team. Dann eine doppelte Disziplinlosigkeit bzw. Dämlichkeit der Adler. In der 30. Minute mussten gleich zwei Mannheimer für jeweils zwei Minuten auf die Strafbank. Die Übeltäter waren Martin Buchwieser und Dany Richmond. Was zur Folge hatte, dass die Nürnberger mit 5 gegen 3 Feldspieler agieren konnten. Und da die Ice Tigers die stärkste Überzahl der Liga haben, dauerte es nicht lange, bis es im Mannheimer Kasten klingelte. In der 31. Minute traf zunächst Leo Pföderl zum 2:1 für die Franken und nur eine Minute später erhöhte Dany Heatley zum 3:1 für Nürnberg. Jetzt sah es ganz finster für Mannheim aus, doch zum Glück konnte Adler-Verteidiger Dany Richmond in der 33. Minute auf 2:3 verkürzen. Und die Adler drängten weiter und bemühten sich um den Ausgleich. Schließlich blieb es bis zum Pausenpfiff aber bei der knappen Nürnberger Führung. Fazit: Ein enges Drittel, Mannheim brachte sich mit seinen völlig überflüssigen Strafzeiten aber selbst um den Lohn seiner Arbeit. Torschüsse: Mannheim 11 - Nürnberg 13
3. Drittel
Das letzte Drittel hatte kaum begonnen, da traf der Nürnberger Leo Pföderl in der 41. Minute zum 4:2 für Franken. Und dann musste erneut ein Mannheimer auf die Strafbank, diesmal weil die Adler mit sechs Feldspielern auf dem Eis waren. Und schon zappelte der Puck in der 44. Minute wieder im Mannheimer Gehäuse, doch diesmal waren die Nordbadener im Glück, denn die Schiedsrichter gaben den Treffer wegen hohen Stocks nicht. So blieb es beim 4:2 für die Ice Tigers. In der Folge mühten sich die Blau-Weiß-Roten um den Anschlusstreffer. In der 48. Minute wurden die Anstrengungen schließlich belohnt und Adler-Verteidiger Mathieu Carle verkürzte auf 3:4 Tore. Aber nur 14 Sekunden dauerte die Freude, dann erhöhten die Tigers durch Marco Nowak auf 5:3 Tore. Die Adler drehten in den letzten zehn Minuten noch einmal gewaltig auf und kämpften beherzt. Die Blau-Weiß-Roten dominierten jetzt eindeutig die Partie, allerdings blieb der Torerfolg aus. Rund zwei Minuten vor Schluss nahmen sie sogar den Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers heraus. Aber nicht Mannheim konnte im Anschluss über einen Treffer jubeln, sondern der Nürnberger David Steckel schob den Puck ins leere Mannheimer Gehäuse zum 6:3 Endstand. Fazit: Mannheim bemüht, aber Nürnberg einfach besser und cleverer. Torschüsse: Mannheim 21 - Nürnberg 23