Die Mannheimer Kufencracks besiegten am Freitagabend die Wolfsburg Grizzlys knapp mit 3: 2 Toren
Adler mit zähem Arbeitssieg
Marcus Kink (blaues Trikot) erzielte zwei der drei Adler-Tore. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Mannheimer Adler landeten am Freitagabend im Spiel der Deutschen Eishockey Liga gegen die Wolfsburg Grizzlys einen mühsamen 3:2 (0:1/2:1/1:0) Arbeitssieg. Die Mannheimer versprühten keinen Glanz, aber sie fuhren drei wichtige Punkte ein und haben sich nach der Niederlage vom letzten Sonntag in Nürnberg wieder zurückgemeldet.
Es war kein schönes Spiel. Die Adler waren zwar bemüht, aber es fehlte die ganz große Leidenschaft und mehr noch die Effektivität. Die Mannheimer brauchten einfach zu viele Gelegenheiten, um Tore zu erzielen. Hier wurden die verletzten Stürmer Jon Rheault, Ken Magowan und Kai Hospelt vermisst. Wolfsburg hingegen mit seinem bekannt unattraktiven, aber sehr effizienten und kontrolliertem Eishockey. Die VW-Städter machten die Räume eng, ließen die Adler wenig zur Entfaltung kommen und stachen dann mit ihren schnellen, wieselflinken Stürmer zu, will sagen, sie tauchten gefährlich vor Mannheims Torwart Dennis Endras auf. Dennoch geht der Sieg der Adler in Ordnung, da sie mehr für den Spielaufbau taten und sich mehr Torchancen erarbeiteten.
Z U R C H R O N O L O G I E 1. Drittel: Die Adler erwischten den besseren Start. In der zweiten Minute vergab Mirko Höfflin völlig frei vor Grizzlys-Torsteher Sebastian Vogl. Als nur wenige Sekunden später der Wolfsburger Brocklehurst auf die Strafbank musste, brannte es lichterloh vor Vogl. Zunächst vergab Matthias Plachta eine dicke Chance, dann scheiterte Jochen Hecht frei vor dem Wolfsburger Goalie. Als der Mannheimer Dennis Reul nach fünf Minuten auf der Strafbank saß, spielte
Wolfsburg eine schöne Überzahl, die Dzieduszycki nach einem Fehler von Matthias Plachta zur überraschenden 1:0 Führung für die VW-Städter abschloss. In der Folge nahmen die Adler das Heft wieder in die Hand, aber was fehlte war die Effizienz. So lief Ronny Arendt in der 9. Minte auf Torsteher Vogl zu, doch anstatt abzuziehen, passte er quer und so war die Chance vertan. Und in diesem Stil ging es weiter. Die Cracks im blau-weiß-roten Dress spielten, zauberten und dominierten die Grizzlys, doch der Puck wollte nicht insWolfsburger Gehäuse. Was fehlte, war die Durchschlagskraft. Und Wolfsburg gelang es, mit ihrer auf Verzögerung angelegten Spielweise, die Adler einzulullen, sodass der Angriffswirbel der Mannheimer gegen Ende des Drittels versiegte. Zwei Minuten vor Endes des Drittels hatte Marc El-Sayed für Mannheim noch eine dicke Chance. Kurz darauf scheiterte Matthew Dzieduszycki für die Grizzlys, das war es dann. Mit dem 0:1 ging es in die Kabinen.
2. Drittel: Der zweite Abschnitt glich dem ersten. Die Adler waren optisch überlegen und bestimmten das Spiel, aber waren nicht wirklich zwingend. So rannten sich die Adler am Wolfsburger Bollwerk immer wieder fest. Als Mannheim dann nach rund drei Minuten im zweiten Abschnitt mit 5:3 Feldspielern agieren konnten, schien ein Tor in der Luft zu liegen. Doch außer zwei Pfostenschüssen sprang nichts für die Adler dabei heraus. Und als die Zuschauer schon am Verzweifeln waren und sich erster Unmut breit machte, war es Adler-Kapitän Marcus Kink, der 27. Minute zum 1:1 Ausgleich traf. Der Kapitän war es auch, der in der 37. Minute einen Penalty zur 2:1 Führung für Mannheim verwandelte. Als alle gedanklich schon in der Pause waren, schoss Grizzly-Stürmer Matthew Dzieduszycki den umstrittenen 2:2 Ausgleich.
3. Drittel: Keine Überraschung im letzten Abschnitt, Mannheim rannte an und Wolfsburg verteidigten geschickt mit Mann und Maus. Wobei die Wolfsburger jede Chance nutzten und blitzschnelle und gefährliche Konter fuhren. So tauchte in der 46. Minute Marco Roasa plötzlich vor Mannheims Torwart Dennis Endras auf, doch parierte der Goalie den Schuss. In der 48. Minute war es dann Jochen Hecht, der bei Adler-Überzahl mit einem gewaltigen Hammer den Puck zum 3:2 im Grizzly-Kasten versenkte. Nun wurden die Grizzys offensiver und machten mehr Druck. Die Adler-Abwehr hatte nun gehörige Probleme mit den wendigen und quirligen Grizzly-Angreifer. Zwei Minuten vor Schluss nahmen die Wolfsburger dann ihren Torwart heraus, doch half dies nicht mehr, es blieb beim 3:2 für Mannheim.
Ausblick: Am Sonntag müssen die Mannheimer in Krefeld antreten. Am nächsten Freitag kommen dann die Kölner Haie zum Top-Spiel nach Mannheim.