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  • Fr., 12. September 2014, 08:30 Uhr
    Nach zwei enttäuschenden Spielzeiten haben die Mannheimer Kufencracks ihr Team komplett umgekrempelt / Blick auf die neue Spielzeit

    Adler starten am Freitag in die neue Eishockey-Saison

    Für die Mannheimer Adler (blaue Trikots), hier im Spiel gegen Köln, beginnt die neue Saison am Freitag mit dem Heimspiel um 19.30 Uhr gegen Ingolstadt. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Am Freitagabend beginnt die Eishockey-Saison 2014/15 mit den 14 Mannschaften der DEL. Die Mannheimer Adler gelten wieder als einer der Meisterschaftsanwärter. Im ersten Spiel der neuen Spielzeit empfangen sie am Freitag um 19.30 Uhr in der heimischen SAP-Arena den amtierenden Deutschen Meister, den ERC Ingolstadt. Am Sonntag, dem 14. September treten sie bei den Krefeld Pinguinen an.

    Der Nibelungen Kurier wagte einen Blick nach vorne, wie gut die Adler wirklich drauf sind, und präsentiert das neue Team.

    Hinter den Mannheimer Adlern liegen zwei enttäuschende Spielzeiten. So ist man in den vergangen beiden Jahren jeweils im Play-Off-Viertelfinale recht sang- und klanglos ausgeschieden. Wieder hieß es daher in Mannheim Wunden lecken. Denn Pflicht war jeweils eigentlich das Halbfinale und nicht wenige Fans hatten gar vom Titel geträumt.

    Die Adler setzten vor der Spielzeit 2014/15 daher zu einer erneuten Komplettsanierung des Kaders an. Ausgenommen von den drastischen Maßnahmen waren die deutschen Spieler, nur drei Cracks gingen, dies jedoch aus eigenem Antrieb. Der gesamte Trainerstab wurde hingegen neu verpflichtet und auch bei den Ausländern blieb kaum ein Crack aus dem vergangenen Jahr. Man zog damit die Konsequenz aus drei Schwachstellen: 1) Die Abschlussschwäche der Stürmer mit viel zu wenig Effizienz und Toren; 2) Einem restlos enttäuschende Überzahlspiel, das praktisch nicht vorhanden war; 3) Die fehlenden Offensivkraft der Verteidiger sowohl was Tore schießen wie auch was Spielmacherqualitäten betrifft.

    Abgänge:
    Verlassen haben den Verein in der Sommerpause neun Cracks. Dies waren die drei Deutschen Florian Kettemer (Verteidiger), Marc El-Sayed (Stürmer) und Torwart Felix Brückmann. Dazu kommen die Ausländer Mike Vernace und Jame Sifers (beides Verteidiger) und die Stürmer Simon Gamache, Eric Schneider, Ken Magowan und Yannick Lehoux.

    Kader 2014/15

    Tor:
    Die klare Nummer 1 soll Dennis Endras sein. Neu verpflichtet wurde Juri Ziffer als Ersatztorwart. Ein allzu häufiges Wechselspiel wie im vergangen Jahr soll es im Tor nicht mehr geben. Stabilität ist hier angesagt.

    Abwehr:
    In der Abwehr sind die bewährten Kräfte Steve Wagner, Dennis Reul, Niki Goc, Christopher Fischer und Dominik Bittner. Alles bis auf Christopher Fischer eher defensiv orientierte Abwehrcracks. Neu in der Abwehr sind Nationalspieler Sinan Akdag als Defensivverteidiger sowie die beiden kanadischen Offensivverteidiger Robert Raymond aus Iserlohn und Dany Richmond aus München. Besonders Richmond ist nicht ganz unumstritten, da er bei Red Bull München zwar seine Stärken in der Offensive mit 7 Toren und 28 Vorlagen unter Beweis stellen konnte, die Defensivaufgaben aber doch häufig vollkommen vergessen hatte. Robert Raymond schoss in Iserlohn 7 Tore und gab 20 Vorlagen. Insgesamt ist die Abwehr durch die beiden Zugänge mit mehr Offensivpower ausgestattet als in der letzten Saison.
    Sturm:
    Die bewährten Kräfte sind in erster Linie die deutschen Cracks Kai Hospelt, Jochen Hecht, Frank Mauer, Christoph Ullmann, Matthias Plachta, Martin Buchwieser, Ronny Arendt, Mirko Höfflin und Marcus Kink. Dazu kommt als Ausländer der Flügelstürmer Jon Rheault, der bereits in der letzten Spielzeit in Mannheimaktiv war. Gleich drei neue, nordamerikanische Stürmer verpflichteten die Adler. Alle drei wurden als Leader und Führungsspieler geholt, die auch in entscheidenden Momenten die richtigen Entscheidungen treffen. Im einzelnen sind dies der 29 Jahre alten Kanadier Jamie Tardif, der insgesamt 514 Mal in der American Hockey League (AHL) spielte und dabei 151 Tore erzielt und 130 vorbereitet. Ebenfalls neu ist der 30-jährige Kanadier Andrew Joudrey, der 563 AHL-Spielen bestritt und dabei 80 Tore markierte und 117 Vorlagen gab. Beide Stürmer kommen direkt aus Nordamerika nach Mannheim. Der wohl umstrittenste Neuzugang im Sturm ist Routinier Glen Metropolit, der bereits 40 Jahre alt ist. In den letzten Jahren spielte Glen Metropolit fast ausschließlich in der Schweiz, wo er in vier Spielzeiten für Zug, Lugano und Bern insgesamt 214 Partien bestritt und dabei 225 Scorerpunkte sammeln konnte. Mit einer Förderlizenz wurde außerdem Alexander Ackermann ausgestattet.
    Trainerstab:
    Nachdem die Adler sich an Silvester 2013/14 von Chefcoach Harold Kreis und Assistent Mike Schmidt trennten, übernahmen Hans Zach (Headcoach) und Markus Berwanger das Zepter bis zum enttäuschenden Ausscheiden im Play-off-Viertelfinale im April. Bereits vorher stand fest, dass Hans Zach in Mannheim aufhören und den Trainerberuf aus Altersgründen an den Nagle hängen würde. Lange suchten die Adler und präsentierten schließlich den 52-jährigen Geoff Ward als Chefcoach. Geoff Ward war in den letzten sieben Jahren als Assistenztrainer beim NHL-Klub Boston Bruins unter Vertrag. Er verfügt aber auch über Deutschlanderfahrung. In der Spielzeit 2006/07 war er Cheftrainer in Iserlohn und in der Saison 2000/01 Trainer beim Zweitligisten EC Bad Nauheim. Er erhielt in Mannheim einen Dreijahresvertrag. Damit machen die Adler deutlich, dass sie an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert sind. Geoff Ward zur Seite stehen Jay Leach, der in erster Linie für die Verteidiger und das Unterzahlspiel verantwortlich ist, sowie Craig Woodcroft, der seinen Schwerpunkt bei den Nachwuchscracks im DEL-Team hat, die jünger als 25 Jahre alt sind. Ergänzt wird das Trio durch Torwarttrainer Brian Daccord, der allerdings nur phasenwies bei den Adlern ist.

    Fazit:
    Die Adler sind offensiver und spielestärker ausgerichtet. Dies zeigen alleine schon die beiden Offensivverteidiger Robert Raymond und Dany Richmond. Ein Pluspunkt der zwei Defender, sie kommen von DEL-Konkurrenten, kennen also die Liga. Aber auch im Sturm haben die Adler zugelegt. So soll das kanadische Angriffs-Trio Andrew Joudrey, Jamie Tardif und Glen Metropolit Akzente setzen. Was eigentlich nicht schwer fallen dürfte, da die etatmäßigen Torjäger der letzten Saison – Ken Magowan und Yannick Lehoux – mehr oder weniger Tortalausfälle waren und auch Simon Gamache nicht in die ihm zugedachte Rolle schlüpfen konnte. Und auch mit Chefcoach Geoff Ward scheinen die Adler besser da zu stehen als mit Harold Kreis, der vor der abgelaufenen Saison praktisch gar keine Autorität mehr besaß, und auch Hans Zach, der relativ ideenloses „Beton-Eishockey“ mit vier defensiven Spielern praktizieren ließ.
    Aber Vorsicht! Die Einschätzung, dass die Adler stärker sind als in der Vorsaison ist bisher nur die reine Papierform, wie gut das Team wirklich ist, wird sich erst am Saisonstart am 12. September zeigen. Nimmt man die bisherigen Ergebnisse als Indikator fällt die Bilanz durchwachsen aus. So haben die Adler gegen Zürich mit 2:3 nach Penalty-Schießen verloren und auch in der Champions-League (CHL) unterlagen sie auswärts mit 1:6 bei den Växjo Lakers und mit 0:1 gegen Kaupio. In den beiden CHL-Heimspielen siegten sie gegen Kaupio mit 3:1 und verloren gegen Växjo mit 1:2 Toren. In zwei weiteren Vorbereitungsspielen schlugen sie Ingolstadt mit 5:0 und gewannen im Derby gegen Frankfurt mit 5:3 Toren.

    Trotz aller Skepsis und Vorsicht aus den vergangenen zwei bzw. drei Jahren überwiegt die Einschätzung, dass das Team stärker ist und weiter vorne zu finden sein dürfte als letzte Saison. Wobei dies natürlich auch immer von der Konkurrenz abhängt. Diesbezüglich ist sicherlich mit stärkeren Eisbären und besonders „Roten Bullen“ aus München zu rechnen.
    Ziele:
    Fragt man nach den Zielen der Adler hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht viel geändert. Die Offiziellen sprechen wenig darüber. Allerdings dürfte das Play-Off-Halbfinale anvisiert werden bzw. ist sogar Pflicht. Von der Meisterschaft redet allerdings niemand, zumindest nicht offiziell, wobei dies in Mannheim eigentlich immer ein Thema ist und in den Köpfen von Spielern, Fans und Verantwortlichen rumschwirrt. Was allerdings wiederum dazu führt, dass der Erwartungsdruck in Mannheim gewaltig ist und manch einen Crack verkrampfen lässt. Generell gilt aber, dass man in Mannheim im Vergleich zu vorangegangen Spielzeiten dazu gelernt hat und vorsichtiger mit allzu euphorischen Einschätzungen und Erwartungen geworden ist. Und dies ist auch gut so.
    Der Etat der Adler erhöhte sich von 7,4 Millionen Euro im vergangen Jahr auf 7,8 Millionen Euro in dieser Spielzeit. Im Vorfeld der Saison wurden rund 6.500 Dauerkarten verkauft. In der SAP-Arena finden 13.600 Zuschauer Platz.

     
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