Die Gratiszeitung für Worms und das Nibelungenland
Sie sind hier: Startseite » Sport » Adler unterliegen in Match 1 mit 2:4 Toren
Do., 29. März 2018, 23:31 Uhr
Die Mannheimer Kufencracks mussten sich am Donnerstag in München geschlagen geben / Brutales Foul von Pinizotto überlagerte die Partie
Adler unterliegen in Match 1 mit 2:4 Toren
Adler-Stürmer Matthias Plachta, hier ein Archivbild, musste nach einem brutalen Foul verletzt vom Eis geführt werden. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Mannheimer Adler unterlagen am Donnerstag mit 2:4 (1:2/1:1/0:1) Toren bei Red Bull München. Damit führen die Oberbayern die Play-Off-Halbfinal-Serie, die im Modus Best-of-seven ausgetragen wird, mit 1:0 Spielen an. Die nächste Partie findet am Samstagabend in Mannheim statt.
Die Schlagzeilen des Matches vom Donnerstag in München sind jedoch keine sportlichen, sondern haben mit den Schiedsrichtern und mit dem Münchner Raubein Steve Pinizotto zu tun. Zunächst bleibt festzuhalten, dass Mannheim von den sogenannten Unparteiischen in einigen Situationen klar benachteiligt wurde. So wanderten kurz vor dem Ende des ersten Drittels gleich zwei Adler auf die Strafbank, sodass München mit fünf gegen drei Feldspielern agieren konnte und prompt zur 2:1 Führung kam. Der eigentliche und große Skandal fand jedoch in der 47. Minute statt. Bis dahin war es ein faires und normales Eishockey-Match. Dann checkte der Münchner Steve Pinizotto den Mannheimer Matthias Plachta extrem hart und ging dabei mit dem Ellenbogen zum Kopf des Adler-Stürmers, sodass der Mannheimer benommen liegen blieb und vom Eis geführt werden musste. Anstatt den Münchner mit einer Matchstrafe zu belegen, was eine fünfminütige Überzahl der Mannheimer bedeutet hätte, wanderte Steve Pinizotto nur für zwei Minuten hinaus. Und dies auch nur, weil er sich im Anschluss mit dem Mannheimer David Wolf eine Rangelei lieferte, weswegen auch der Adler-Stürmer hinaus musste. Auch TV-Experte und Moderator Rick Goldmann drückte in der Live-Übertragung sein Unverständnis über diese Entscheidung aus. Die beiden Referees Sirko Hunnies und Marc Iwert waren mit der Partie hoffnungslos überfordert und ließen ihre DEL-Tauglichkeit vermissen.
Die Serie ist durch diese Aktion vergiftet. Man darf gespannt sein, ob die DEL in Sachen Steve Pinizotto noch aktiv wird, denn schon mehrfach fiel der Red Bull Angreifer durch weit übertriebene Härte und fiese Provokationen auf. Wie es Matthias Plachta geht, ist zur Stunde noch ungewiss.
Zu erwähnen ist noch, dass Adler-Verteidiger Carlo Colaiacovo ebenfalls verletzt ausscheiden musste.
Chronologie
1. Drittel
Die Adler mit einem guten Start. Bereits nach acht Sekunden die erste Chance für Mannheim. Doch der Münchner Mads Christensen besaß quasi postwendend auf der Gegenseite eine Torgelegenheit, aber es bleib beim 0:0 Zwischenstand. In der 3. Minute dann Red Bull Stürmer Maxi Kastner mit einem dicken Ding, doch weiterhin kein Treffer. Und dann war es exakt jener Maxi Kastner, der in der 6. Minute zur 1:0 Führung für München einhämmerte. Ab der 7. Minute die Mannheimer im Powerplay. Chad Kolarik mit einem starken Schuss, aber letztlich die Badener ohne Fortune. Im Anschluss marschierten wieder die Roten Bullen. In der 13. Minute etwas überraschend der 1:1 Ausgleich durch Christoph Ullmann. Jetzt war es eine ausgeglichene Partie mit einer leichten optischen Überlegenheit für Mannheim. Dann aber gleich zwei Hinausstellungen gegen die Adler, sodass München in der letzten Minute des Drittels mit 5:3 Feldspieler agieren konnte. Und 36 Sekunden vor dem Pausenpfiff ist es Dominik Kahun, der die 2:1 Führung für die Oberbayern markierte. Fazit: Zunächst München stärker, nach dem 1:1 Ausgleich die Adler ebenbürtig. Doch die doppelte Hinausstellung brachte Mannheim in Rückstand.
2. Drittel
Ab der 22. Minute die Adler in Überzahl, aber sie agierten hier nicht besonders klug und clever. Doch kaum waren beide Teams komplett, schoss Luke Adam in der 26. Minute zum 2:2 Ausgleich ein. Postwendend war es aber Michael Wolf, der zur 3:2 Führung für die Roten Bullen traf. In der Folge war es eine ausgeglichene, spannende Partie. Es ging von einem Tor zum anderen. Ab der 35. Minute Mannheim für vier Minuten in Unterzahl. Die Schiris wieder mit einer fragwürdigen Entscheidung gegen die Badener. Die Cracks aus der bayerischen Landeshauptstadt mit zahlreichen, sehr guten Chancen. Es brannte lichterloh vor Mannheims Goalie Dennis Endars, aber der Puck ging nicht in den Kasten. Somit blieb es zur Pause bei der knappen 3:2 Führung für Red Bull. Fazit: Ein ausgeglichenes Drittel zweier Top-Teams.
3. Drittel
Adler-Stürmer Luke Adam in der 42. Minute mit der Chance zum Ausgleich, aber er scheiterte knapp. In der 47. Minute die Adler im Glück, als Andrew Desjardins den Puck noch von der eigene Linie kratzen kann, bevor sie ins Tor geht. In der gleichen Minute ein extrem harter Check von Münchens Steve Pinizotto gegen Adler-Stürmer Matthias Plachta. Dabei ging der Ellenbogen von Steve Pinizotto zum Kopf des Mannheimer Angreifers. Normal hätte dies eine Matchstrafe gegen den Münchener geben müssen, aber die Schiris gaben „nur“ zwei Minuten gegen Steve Pinizotto und merkwürdigerweise zwei Minuten für den Mannheimer David Wolf. Matthais Plachta schied verletzt aus. Kaum kamen David Wolf und Steve Pinizotto auf das Eis zurück, warf Pinizotto die Handschuhe weg und wollte einen Faustkampf. Dafür musste Steve Pinizotto für zehn Minuten hinaus. Allerdings war dies eine Disziplinarstrafe, also München nicht in numerischer Unterzahl. Das Match jetzt insgesamt ruppiger und härter. In der 50. Minute musste der Münchner Aulie für zwei Minuten hinaus. Mannheim agierte hier gut, aber ohne Tor. Dann waren noch sieben Minuten zu absolvieren und München im Powerplay. Und der Münchner Kapitän Michael Wolf nutzte dies zur 4:2 Führung. Dann noch vier Minuten und die Adler machten ordentlich Dampf. Schließlich noch zwei Minuten und die Adler nahmen ihren Torsteher zugunsten eines sechsten Feldspielers heraus. Aber es half nichts mehr, es blieb beim 4:2 für München. Fazit: Der brutale Check von Steve Pinizotto überlagert das ganze Drittel, Sport war auf einmal Nebensache.