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Di., 05. Januar 2016, 23:03 Uhr
Die Mannheimer Eishockeyspieler verlieren am Dienstag nach einem hoch dramatischen Match mit 3: 5 Toren gegen die Ice Tigers
Adler unterliegen in Nürnberg
Auch Adler-Goalie Dennis Endras leistete sich am Dienstagabend einen dicken Patzer, der zum 1:1 Ausgleich führte. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Mannheimer Adler haben in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) am Dienstagabend in einer hochklassigen Partie mit 3:5 (1:1/1:2/1:2) Toren bei den Nürnberg Ice Tigers verloren. In der Tabelle rutschen die Nordbadener auf Rang sieben ab.
Es war ein absolutes Spitzenspiel zwischen Nürnberg und Mannheim, das schnelles und hartes Eishockey sowie Dramatik bis wirklich zur allerletzten Sekunde bot. Es war ein Match auf Augenhöhe bei dem beide Teams hätten siegen können. Aber die Ice Tigers taten es, die Adler nicht. Fragt man nach den Gründen, warum die Franken eben diese Nuance besser waren, ist es bei solch einem engen einem Match natürlich immer eine Sache von Glück und Pech.
Aber es gab auch drei Dinge, die den Unterschied ausmachten, und die sich wie ein roter Faden durch die bisherige Saison der Adler ziehen. Da sind zunächst die individuellen Fehler und Aussetzer, die Mannheimer Akteuren unterlaufen und die die Nordbadener häufig auf die Verliererstraße bringen. So auch am Dienstag. Zwei Tore der Ice Tigers gingen auf dicke Schnitzer einzelner Mannheimer Cracks zurück.
Eine weitere, leider nahezu permanent vorhandene Schwachstelle bei den Adlern sind die vielen Strafzeiten. So saßen die Blau-Weiß-Roten rund doppelt so oft auf dem Sünderbänkchen wie ihre Kollegen aus Nürnberg. Und das Ärgerliche dabei, die Mannheimer kassierten wieder mal viele vollkommen überflüssige und unnötige Strafminuten.
Der dritte Knackpunkt im Adlerspiel ist die mangelhafte Chancenverwertung. Nürnberg hatte 36 Torschüsse und machte daraus fünf Tore, Mannheim hatte fast ebenso viele Torschüsse, nämlich 33, machte daraus aber nur drei Tore.
Nimmt man individuelle Fehler, viele Strafzeiten und mangelhafte Chancenverwertung zusammen, weiß man, warum die Adler verloren haben. An der Moral und kämpferischen Einstellung der Adler lag es am Dienstag jedenfalls nicht, denn die war intakt. Die Cracks im blau-weiß-roten Dress kämpften bis zur allerletzten Sekunde.
Zu erwähnen noch, dass die Adler auf fünf Verletzte verzichten mussten, dies waren die Verteidiger Dennis Reul und Niki Goc sowie die Stürmer Jamie Tardif, Marcel Goc und Brandon Yip.
Am Freitag müssen die Adler in der heimischen SAP-Arena gegen den bärenstarken Tabellendritten, die Iserlohn Roosters, antreten. Die Sauerländer konnten am Dienstag mit 5:3 Toren in Düsseldorf siegen und damit den Tabellenführer stürzen.
Chronologie
1. Drittel
Ein flotter Beginn beider Teams. Zunächst saß nach 32 Sekunden der Mannheimer Sinan Akdag auf dem Sünderbänkchen und nach vier Minuten musste der Nürnberger Marco Pfleger auf die Strafbank. Aber beide Überzahlsituation konnten nicht zum Torerfolg genutzt werden. Auch in der Folge ein flottes, offensives Drittel mit zahlreichen, guten Chancen auf beiden Seiten. Ein Match, bei dem das Zuschauen großen Spaß machte. In der 15. Minute war es dann Adler-Stürmer Glen Metropolit, der zum 1:0 für die Nordbadener traf. Doch dauerte der Mannheimer Jubel nicht lange, dann unterlief dem Mannheimer Nationaltorhüter ein dicker Fehler, als er hinter sein Tor lief, um den Puck zu spielen, er aber die kleine Hartgummischeibe nicht kontrollieren konnte. Tiger-Stürmer Dany Heatley nutzte diesen Patzer zum 1:1 Ausgleich. Dies war auch der Zwischenstand beim Gang in die Kabinen. Fazit: Ein schnelles, schönes und offensiv geführtes Match mit einem gerechten Spielstand von 1:1 unentschieden. Torschüsse: Mannheim 13 - Nürnberg 11
2. Drittel
Das Drittel hatte kaum begonnen, da schoss der Nürnberger Brandon Segal in der 22. Minute das 2:1 für die Ice Tigers im Powerplay. Der Mannheimer Marcus Kink hatte auf der Strafbank gesessen. Und kaum waren die Adler wieder komplett, wanderte der Mannheimer Christoph Ullmann auf das Sünderbänkchen. Diesmal konnten die Ice Tigers die Überzahl aber nicht nutzen. In der Folge eine offene Partie von beiden Mannschaften. In der 28. Minute erzielte der Nürnberger Patrick Reimer das 3:1 für die Franken. Vorausgegangen war erneut ein dicker Schnitzer im Mannheimer Spiel. Die Nordbadener ließen aber die Köpfe nicht hängen, sondern bäumten sich auf und kämpften. Aber besonders clever agierten die Adler nicht. Zunächst wanderte Kai Hospelt in der 36. Minute auf die Strafbank und nur 30 Sekunden später musste auch noch Marcus Kink auf das Sünderbänkchen, sodass fünf Nürnberger gegen drei Mannheimer spielten. Aber die Nordbadener stemmten sich gegen die Übermacht der Franken. Und kaum standen die Blau-Weiß-Roten wieder mit vier Feldspielern auf dem Eis, gelang Ronny Arendt das Husarenstück und er verkürzte in Unterzahl auf 2:3 Tore. Mit diesem Zwischenstand ging es in die auch in die Pause. Fazit: Mannheim brachte sich mit vielen Strafzeiten und individuellen Fehlern selbst aus dem Rhythmus. Dank eines Tores in Unterzahl blieben die Adler aber im Rennen. Torschüsse: Mannheim 6 - Nürnberg 18
3. Drittel
Im letzten Drittel gaben die Adler mächtig Gas. Der verdiente Lohn der 3:3 Ausgleich in der 45. Minute durch Christoph Ullmann. Es war nun ein echtes Klassespiel. Es ging mit viel Tempo von einem Tor zum anderen. Die Adler mit mehr Spielanteilen und sie waren der Führung näher. Aber die optische Dominanz half nichts, in der 53. Minute schoss Tiger-Verteidiger Kurtis Foster das 4:3 für Nürnberg. Jetzt rannte den Adlern die Zeit davon. Mit Vehemenz bedrängten sie das Gehäuse der Franken. Die große Chance dann dreieinhalb Minuten vor dem Ende als Mannheim mit einem Mann mehr agieren konnte. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende nahmen die Nordbadener dann sogar noch Torwart Dennis Endras heraus und setzten alles auf eine Karte. Schließlich noch anderthalb Minuten. Bully vor dem Nürnberger Tor. Dramatik pur. Die Ice Tigers können sich befreien. Aber 23 Sekunden vor dem Ende muss nochmals ein Nürnberger auf die Strafbank. Die Adler haben zwei, drei gute Chancen, aber es klappt nicht mehr. Vielmehr kann David Steckel in der letzten Sekunde zum 5:3 Endstand ins leere Mannheimer Tor schieben. Fazit: Ein packendes Schlussdrittel von beiden Teams. Die Mannheimer zeigten ein tolle Moral und kämpften bis zum Umfallen, aber was hilft es, die Punkte bleiben in Franken. Torschüsse: Mannheim 14 - Nürnberg 7