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Fr., 08. Dezember 2017, 22:58 Uhr
Die Mannheimer Kufencracks mussten sich in Ingolstadt mit 3: 4 Toren geschlagen geben und rangieren in der Tabelle auf Platz acht
Adler unterliegen trotz neuem Coach
Chad Kolarik ist der einzige Mannheimer Stürmer, der zurzeit die Bezeichnung Angreifer verdient. Archivfoto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Neue Besen kehren nicht immer gut. Zumindest nicht gleich. Diese bittere Erfahrung mussten die Mannheimer Adler am Freitagabend machen. Denn trotz Bill Stewart als neuem Coach unterlagen die Badener mit 3:4 (3:1/0:2/0:1) Toren beim Tabellenzehnten in Ingolstadt. In der Tabelle stehen die Raubvögel jetzt gerade mal auf Rang 8, der nicht mal zur Direktqualifikation zu den Play-Offs berechtigt. Und die Luft nach unten wird immer dünner, die Teilnahme an den Play-Offs oder selbst nur die Per-Play-Offs wird kein Selbstläufer.
Den Mannheimern Cracks war in Ingolstadt anzusehen, dass sie wollten. Aus dem unglücklichen 0:1 Rückstand nach nur einer Minute machten sie zu Ende des ersten Drittels ein 3:1 Führung. Doch diese verspielten sie in den folgenden Dritteln und wirkten mit zunehmender Spieldauer ideen- und kraftlos. Der Sieg der Panther geht vollkommen in Ordnung. Fragt man nach den Gründen für die anhaltende Adlerschwäche, muss man sagen, es ist die mangelhafte Durchschlagskraft der Adler-Stürmer. Außer Chad Kolarik, der am Freitag zwei Tore markierte, findet der Mannheimer Sturm derzeit nicht statt. Besonders enttäuschend wieder einmal die vor der Saison so hoch gelobten, ehemaligen NHL-Cracks wie Devin Setoguchi. Dazu kommt eine nicht immer sattelfeste Adler-Abwehr. Nimmt man diese beiden Faktoren zusammen, weiß man, warum die Mannheimer in dieser Saison nur Mittelmaß bei absteigender Tendenz sind.
Zur Chronologie
1. Drittel
Ein denkbar schlechter Auftakt für die Adler. Bereits in der ersten Spielminute findet der Puck unglücklich von einem eigenen Crack abgelenkt ins Mannheimer Tor. So stand es 1:0 für die Audistädter. Die Mannheimer ließen sich nicht schocken und ackerten in der Folge hart. In der 6. Minute der verdiente Ausgleich durch Adler-Torjäger Chad Kolarik, der sein 13. Saisontor markierte. Und die Cracks im blau-weiß-roten Dress weiter im Vorwärtsgang. In der 8. Minute schließt Andrew Desjardins ein Solo mit der 2:1 Führung ab. Nachdem die Adler eine Unterzahl überstanden, konnte Chad Kolarik in der 15. Minute gar auf 3:1 erhöhen. Ingolstadt keineswegs passiv, aber ihnen fehlte im ersten Abschnitt das Scheibenglück. Fazit: Eine verdiente Adler-Führung, wenn auch um ein Tor zu hoch.
2. Drittel
Der zweite Abschnitt plätscherte zunächst ein wenig ruhiger dahin. Dann aber häuften sich die Chancen auf beiden Seiten wieder. Die Adler-Stürmer Brent Raedeke (26. Min), Garrett Festerling (29.Min) und Christoph Ullmann (30. Min) jeweils mit Pfostentreffern. Aber auch die Panther mit guten Gelegenheiten. In der 33. Minute Kael Moullierat mit dem 2:3 Anschlusstreffer. Eine Minute vor Drittelende muss der Mannheimer Daniel Sparre hinaus und Ingolstadt nutzt dies durch Brett Olson zum 3:3 Ausgleich. Fazit: Alles in allem ein verdienten Zwischenstand, da Ingolstadt rackerte und Mannheim seine Chancen nicht verwerten konnte.
3. Drittel
Der letzte Abschnitt hatte kaum begonnen, da erzielt Jacob Berglund in der 43. Minute die 4:3 Führung für Ingolstadt. Mannheim in der Folge zwar bemüht, aber es fehlte die große Durchschlagskraft. Vieles blieb bei den Badenern Stückwerk. Dann waren nur noch zehn Minute zu spielen und den Mannheimern begann die Zeit davonzulaufen. In der 52. Minute ein hartes Foul an Adler-Stürmer Phil Hungerecker von Greg Mauldin, der dafür nur vier Minuten wegen hohen Stocks erhielt. Eine unverständlich milde Entscheidung. Den Adlern gelang in diesen vier Minuten aber kein Treffer. Insgesamt blieb der Adler-Sturm im Powerplay blass und ohne Effizienz. Bis zum Ende blieb es bei diesem Resultat, auch wenn die Adler noch einmal alles probierten und den Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers herausnahmen. Fazit: Ingolstadt mit mehr Durchschlagskraft und Effizienz, daher ist der Sieg für die Oberbayern verdient.