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So., 16. Februar 2014, 19:58 Uhr
In einer Partei auf mäßigem Niveau wurde die Passivität der Mannheimer bestraft / Auf Tabellenplatz fünf abgerutscht
Adler verlieren 2:3 in Iserlohn
Adler-Stürmer Kai Hospelt erzielte den Treffer zur zwischenzeitlichen 1:0 Führung der Adler. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Mannheimer Adler haben am Sonntagnachmittag in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ihr Auswärtsspiel bei den Iserlohn Roosters mit 2:3 (0:0/1:1/1:2) Toren verloren. Der Sieg der Sauerländer war verdient, da sie mehr für das Spiel taten und die Adler zu passiv agierten. Die Partie bot zwei Drittel lang unattraktives Defensiv-Eishockey von beiden Seiten und es stand nach 40 Minuten nur 1:1 unentschieden. Im letzten Abschnitt steigerte sich die Qualität und die Dramatik sollte bis zur letzten Sekunden zunehmen. Zunächst waren es die Roosters die im dritten Drittel aufdrehten und mehr für den Angriff taten. Bis zur 55. Minute zogen sie verdient auf 3:1 davon. Nun mussten die Adler alles riskieren und nahmen drei Minuten vor Spielende als ein Iserlohner auf der Strafbank saß gar ihren Torwart raus. Und der Mut wurde belohnt. Doch fiel der Anschlusstreffer zum 2:3 in der 59. Minute zu spät.
Das Match trug aus Adlersicht die deutliche Handschrift von Trainer Hans Zach, der bekannt dafür ist, sehr defensiv zu agieren und zunächst hinten „dicht zu machen”. Dies gelang über weite Strecken, doch ist es eben zu wenig, über 55 Minuten nur stabil in der Abwehr zu stehen und kaum was für den Angriff zu tun. Zwar besagt die alte Sportlerweisheit: "Die Abwehr gewinnt Meisterschaften”, doch gewinnt man Spiele letztlich nur, wenn die Balance zwischen Offensive und Defensive stimmt und man auch mal aufs gegnerische Tor schießt. Und dies taten die Mannheimer zu wenig und zu spät. Zudem kassierten sie im zweiten Drittel zu viele Strafzeiten und ermöglichten es so Iserlohn, den Ausgleich zu markieren und das Spiel zu drehen.
Schaut man auf das Adler-Wochenende sind 2:4 Punkten mit dem Sieg in Overtime am Freitag gegen Köln und der Niederlage vom Sonntag gegen Iserlohn zu verbuchen. In der Tabelle rutschten die Adler auf Rang fünf ab.
Zur Chronologie:
1.Drittel
Beide Teams mit einem verhaltenem Beginn. Es überwog das Abtasten und man wollte stabil in der Abwehr stehen. In der 3. Minute dann die einzige wirklich gefährliche Situation des ersten Drittels, als der Iserlohner Chris Connolly auf das Adler Gehäuse schoss, doch scheiterte er knapp. Insgesamt aber blieb es bei der defensiv orientierten Spielweise beider Teams. Somit war die Begegnung nur mäßig attraktiv und plätscherte 20 Minuten ohne Höhepunkte dahin. Mit dem 0:0 ging es in die Kabinen.
2. Drittel
Der zweite Abschnitt brachte keine Änderung in der taktischen Marschrichtung, die bei beiden Coaches lautete: "Hinten nur ja nichts anbrennen lassen und auf Konter lauern." Nach zwei Minuten dann eine gute Chance für Roosters-Stürmer Brent Raedeke, doch hielt Adler-Goalie Dennis Endras in Weltklassemanier. Spannend wurde es ab der 27. Minute als Mannheim mit einem Mann mehr agieren konnte, da der Iserlohner Colten Teubert wegen Foulspiels auf die Strafbank musste. Es dauerte ganze sieben Sekunden bis Kai Hospelt abzog und das 1:0 für die Adler markierte. Im Anschluss überwog wieder das typische Sicherheits-Eishockey. Dann brachten sich die Adler mit dummen Strafzeiten selbst um den Lohn ihrer Arbeit, denn ab der 32. Minute wanderten dreimal direkt hintereinander Mannheimer Spieler auf die Strafbank. Alleine Jame Sifers saß zweimal auf dem Sünderbänkchen. Und dort gewinnt man bekanntlich keine Spiele. Iserlohn nun quasi ständig mit einem Mann mehr auf dem Eis. Nachdem Mannheim zweimal die Unterzahlsituationen überstehen konnte, klingelte es im dritten Roosters-Powerplay schließlich im Adler-Kasten. Der Iserlohner Nationalstürmer Michael Wolf hatte den verdienten 1:1 Ausgleich markiert. Mit diesem Spielstand ging es auch in die Pause.
3.Drittel
Auch der letzte Abschnitt stand zunächst unter dem defensiven Ansatz beider Mannschaften, wobei die Roosters insgesamt mehr für die Offensive taten und sich sukzessive ein Übergewicht erarbeiteten. In der 48. Minute dann die große Chance für den Iserlohner Stürmer Alex Foster, doch scheitert er. Aber nur eine Minute später gelang Michael Wolf der 2:1 Führungstreffer, der aufgrund des größeren Engagements inzwischen verdient war. Jetzt musste die Mannheimer mehr für den Angriff tun, wollte sie Parteien noch drehen. Doch statt des Ausgleichs erzielten die Iserlohner in der 55. Minute das 3:1 durch Alex Foster. Jetzt machte Mannheim „hinten auf” und setzte auf Angriff. Als der Iserlohner Robert Raymond drei Minuten vor Spielende auf die Strafbank musste, setzten die Mannheimer alles auf eine Karte und nahmen ihre Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers heraus. Und das Risiko wurde belohnt. Jame Sifers markierte in der 59. Minute den 2:3 Anschlusstreffer. In der verbleibenden anderthalb Spielzeit blieben die Mannheimer mit sechs Feldspielern auf dem Eis. Nun brannte es lichterloh vor Iserlohns Torsteher und die Adler hatten zahlreiche tolle Gelegneheiten, doch wollte der Puck trotz großer Chancen nicht ins Tor der Sauerländer gehen und es bleib beim 3:2 für Iserlohn.
Ausblick
Die Mannheimer Adler haben nächstes Wochenende zwei Auswärtsspiele. Am Freitag müssen sie in München und am Sonntag in Hamburg antreten. Bis zum Ende der Saison ist weiterhin Nationalstürmer Christoph Ullmann verletzt. Von den zwei zurzeit überzähligen Spielern saßen in Iserlohn die Verteidiger Florian Kettemer und Dominik Bittner auf der Tribüne. Wer in München bzw. Hamburg raus muss, ist noch offen.