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So., 26. November 2017, 20:35 Uhr
Die Mannheimer Kufencracks unterliegen den Eisbären trotz engagiertem Kampf mit 3: 6 Toren
Adler verlieren Gipfeltreffen in Berlin
Zur Überraschung aller Experten und Fans ist Youngster Phil Hungerecker mit zehn Toren der Top-Torfjäger der Adler. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Mannheimer Adler unterliegen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) am Sonntag mit 3:6 (1:2/0:0/2:4) Toren gegen die Eisbären Berlin.
Es ist einer der Klassiker im deutschen Eishockey, wenn die Dauerrivalen aus Berlin und Mannheim aufeinandertreffen. Meist können sich die Zuschauer auf eine Top-Partien freuen, so war es auch am Sonntagnachmittag. Aber leider gewinnen in jüngster Zeit meistens die Berliner die Partien - wie eben am Sonntag. Es war lange ein Match auf Augenhöhe zweier in etwa gleich starker Teams. Erst nach dem 4:2 Treffer für Berlin in der 44. Minuten brachen die Mannheimer ein. Fragt man nach dem Unterschied der beiden Mannschaften, ist die Berliner Paradereihe mit Sean Backmann, James Sheppard und Nicholas Petersen zu nennen. Diese drei Stürmer erzielten fast alle Eisbären-Tore. Eine vergleichbar erfolgreiche Linie hat Mannheim nicht. Die Stürmer aus der Quadratestadt leiden weiterhin unter Ladehemmung. Top-Torjäger der Adler ist Nachwuchsmann Phil Hungerecker mit zehn erzielten Toren, dies sagt eigentlich schon alles über die Schwäche des Mannheimer Sturms aus.
Als Fazit bleibt, Mannheim spielte nicht schlecht in Berlin und war lange gleichwertig. Was wieder einmal fehlte, war die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss. Mit dieser mangelhaften Chancenverwertung ist Mannheim zurzeit kein Top-Team der Liga und wird um den direkten Einzug in die Play-offs der Top-Sechs-Mannschaften kämpfen müssen. Natürlich sind bei Mannheim auch die verletztungsbedingt fehlenden vier Angreifer zu nennen: Marcel Goc, Ryan MacMurchy, David, Wolf, und Andrew Dejardins. Aber es alleine daran festzumachen, dass Mannheim nicht siegte und das gegnerische Tor zu wenig traf, würde zu kurz greifen, auch die Eisbären hatten Ausfälle zu verkraften.
In der Tabelle rangieren die Badener jetzt auf Platz sieben und wären damit nicht direkt für die Play-Offs qualifiziert. Von den fünf Partien nach der Länderspielpause konnten die Mannheimer nur eines gewinnen. Dies ist für einen Top-Club zu wenig. Rund um die SAP-Arena wird es dementsprechende Diskussionen geben.
Am kommenden Dienstag treffen die Adler Mannheim in heimischer SAP-Arena auf die Augsburger Panther, die zurzeit ebenso schwächeln wie Mannheim.
Zur Chronologie
1. Drittel
Ein engagierter Beginn von beiden Teams mit guten Chancen sowohl vor dem Mannheimer wie dem Berliner Tor. In der 6. Minute das durchaus verdiente 1:0 für Mannheim durch einen platzierten Handgelenksschuss von Chad Kolarik ins lange Eck. Quasi im direkten Gegenzug bekommen die Eisbären einen Penalty zugesprochen, aber Mark Olver scheiterte am Mannheimer Torsteher Dennis Endras. Auch in der Folge eine sehr sehenswerte, von beiden Seiten offensiv geführte Partie. In der 9. Minute gelingt James Sheppard der 1:1 Ausgleich. Als in der 12. Minute Adler-Verteidiger Mathieu Carle auf der Strafbank saß, hämmerte Sean Backmann zur Berliner 2:1 Führung ein. Ein Stockfoul an dem Mannheimer Chad Kolarik durch den Berliner Kai Wissmann blieb in der Folge ungeahndet. Bis zum Pausenpfiff blieb es beim 2:1 für die Hauptstädter. Fazit: Ein tolles, offensives Eishockey-Match. Die Berliner Führung verdient, da sie insgesamt mehr Großchancen hatten.
2. Drittel
Im zweiten Abschnitt agierten beide Teams zunächst etwas defensiver. Ab der 28. Minute agierten die Adler in Überzahl. Der Mannheimer Offensiv-Verteidiger Sinan Akdag zunächst mit einem Pfostentreffer und anschließend Adler-Stürmer Luke Adam mit einem trudelnden Schuss, bei dem es umstritten war, ob der Puck die Line vollständig überquert hatte oder nicht. Die Schiedsrichter sagten „Nein“, der Eishockey-Experte bei Sport 1, Rick Goldmann, sagte, der Puck war drin. Da die Schiris das sagen haben, blieb es bei der Eisbären-Führung. Kurz vor Ende des Drittels noch ein Powerplay für Mannheim, aber es gelang kein Tor. Fazit: Es blieb bei der knappen Eisbären-Führung, wobei dies schmeichelhaft für die Hauptstädter war, weil ein regulärer Treffer der Adler keine Anerkennung fand.
3. Drittel
Der letzte Abschnitt hatte kaum begonnen, da traf Sean Backman in der 42. Minute zum 3:1 für die Hauptstädter. Aber nur eine Minute später verkürzte Adler-Youngster Phil Hungerecker auf 2:3 Tore. Noch einmal keimte bei Mannheim Hoffnung auf. In der 44. Minute jedoch erneut ein Penalty für Berlin, was allerdings auch eine umstrittene Entscheidung, da Adler-Verteidiger Thomas Larkin erst den Puck und dann den Mann traf. Eisbären-Stürmer Nicholas Petersen verwandelte eiskalt und es stand 4:2 für die Hauptstädter. In der 50. Minute traf Nicolas Petersen zum 5:2, dies war die endgültige Entscheidung. Von nun an agierte fast nur mehr Berlin und Steve MacQueen schoss in der 53. Minute das 6:2 für die Eisbären. In der 55. Minute konnte Adler-Stürmer Matthias Plachta immerhin auf 3:6 verkürzen, aber dabei blieb es. Fazit: Berlin einfach cleverer und kaltschnäuziger beim Nutzen ihrer Chancen.