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Fr., 21. Februar 2014, 23:05 Uhr
Trotz der 2: 3 Niederlage können die Mannheimer den wichtigen sechsten Rang vor Red Bull München verteidigen und dürfen in der Tabelle sogar nach oben schauen
Adler verlieren in München nach Verlängerung
Adler-Stürmer Ken Magowan ist nach langer Verletzung zurückgekehrt und traf in München zum wichtigen 2:2 Ausgleich. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Mannheimer Adler haben am Freitagabend mit 2:3 (0:0/0:1/1:2/0:1) nach Verlängerung bei Red Bull München verloren. Dennoch überwog bei den Adler die Freude. Der Grund ist ganz einfach. Die Münchner sind der härteste Konkurrent der Mannheimer beim Kampf um Rang sechs. Und dieser Tabellenplatz ist extrem wichtig, da er zur direkten Teilnahme an den Play-Offs berechtigt, während die vier Teams auf den Plätzen sieben bis zehn in einer so genannten Pre-Play-Off-Serie erst noch zwei Mannschaften herausspielen müssen, die das Achter-Feld für die „richtigen” Play-Offs komplettieren. Vor der Partie lag Mannheim auf Rang sechs und hatte vier Punkte Vorsprung auf München, das auf Rang sieben liegt. Hätte Red Bull in der regulären Spielzeit gegen Mannheim gewonnen und dafür drei Punkte bekommen, wären sie bis auf einen Punkt an die Badener herangerutscht. Da die Partie aber nach der regulären Spielzeit von 60 Minuten 2:2 unentschieden stand, erhielt jede Mannschaft erst einmal einen Punkt. Und für den Siegtreffer der Münchner in der Verlängerung gab es noch einmal einen Punkt. In der Endabrechnung bedeutet dies, München bekam zwei Punkte und Mannheim einen. Somit war die Niederlage der Mannheimer in München so etwas wie ein „kleiner Sieg”. Denn schaut man auf die Tabelle sieht man, dass Mannheim immer noch mit einem kleinen Polster von drei Punkten vor München liegt.
Dennoch sollte die Freude im Lager der Mannheimer nicht zu groß sein. Denn eine Niederlage bleibt eine Niederlage und zeigt auf, dass es so ganz rund bei den Adlern noch nicht läuft. Die Cracks aus der Quadratstadt agieren immer noch viel zu kompliziert. Anstatt den schnellen Abschluss zu suchen wird zu häufig noch einmal quer gepasst. Sehr positiv war hingegen in München, dass die Adler beide Tore in Überzahl erzielten. Damit scheint man endgültig den Fluch der Schwäche im Power-Play abgelegt zu haben. Sehr wichtig ist diesbezüglich die Rückkehr von Torjäger Ken Magowan, der im Power-Play dorthin geht wo es weh tut, nämlich in den Slot direkt vor den gegnerischen Torwart, und dann versucht Abpraller ins Tor zu schieben. Keine Überraschnung, dass er zum 2:2 abstaubte. Zudem hat man mit Eric Schneider eine „Knipser” und Kämpfer neu verpflichtet, der solche Überzahlsituation zum Vollstrecken geradezu liebt. Somit war es ebenfalls keine Überraschung, dass er den 1:1 Ausgleich erzielt hatte.
Bleibt als Fazit vom Adler-Spiel in München: Zwar nicht gezaubert und geglänzt, aber einen ganz wichtigen Punkt geholt.
Zur Chronologie:
1.Drittel
Beide Teams tasteten sich zunächst ab und konzentrierten sich auf die Abwehrarbeit. Die Devise lautet bei beiden Coaches: „Nur ja kein Tor bekommen." Erst so langsam, ab Mitte des Drittels, nahm die Partie Fahrt auf, ohne ein Angriffsfeuerwerk zu sein. Die große Chance in der neunten Minute dann für die Adler, als Ronny Arendt einen Penalty zugesprochen bekam. ihn jedoch nicht verwandeln konnte, sondern nur die Latte traf. Ab der 17. Minute konnten die Mannheimer dann für anderthalb Minuten mit 5:3 Feldspielern agieren, da zwei Münchner auf dem Sünderbänkchen saßen. Doch schafften sie es nicht daraus Kapital zu schlagen und so ging es mit dem 0:0 in die Kabinen.
2. Drittel
Die Münchner erwischten den bessern Start ins zweite Drittel, ohne jedoch zum Torerfolg zu kommen. Selbst als die Roten Bullen ab der 24. Minute für zwei Minuten mit einem Mann mehr agieren konnten, wollte ihnen kein Treffer gelingen. Insgesamt das Match besser als im ersten Abschnitt, da es von beiden Mannschaften offensiver geführt wurde. Wobei es die Roten Bullen waren, die die Akzente setzen und sich ein spielerisches Übergewicht erarbeiteten. Als Adler-Verteidiger Christopher Fischer dann in der 30. Minute auf die Strafbank musste, drängten die Oberbayern mit Vehemenz. Zwar überstanden die Adler die Unterzahl, doch gerade als wieder komplett waren, erzielte Daniel Richmond das 1:0 für die Cracks aus der bayerischen Landeshauptstadt. In der Folge blieben die Münchner das dominierende Team und setzten die Ausrufezeichen. in der 38. Minute dann die dicke Chance für den Münchner Daniel Bois, doch vergab dieser. Als kurz vor Ende des Drittels Bullen-Verteidiger Felix Petermann auf die Strafbank musste, hatte Adler-Stürmer Ken Magowan die große Chance zum Ausgleich, doch vergab er frei vor Münchens Goalie Mika Noronen. So blieb es bei der Pausensirene beim 1:0 für die Bayern.
3.Drittel
Auch im letzten Abschnitt blieben die Münchner zunächst das dominierende Team. Mannheim verzettelte sich hingegen in Einzelaktionen und kam nur selten gefährlich vor das Tor der Roten Bullen. Als der Münchner Benedikt Brückner in der 48. Minute für zwei Minuten auf die Strafbank musste, spielten die Adler ein starkes Power-Play. So hatten Jochen Hecht und Kai Hospelt ganz dicke Chancen, doch wollte der Puck nicht in Gehäuse der Oberbayern. Doch gab das gute Überzahlspiel den Mannheimer zusätzliche Motivation und im Anschluss nahmen die Adler das Heft das Geschehens in die Hand. Ab der 51. Minute dann Mannheim erneut mit einem Mann mehr auf dem Eis, da der Münchner Matthew Smaby auf die Strafbank wanderte. Und diesmal klingelte es im Münchner Kasten. Eric Schneider hatte in der 53. Minute zum 1:1 Ausgleich getroffen. Doch die Freude der Mannheimer wehrte nicht lang, denn in der 54. Minute wanderte Adler-Stürmer Martin Buchwieser in die Kühlbox. Nach nur 17 Sekunden im Powerplay traf der Daniel Sparre zum 2:1 für die Roten Bullen. Doch jetzt ging es Schlag auf Schlag und Kai Hospelt traf in der 56. Minute zum 2:2 Ausgleich. Diesmal hatte ein Crack aus Bayern auf der Strafbank gesessen. Da bis Ende der regulären Spielzeit kein Tor mehr fiel, ging e sin die Verlängerung.
Overtime
Red Bull in der Verlängerung das aktivere und stärkere Team. Die Adler hingegen zu passiv. Schließlich passierte, was passieren musste, Münchens Torjäger Darren Haydar bereitet für seinen Teamkollegen Benedikt Brückner vor, der zum 3:2 Siegtreffer einschließt
Ausblick
Die Mannheimer Adler müssen am Sonntag zum unangefochtenen Spitzenreiter nach Hamburg. Danach müssen sie am Freitag, den 28. Februar zum punktgleichen Tabellennachbarn nach Nürnberg, die einen Rang vor den Adlern stehen. Und da Nürnberg am Freitag gegen Ingolstadt verloren hat, könnten die Mannheimer dann sogar an den Franken vorbei ziehen. Insgesamt sind noch vier Partien in der regulären Saison zu spielen, bevor die Play-Offs anfangen.