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So., 13. Oktober 2013, 20:27 Uhr
Die Mannheimer Eishockey-Spieler mussten sich am Sonntag starken Nürnberg Ice Tigers geschlagen geben
Adler verlieren Top-Spiel mit 1:4
Verteidiger Florian Kettemer war einer der stärksten Adler beim Gastspiel in Nürnberg. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Nach dem Gala-Auftritt der Adler vom Freitag, als sie Red Bull München mit 9:0 deklassieren konnten, mussten sich die Mannheimer am Sonntag beim DEL-Spitzenspiel in Nürnberg mit 1:4 geschlagen geben. Der Sieg der Ice Tigers war verdient und geht auch in dieser Höhe in Ordnung. Fragt man nach den Gründen, muss man sagen, Nürnberg wollte den Sieg einfach mehr, war laufbereiter, kampfstärker und agierte geradliniger zum gegnerischen Tor. Mannheim fand hingegen nie richtig ins Spiel. Vom ersten Bully an liefen sie den Ice Tigers hinterher, die stets einen Schritt schneller zu sein schienen. Mannheim verfiel wieder in alte Schwächen. Es wurde zu wenig gerackert, gekämpft und gelaufen, stattdessen wollten die Adler spielerisch glänzen und mit Technik zum Sieg gekommen. Aber dies funktioniert nicht. Mannheim lebt vom Kampf, tut es dies nicht, siegt es nicht. Besonders auffällig dabei, anstatt den direkten Weg zum gegnerischen Tor zu suchen und zu schießen, wurde abgespielt, der Nebenmann gesucht und die Verantwortung abgeben. Ärgerlich auch, die vielen unnötigen Strafzeiten die Mannheim auch wieder nahm. Und auf der Strafbank gewinnt man bekanntlich keine Spiele.
Mit der Niederlage in Franken endet der Mannheimer Höhenflug von fünf Siegen in Serie und man musste sich einem - zumindest an diesem Tag - stärkeren Gegner beugen. Im Nachhinein betrachtet, war der 9:0 Erfolg vom Freitag gegen München wohl Gift für das Team, denn damit glaubten wohl einige schon, sie seien das "Maß aller Dinge" in der DEL. Doch Hochmut kommt bekanntlich vor den Fall.
Aber auch dies sollte man nicht vergessen. Nürnberg ist Tabellenführer und legt mit 10 Siegen aus 11 Spielen einen glänzenden Saisonstart hin. Doch die Saison ist noch lang und Mannheim trifft noch dreimal auf die Nürnberger. Dann hoffentlich mit mehr Glück, größerem Siegeswillen und gradlinigerem Spiel.
Zur Chronologie:
Beide Teams beginnen offensiv, doch nimmt Nürnberg mit seinem geradlinigen, schnellen Spiel rasch das Heft des Geschehens schon nach wenigen Minuten in die Hand. Als Mannheim dreimal hintereinander das Bully im eigenen Drittel verliert und Nürnberg gewaltig Druck macht, ist es schließlich der überragende Evan Kaufmann, der in der 4. Minute zum 1:0 für die Ice Tigers trifft. In der 8. Minute muss der Nürnberger Ryan Caldwell wegen eines Checks gegen den Kopf des Gegners für fünf Minute plus einer Spieldauerdisziplinarstrafe hinaus. Die Adler spielen keine gute Überzahl, doch ist es in der 12. Minute Jochen Hecht, der auf Zuspiel von Christoph Ullmann zum 1:1 Ausgleich trifft. Bei fünf gegen fünf Feldspielern setzt Nürnberg mit seiner schnörkellosen Spielweise wieder die Akzente und als der Mannheimer Mirko Höfflin kurz vor Ende des Drittels auf die Strafbank muss, markiert Frederik Eriksson in der 20. Minute die 2:1 Führung für Nürnberg. Insgesamt geht der Spielstand in Ordnung, da Nürnberg die Partie dominierte und mehr gute Torchancen hatte. Ein Zahl drückt diese Überlegenheit aus, so gewannen die Ice Tigers 16 Bullys, die Mannheim nur sechs.
Direkt zu Beginn des zweiten Drittels schied der Mannheimer Top-Stürmer Jon Rheault nach einem unglücklichen Check verletzt aus. In der Folge war das Spiel etwas zerfahren, wobei Nürnberg dominierend blieb. Als die Ice Tigers in der 30. Minute mit 5:3 Feldspielern agieren können, da die Mannheimer Verteidiger Kettemer und Bittner auf der Strafbank sitzen, erzielt Jame Pollock die 3:1 Führung für Nürnberg. Dies war auch der Stand beim Gang in die Kabinen.
Im dritten Drittel bäumten sich die Adler zunächst auf und machten Druck, doch liefen sie in einen Konter der Ice Tigers und Steven Rupprich erzielte das 4:1 für Nürnberg. Damit war das Match entschieden.Der Rest der Partie war belangloses Schaulaufen.