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  • Sa., 05. März 2016, 00:38 Uhr
    Die Mannheimer Kufencracks verlieren ihr Heimspiel der Punktrunde mit 1: 4 Toren gegen die Straubing Tigers und werden mit Pfeifkonzert verabschiedet

    Adler verlieren und sind dennoch in den Pre-Play-Offs

    Für die Adler (dunkles Trikot) gab es am Freitagabend einfach kein Durchkommen vor dem Straubinger Tor. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Irgendwie hatten es die Fans vermutet oder gar erwartet, dass die Mannheimer Adler am Freitag gegen die Straubing Tigers verlieren. Die meisten Pucksportfreunde in der Metropolregion haben längst die Hoffnung auf einen versöhnlichen Saisonabschluss aufgegeben. Dass es aber wieder ein Klatsche, eine demütigende 1:4 (0:1/1:1/0:2) Niederlage werden musste, war es am Ende doch wieder ganz bitter. Wie geprügelte Hunde verließen die Mannheimer mit gesenkten Köpfen das Eis. Und dies mit einem gellenden Pfeifkonzert der Zuschauer. Nein, so hatte sich kein Adler-Fan die Saison vorgestellt. Aber es war gegen die Straubinger wie so oft in dieser Spielzeit, die Adler waren drückend überlegen, dominierten die Partie und gaben doppelt so viele Schüsse auf das gegnerische Gehäuse ab, und doch erzielte der Gegner mehr und die entscheidenden Goals. Will man es kurz zusammenfassen, die Tigers waren einfach effizienter wie Mannheim.

    Der Wille war den Adlern am Freitag nicht abzusprechen, die Cracks knieten sich wirklich rein und gaben Gas wie die Feuerwehr - zumindest die ersten 50 Minuten. Aber Bemühen alleine reicht eben nicht. Es sprang einfach nichts, rein gar nichts dabei heraus. Der einzige Akteur, der am Freitag die Bezeichnung Stürmer verdiente, war Ryan MacMurchy, alle anderen haben Ladehemmung und waren nur Mitläufer. Besonders von vielen der sogenannten Führungsspieler und Leitwölfen war nichts zu sehen. Und auch die Abwehr wackelte gehörig gegen die Tigers. Dazu kamen die Undiszipliniertheiten der Adler und ein schlechtes Unterzahlspiel sowie ein unsicherer Torsteher Ray Emery.

    Es mochte die Fans am Freitagabend auch nicht trösten, dass sich die Mannheimer Adler endgültig für die Pre-Play-Offs qualifiziert haben, denn dies gelang Ihnen nur, weil die Hamburg Freezers zeitgleich gegen die Iserlohn Roosters verloren haben.
    Wie geht es nun weiter? Am Sonntag fahren die Adler zum bedeutungslosen, letzten Saisonspiel nach Berlin. In der nächsten Woche starten dann am Mittwoch die Pre-Play-Offs. Aber richtig freuen kann sich darüber keiner, denn es ist eine geschenkte Qualifikation, keine, die man sich verdient und erarbeitet hat.

    Adler-Trainer Craig Woodcroft entschuldigte sich nach dem Spiel auf der Pressekonferenz denn auch bei den Fans für das schlechte Auftreten seiner Akteure und ging hart mit seinem Team ins Gericht. Auf die Frage, ob er „happy" sei, dass sich die Adler für die Pre-Play-Offs qualifiziert haben, antwortet er verneinend: „Sehen Sie auf meinem Gericht irgendeine Art von Freude?!“

    Zur Chronologie

    1. Drittel

    Die Adler mit einem engagierten Beginn. Sie machten viel Druck und hatten eine Vielzahl von Chancen. Die beste Gelegenheit hatte Dany Richmond in der 5. Minute mit einem Schlagschuss von der blauen Linie. Noch in der gleichen Minute musste allerdings Adler-Verteidiger Denis Reul auf die Strafbank. Das Powerplay nutzte Maury Edwards zur 1:0 Führung für Straubing. Die Mannheimer steckten aber nicht auf, sondern schaltet sofort wieder auf den Angriffs-Modus. Top-Stürmer Ryan MacMurchy in der 8. und 11. Minute mit dicken Chancen, aber er scheiterte ebenso wie Jochen Hecht in der 11. Minuten. Das Match jetzt ein tolles Offensiv-Feuerwerk von beiden Teams. Ab der 14. Minute Mannheim in Überzahl. Doch gelang den Blau-Weiß-Roten kein Treffer. Der Sturmlauf der Adler ging aber weiter, blieb aber erfolglos. Fazit: Mannheim drückend überlegen, aber ohne Treffer. Straubing machte hingegen das Tor. Dies ist Effizienz oder eben Glück. Torschüsse: Mannheim 16 - Straubing 6

    2. Drittel

    Die Adler mussten fünf Minuten lang mit einem Mann weniger agieren, da Brent Raedeke eine große Bankstrafe erhalten hatte. In der 23. Minute war es dann soweit und Austin Madaisky erhöhte zum 2:0 für die Tigers. Die Mannheimer steckten den Kopf aber nicht in den Sand, sondern bedrängten das Tigers-Tor. Straubing fand jetzt so gut wie gar nicht mehr statt. Der verdiente Lohn für die Blau-Weiß-Roten war der Anschlusstreffer zum 1:2 durch Adler Top-Stürmer Ryan MacMurchy. Und die Cracks aus der Quadratestadt setzten nach. Dann der Schock, die Tigers bekamen einen Penalty zugesprochen, aber Rene Röthke konnte den Puck nicht im Mannheimer Gehäuse unterbringen. In der Folge starteten die Adler einen sehenswerten Angriff nach dem anderen und spielten tolles Eishockey. Das einzige Manko, es gelang ihnen keinen Treffer. So blieb es beim 2:1 für Straubing zur Pause. Fazit: Mannheim rennt an, ist letztlich aber ohne Durchschlagskraft. Torschüsse: Mannheim 14 - Straubing 9

    3. Drittel

    Die Adler wurden kalt erwischt. Es waren gerade einmal 34 Sekunden im letzten Abschnitt gespielt, da erzielte Mike Hedden in Überzahl das 3:1 für Straubing. Die Adler zeigten jedoch Moral und setzten zu einem erneuten Offensiv-Feuerwerk an. Die Zuschauer standen hinter ihrer Mannschaft, denn sie spürten, die Mannschaft will. Doch immer wieder rannten sich die Adler mit planlosen Attacken in der Abwehr der Tigers fest, die aufopferungsvoll kämpfte. Und so langsam verebbte der Angriffschwung der Adler. Dann noch dreieinhalb Minuten und die Adler konnten mit einem Mann mehr agieren. Aber es gelang kein Tor. Und als Mannheim alles auf eine Karte setzte und den Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers herausnahm, schoss Mike Hedden den Puck ins leere Mannheimer Tor zum 4:1 Endstand. Dann war Schluss und die Zuschauer verabschiedeten die Adler mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabinen. Fazit: Mannheim mit Moral und Bemühen, aber ohne Glück und Effizienz. Torschüsse: Mannheim 14 - Straubing 6

    Statistik

    Mannheim : Straubing 1:4 (0:1/1:1/0:2)

    Tore:  0:1 (05:33) Edwards (James/Zalewski) - PP1; 0:2 (22:27) Madaisky (Bayda/Connolly) - PP1; 1:2 (27:41) MacMurchy (Hecht/Ullmann) - PP1; 1:3 (40:34) Heden (Bayda/Yeo) - PP1; 1:4 (58:42) Hedden (Schönberger/Edwards) - EN;

    
Schiedsrichter: Bauer / Piechaczek
    
Strafen: Mannheim 10 Min + 5 Min Radeke - Straubing 12 Min
    Torschüsse: Mannheim 43 - Straubing 21
    
Zuschauer: 13.350

    Aufstellungen:

    Mannheim: Emery (Ziffzer) – Wagner, Akdag, Fischer, Reul, Richmond, Goc, Carle - Kink - Kink, Joudrey, Bittner, Ullmann, Hecht, MacMurchy, Metropolit, Yip, Arendt, Raedeke, Hospelt, Rheault

    Straubing: Climie (Strahlmeier) - Osterloh, Yeo, Dotzler, Edwards, Ondruschka, Madaisky, Jobke - Down, Zalewski, Hedden, Höfflin, Connollly, James, Schönberger, Brandl, Röthke, Bayda, Hinterstocker,O’Connor
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