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Fr., 13. März 2015, 22:32 Uhr
Aufgrund einer erschreckend mangelhaften Chancenverwertung unterliegen die Mannheimer Kufencracks gegen Nürnberg
Adler verlieren zweites Play-Off-Spiel mit 2:3 Toren
Adler-Verteidiger Dennis Reul war am Freitag einer der stärksten Mannheimer, aber auch er konnte die Niederlage nicht verhindern. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Mannheimer Adler verlieren das zweite Play-Off-Viertelfinale mit 2:3 (2:1/0:0/0:2) Toren bei den Nürnberg Ice Tigers. Das Kuriose daran, Mannheim war das haushoch überlegene Team und bestimmte über zwei Drittel lang eindeutig das Geschehen auf dem Eis. Doch was sie vergaßen, war das Tore schießen. Nürnberg war hier besser und effizienter und somit geht der Sieg der Franken in Ordnung. Tja, im Eishockey zählen nun mal nicht Chancen und wer schöner spielte, sondern einzig Tore. Und dies sollte sich Mannheim deutlich vor Augen führen!
Nach dem ersten Drittel sah es für Mannheim noch gut aus, denn sie führten mit 2:1 Toren. Dann kam Drittel zwei und hier sollte eine Vorentscheidung fallen, denn die Adler spielten Nürnberg zwar an die Wand und hatten ein Verhältnis von 18 zu 6 Torschüssen zu ihren Gunsten, doch den Kurpfälzer gelang nicht ein einziger Treffer!! Zwar hielt Nürnbergs Torsteher Patrick Reimer an diesem Abend glänzend oder gar weltklasse, doch will man das Geschehen auf dem Eis mit zwei Wort zusammenfassen, lauten diese: Mannheimer Unvermögen! Im letzten Abschnitt passiert dann, was passieren musste, die Franken glichen erst aus (47. Minute) und schließlich schoss Corey Locke in der 58. Minute den Treffer zum 3:2 Endstand. Will man Nürnbergs Spiel in ein Wort fassen, lautet dies: Effizienz!
Sollte es den Adler nicht gelingen am Sonntag den Hebel umzulegen, könnte es für die Play-Offs ganz, ganz bitter aussehen, denn obwohl es in der Best-of-seven Viertelfinalserie nach Spielen jetzt 1:1 unentschieden steht, hat Nürnberg doch "moralisches Oberwasser." Man darf gespannt sein, ob Trainer Geoff Ward Umstellungen im Mannheimer Kader vornimmt, schließlich sitzen einige junge Adler-Spieler auf der Tribüne. Coach Ward hatte für die Play-Offs auf erfahrene Cracks gesetzt, doch scheint diese Karte nicht zu stechen. Am Sonntag um 14.30 Uhr geht es mit Spiel drei in der Mannheimer SAP-Arena weiter.
Noch schlechter als Mannheim ist übrigens das sympathische Team des Tabellenzweiten Red Bull München in die Play-Offs gestartet. Die Cracks aus der bayerischen Landeshauptstadt haben schon zwei Matches gegen den Underdog aus Wolfsburg verloren. In den Serien Hamburg gegen Düsseldorf und Iserlohn gegen Ingolstadt stehet es nach Spielen ebenfalls 1:1 unentschieden.
Zur Chronologie der Partie Nürnberg gegen Mannheim:
1. Drittel
Die Adler mit einem Traumstart, bereits in der 4. Minute erzielte Kai Hospelt nach klugem Zuspiel von Dennis Reul die 1:0 Führung. Doch dann wanderten gleich zwei Mannheimer kurz hintereinander auf die Strafbank und Nürnberg konnte beim 5:3 Feldspieler den 1:1 Ausgleich durch Leo Pföderl markieren. In der Folge dominierten die Ice Tigers, doch gelang es ihnen nicht, einen Treffer zu erzielen. Anders die Kurpfälzer, in der 19. Minute schoss Matthias Plachta die 2:1 Führung für Mannheim. Dies war auch der Stand beim Gang in die Kabinen.
2. Drittel
Im Mitteldrittel drückten die Adler dem Match eindeutig den Stempel auf und dominierten das Geschehen auf dem Eis. Von Minute zu Minute nahm der Druck der Kurpfälzer zu, aber sie brachten - wie so oft in dieser Saison - den Puck trotz Dominanz nicht rein. Hecht, Arendt, Reul, Yip und Hospelt hatten mit riesigen Gelegenheiten ein Tor auf dem Schläger, aber immer wieder war Endstation bei Nürnbergs Goalie Jochen Reimer oder die Scheibe ging am Kasten der Franken vorbei. Es war zum Verzweifeln! Bis zum Pausenpfiff fiel kein Treffer mehr. Ein Statistik, die das Gesagte belegt, Mannheim hatte 18 Torschüsse, ohne auch nur einen versenken zu können, und Nürnberg nur sechs Torschüsse. Und alle ahnten, dass im letzten Abschnitt wieder das große Zittern beginnen würde.
3. Drittel
Im letzten Abschnitt zunächst das gleiche Bild, die Adler überlegen und mit jeder Menge Chancen, aber sie bringen den Puck nicht rein. Und schließlich geschah, was viele befürchteten, in der 47. Minute traf Tim Schüle zum 2:2 Ausgleich. Jetzt erhielt Nürnberg Auftrieb und Mannheim war geschockt. Als Jochen Hecht in der 56. Minute auf die Strafbank musste, brannte es lichterloh vor dem Kasten von Adler-Goalie Dennis Endras. Gerade als die Blau-Weiß-Roten wieder komplett waren, schoss Corey Locke die 3:2 Führung für die Ice Tigers.