Die Gratiszeitung für Worms und das Nibelungenland
Sie sind hier: Startseite » Sport » Adler zum Saisonauftakt mit Zittersieg
Sa., 12. September 2015, 01:02 Uhr
Die Mannheimer Eishockey-Cracks schlagen die Schwenningen Wild Wings glücklich mit 1: 0 Toren
Adler zum Saisonauftakt mit Zittersieg
Adler-Stürmer Ryan MacMurchy erzielte den Siegtreffer für Mannheim. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch In der Deutschen Eishockey Liga (DEL) siegten die Mannheimer Adler am Freitagabend im ersten Spie der neuen DEL-Saison mit 1:0 (0:0/0:0/1:0) Toren gegen die Schwenningen Wild Wings. Damit fiel allen Verantwortlichen in der Quadratestadt eine gewaltige Last von den Schultern, denn die Erwartungshaltung der Fans des Deutschen Meisters ist riesengroß.
Die drei Punkte gegen Schwenningen sind unter Rubrik mühsamer und glücklicher Arbeitssieg zu verbuchen. Zwar waren die Adler fast die gesamten 60 Minuten überlegen und auch die Anzahl der Torschüsse von 53:21 für Mannheim spricht eine deutliche Sprache, doch was hilft dies, wenn keine Tore gelingen. Und dies war bei den Kurpfälzern lange der Fall. Der „rettende“ Siegtreffer durch Neuzugange Ryan MacMurchy fiel erst in der 45. Minute und war mehr als glücklich, da Schwennningens Torsteher Joseph MacDonald der Puck von der eignen Schulter ins Tor sprang.
Bei Mannheim zeigte sich erneut, was schon in der Champions League sichtbar war. Die Adler dominieren zwar ihre Spiele, sind drückend überlegen und erarbeiten sich jede Menge Torchance, doch Treffer gelingen ihnen kaum welche. Die Chancenverwertung ist mehr als mangelhaft. Nahezu der komplette Sturm hat Ladehemmung. Gelingt es hier nicht den Hebel umzulegen, wird es bald ein böses Erwachen geben.
Doch anderseits ist das erste Match der Saison meist das schwerste. Und ein Heimspiel zu haben, macht es nicht einfacher. Die Wild Wings hatten hingegen nichts zu verlieren, konnten frech ausspielen. Insgesamt war es ein hartes, kampfbetontes und spannendes Match, das seinen Derby-Charakter unterstrich.
Schwenningen präsentierte als überraschend stark. War das Team in der vergangen Saison noch Tabellenletzter und eher eine Schießbude, zeigten die Schwarzwälder, dass sie diese Jahr höher Ambitionen habe.
Der Sieg der Adler war aber letztLetztlich verdient, denn Schwenningen schoss eben überhaupt kein Tor, was auch nicht gerade für Cleverness und Effizienz spricht. Da hilft auch die beste kämpferische Leistung nichts.
Zu erwähnen ist noch die phantastische Stimmung in der mit 13.400 Zuschauern fast ausverkauften SAP-Arena. Und dies im ersten Match und gegen einen Underdog wie Schwenningen. Ja, die Metropolregion ist eishockeyverrückt, von Mannheim und Heidelberg, aber auch aus Worms, Lampertheim und Speyer pilgerten die Fans in die SAP-Arena
Negativ fielen wieder einige Schwenninger Fans auf, die nach dem Schlusspfiff Becher vom Oberrang herunter warfen. Leider machen einige Schwarzwälder seit Jahren durch solche Aktionen auf sich aufmerksam. Schade, denn so etwas kennt man von Eishockey-Fans sonst nicht.
Zur Chronologie
1. Drittel
Die Adler legten los wie die Feuerwehr. Bereits in der ersten Minute musste aber Adler-Stürmer Christoph Ullmann auf die Strafbank und Schwenningen agierte mit einem Mann mehr auf dem Eis. Doch war es der Mannheimer Mittelstürmer Marcel Goc, der in Unterzahl die größte Chance hatte. Er wurde aber gefoult und bekam in der 3. Minute einen Penalty zugesprochen, den er jedoch nicht verwandeln konnte. In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. In der 10. Minute Adler-Kapitän Marcus Kink mit einer großen Chance, aber der Puck verfehlte das Schwenninger Tor. Ab der 16. Minute spielte Mannheim in Überzahl, aber ohne Erfolg. In der 19. Minute bot sich Adler-Stürmer Jon Rheault noch einmal mit einer dicken Gelegenheit, aber er vergab, ebenso wie sein Mannschaftskamerad Ryan MacMurchy in der 20. Minute. So blieb es beim leistungsgerechten 0:0 unentschieden. Mit dem Schlusspfiff noch ein Gerangel. Hier fiel der Wild Wing Matthew Pelech negativ auf. 2.Drittel
Mannheim zwar mit einem leichten optischen Übergewicht, aber Schwenningen blieb stets gefährlich. Das große Manko der Adler, selbst beste Chancen wurden nicht verwertet. Kein Wunder, dass es auch nach dem zweiten Drittel noch 0:0 unentschieden stand. Die Härte nahm jedoch deutlich zu. Wobei die Ruppigkeiten in erster Linie von Schwenningen ins Spiel gebracht wurden. 3.Drittel
Mannheim legte noch ein Schippe drauf und machte ordentlich Druck. In der 45. Minute traf Adler-Neuzugang Ryan MacMurchy nur die Latte. Nur eine halbe Minute später war es aber soweit und „Big Mac“ markierte das 1:0 für die Adler. In der Folge nahmen die Mannheimer deutlich die Zügel in die Hand. Ab der 49. Minute die Wild Wings in Überzahl, aber ohne Wirkung. Und so langsam begann die Zeit für Schwenningen ein wichtiger Faktor zu werden. Die Wild Wings bemühten sich zwar in den letzten zehn Minuten, ohne jedoch zwingend zu sein. Mannheim hingegen konzertierte sich darauf, den knappen Vorsprung zu halten. Kurz vor Spielende die Adler noch einmal mit dicken Chancen, doch Jame Tardif und Ryan MacMurchy vergaben. So blieb es beim knappen 1:0 für Mannheim.