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  • Mi., 25. Mai 2016, 13:37 Uhr
    Nibelungen-Festspiele: Thomas Schadt und Petra Simon präsentieren prall gefülltes Rahmenprogramm

    Adorf, Lemper und eine weitere Uraufführung

    Petra Simon, Künstlerische Betriebsdirektorin der Nibelungenfestspiele und Thomas Schadt, künstlerischer Leiter des Rahmenprogramms, freuen sich auf ein entspanntes Festspieljahr. Foto: Mirco Metzler/Die Knipser


    VON REGINA URBACH Kein noch so großer Festspielfan wird alle Veranstaltungen des Rahmenprogramms wahrnehmen, aber für jeden ist sicher eine davon interessant. Petra Simon, Künstlerische Betriebsdirektorin der Nibelungenfestspiele und Thomas Schadt, künstlerischer Leiter des Rahmenprogramms, erläuterten diese am Mittwoch vor der Presse. „Komplett entspannt“ sehe er diesem Jahr entgegen, verriet Schadt, und stellte seine persönliche Anwesenheit zu zahlreichen Veranstaltungen in Aussicht.

    Highlights mit regionaler Anbindung

    Zu den Highlights gehört das Nachwuchsstück „Die Isländerin“ (17. und 30. Juli 20 Uhr LincolnTheater) der 1991 geborenen Österreicherin Irene Diwiak, der Gewinnerin des letztjährigen Festspiel-Autorenwettbewerbs. Eine Kostprobe: „Eine Gotin, von mir aus, eine Vandalin, wenn es sein muss, eine aus Gallien. Aber Island. Man wird denken, er hat sie im Katalog bestellt,“ sinniert Mutter Ute. Leben pulsiert auch in der Performance der jungen Regisseurin Jasmin Schädler unter Mitwirkung von Wormser Frauen, die anhand ihrer eigenen  Biographien der Frage nachgehen, ob sich Brünhild und Kriemhild heute eher solidarisch verbünden würden – oder eben doch nicht (28. Juli 20 Uhr LincolnTheater). Bewährtes aus dem letzten Jahr wird mit Upgrade fortgeführt, etwa die Lesungen durch Bürger am Premierenvormittag, aufgezeichnet vom Offenen Kanal, der Poetry Slam, „verjazzt“ durch das Hermann Art Kollektiv (Mathias Debus, Erwin Ditzner, Anke Helfrich, Alexandra Lehmler, Thomas Siffling; 16. Juli 20 Uhr Mozartsaal) oder die Werkstattgespräche im Heylsschlösschen mit Theaterwissenschaftlern der Uni Mainz.

    Theaterbegegnungen mit den Festspiel-Machern

    Nachdem 2015 bei Petra Simon einige Anrufer die Theaterbegegnungen vermisst hatten, gibt es am 17. Juli wieder eine solche Nachmittagsveranstaltung im Heylshofpark mit Nico Hofmann, Albert Ostermaier und Nuran David Calis sowie Kuratoriumsmitglied Mario Adorf und vielen mehr. Nico Hofmann stellt sich mit frühen Filmen am 27. Juli im Mozartsaal den Wormsern im Dialog als Regisseur vor. Von spannender Aktualität ist das Stück der Nibelungenhorde „SOS- for human rights“ (29. Juli 20 Uhr Wormser Theater), an dem auch „Neuankömmlinge aus Syrien, Marokko und Afghanistan“ beteiligt sind. Wegen des künstlerischen Gesamtniveaus zählen auch Ute Lempers „9 Secrets“ (23. Juli 20 Uhr, Wormser Theater) zu den Highlights.

    Gesucht: Der Dialog mit dem Wormser Publikum

    Das Thema ‚Film im Film‘ interessiert Kurator Thomas Schadt besonders, weshalb er in der KW Kinowelt eine Reihe von Filmklassikern wie Rossini, Singin‘ in the Rain etc. zeigt und kommentiert. Neu und wohl einem Lerneffekt geschuldet sind außerdem die allabendlichen Einführungen in Stück und Stoff durch Regieassistenten um 19 Uhr im Wormser Theater; bewährt der Kindertag am 24. Juli mit Drachendame Lissy und die bislang wenig besuchten, vertiefenden Vorträge der Nibelungenliedgesellschaft. 200 Jahren Rheinhessen ist das EWR-Bachchorkonzert von Haydns Schöpfung im Dom am spielfreien 25. Juli zu verdanken. Ausstellungen, Blicke hinter die Kulissen, Probentalk (Anmeldung!), Schauspielertalk und die Wiederholung von Rüdiger Oppermanns Rheingold runden den Eindruck ab: Hier wird der Austausch mit dem Wormser Publikum gesucht, wo er doch schon im zweiten Jahr so gut wie ohne die eingespielte Statistentruppe auskommt.

    Übertragungen in SWR und 3sat

    Der SWR wird am 10. Juli in der Sonntagsmatinee den 60-minütigen Dokumentarfilm von Ludwigsburger Filmstudenten zeigen, den sie 2015 während der Festspielproben gedreht haben. Am 23. Juli 20.15 Uhr zeigt 3sat seine Aufzeichnung von „GOLD“. Eine kleine Kostprobe: „Jeder Film ist ein Drache, den du besiegen musst. Jeder Film macht dich mehr und mehr selbst zum Drachen. (Produzent Konstantin Trauer in GOLD)“. Wie viele Drachen da wohl zur Festspielzeit in Worms gesichtet werden?

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