Rund die Hälfte der Wormser Hausärzte benötigt bis 2020 einen Nachfolger / Schnupperwochenende für Ärzte in Worms
ärzteWOchenende in Worms
Gemeinsam mit Verantwortlichen der Stadt sowie dem Wormser Gesundheitsnetzwerk lernten junge Ärzte die Lutherstadt kennen – um sie letztlich zum Bleiben zu bewegen.
ärzteWOchenende – unter diesem Motto hatten die Stadt und das Wormser Gesundheitsnetzwerk WoGe bundesweit zum zweiten Schnupperwochenende für Ärzte eingeladen. In diesem Jahr waren acht Interessenten der Einladung in die Nibelungenstadt gefolgt. Damit verdoppelte sich die Anzahl der Teilnehmer im Vergleich zum Vorjahr.
Vorstandsvorsitzende der WoGe, Dr. Paul Brämer, erläutert die derzeitige Situation in Worms: „40 Prozent aller Absolventen eines Medizinstudiums gehen nicht in ärztliche Tätigkeit als niedergelassener Arzt oder in eine Einrichtung zur Behandlung erkrankter Menschen. Bis zum Jahr 2020 benötigen rund 48 Prozent der Hausärzte im Landkreis und 53 Prozent der rund 50 Hausärzte in der Stadt Worms einen Nachfolger.“
Hausärzte für Worms gewinnen
Wie kann man nun dem drohenden Hausärztemangel in Worms entgegenwirken? Ein von Oberbürgermeister Michael Kissel initiierter Runder Tisch, der aus Vertretern der kassenärztlichen Vereinigung, der Ärztekammer, des Wormser Gesundheitsnetzes (WoGe) und der Politik besteht, geht dieser Frage schon seit Längerem nach. Ein Ansatz ist das Wormser Ärztewochenende: Hier können sich jedes Jahr interessierte Ärzte anmelden und über die Stadt und das medizinische Angebot informieren. „Mit dieser Einladung wollen wir für unsere schöne Stadt werben und jungen Ärzten eine Ansiedlung und Praxiseröffnung schmackhaft machen“, so OB Kissel.
Bei seiner offiziellen Begrüßung der Gäste erläuterte der Oberbürgermeister die Vorzüge der Stadt: Worms biete als gesunder Wirtschaftsstandort mit guter Infrastruktur und seiner Scharnierfunktion zwischen den beiden Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar einen idealen Standort zur beruflichen Existenzgründung. Aber auch durch seine Historie als eine der ältesten Städte Deutschlands sowie die Vielzahl kultureller Angebote sei Worms als Wohnort überaus attraktiv. Im Anschluss informierten WoGe-Geschäftführerin Birgit Sattler und Vorstandsvorsitzender Dr. Paul Brämer über Grundlegendes aus dem medizinischen Bereich.
Kultur und Fachliches
Einen tieferen Einblick in die Geschichte und die aktuelle Infrastruktur der Stadt erhielten die Ärzte bei einem Stadtrundgang. Eine Führung hinter die Kulissen der Nibelungenfestspiele stellte den kulturellen Höhepunkt des Programms dar. Am zweiten Tag des Ärztewochenendes lag der Schwerpunkt auf dem Fachlichen: Die Gäste erhielten vielseitige Informationen rund um das Thema ärztliche Niederlassung.
OB Kissel äußert sich zufrieden zu dem Wochenende: „Ich bin sehr froh, dass wir auch mit Hilfe von Sponsoren einige Interessenten für die Aktion gewinnen konnten und hoffe, dass sich der ein oder andere für unsere Stadt begeistern und sich hier eine berufliche Zukunft vorstellen kann.“