WORMS: Ludger Sauerborn verschlankt politisches Engagement / Längere Aufenthalte in China geplant
AfD-Fraktionsvorsitzender gibt Stadtratsmandat ab
Von links: Ximei Huang und ihr Ehemann Ludger Sauerborn möchten künftig geschäftlich mehr Zeit in China verbringen. Foto: Xinyi Wei
In einem Schreiben an Oberbürgermeister Adolf Kessel teilte AfD-Fraktionsvorsitzender Ludger Sauerborn dem OB nach eigenen Angaben mit, dass er zum 1. November aus dem Stadtrat ausscheiden möchte. Dafür nennt er zwei Gründe:
Ludger Sauerborn möchte als ältester Fraktionsvorsitzender im Wormser Stadtrat seinen 70. Geburtstag zum Anlass nehmen, für jüngere Parteimitglieder Platz zu machen. Durch seinen Rücktritt vor Ende der Legislaturperiode möchte er dem früheren Wormser Landtagsabgeordneten Heribert Friedmann, 66 Jahre, die Gelegenheit geben, sich schon in der auslaufenden Legislaturperiode in das Amt des Fraktionsvorsitzenden einzuarbeiten.
Stärkeres Engagement in China
Als zweiten Grund für sein Ausscheiden aus dem Stadtrat nennt das Gründungsmitglied der Grünen auf Bundesebene die Absicht, mehr Zeit in China zu verbringen. „Nachdem unsere vier Kinder alle aus dem Haus sind, möchte meine Ehefrau Ximei Huang in stärkerem Maße als in den vergangenen 16 Jahren wieder bei den geschäftlichen Aktivitäten ihrer Großfamilie in China mitmischen. Und ich möchte sie dabei begleiten und unterstützen. Insbesondere wollen wir auch unseren Sohn Yuxin Wei, der nach einer Ausbildung und einigen Jahren Berufstätigkeit beim EWR vor circa fünf Jahren nach China zurückgekehrt ist, bei der Expansion seines Unternehmens unterstützen“, so Sauerborn.
Wechsel von den Grünen zur AfD
Für großes Aufsehen sorgte 2016 Sauerborns Austritt aus den Grünen und seine Unterstützung der AfD im Landtagswahlkampf. Er begründete seinen Wechsel unter anderem mit der Blauäugigkeit der Grünen gegenüber dem politischen Islam. Er kritisierte die „auf moralischer Überheblichkeit fußende Intoleranz der Grünen gegenüber Andersdenkenden“.
Ausschlaggebend für seinen Wechsel zur AfD sei die von allen Bundestagsparteien unterstützte „Wir schaffen das“-Politik Merkels gewesen. Merkels Politik der unkontrollierten Massenzuwanderung sei völlig verantwortungslos gewesen. Auch heute dürfe man nicht mehr Menschen einwandern lassen als man integrieren könne, ist Sauerborn überzeugt.
Mutiges Umdenken notwendig
Zur desaströsen Finanzlage der Stadt meint Sauerborn in seinem Rücktrittsschreiben an Oberbürgermeister Kessel, die notwendige Sanierung des städtischen Haushalts erfordere ein Umdenken – und harte Sparmaßnahmen. Auch ohne Stadtratsmandat werde er die Wormser Kommunalpolitik weiter interessiert verfolgen und sich weiter einmischen, kündigte Sauerborn an.