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  • Do., 20. Februar 2014, 00:27 Uhr

    AG Migration & Vielfalt zu Besuch bei der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde in Worms

    Von links nach rechts: Pfarrer Semun Kurt, Timo Horst, Fuat Demir, Nursel Frey, Pierre Tchokoute Tchoula, Serdar Uzatmaz, Carlo Riva, Alev Acer, Heike Schreiber-Wolsiffer, Reza Salimi, Andrea Tilgner, Margarete Naegele.


    Gemäß ihrer sich selbst ernannten Zielsetzung, den Austausch und die Kommunikation mit Wormser Migrantenverbänden betreffend, sind Mitglieder des Vorstandes der SPD Arbeitsgmeinschaft Migration & Vielfalt  am 15. Februar unter Leitung ihres Vorsitzenden Serdar Uzatmaz, gerne der Einladung der Wormser Syrisch-Orthodoxen Gemeinde gefolgt. Nursel Frey, ein Vorstandsmitglied der SPD AG Migration & Vielfalt und selbst Gemeindemitglied, organisierte das Treffen.

    Die Syrisch-Orthodoxe Gemeinde hier  n Worms hat ein großes Einzugsgebiet, denn sie ist mit 500 Mitgliedern die grösste Syrisch-Orthodoxe Kirchengemeinde in Rheinland-Pfalz.  Ihre ursprünglichen Heimat hat sie im altbiblischen Zweistromland Mesopotamien  und Antiochien. Ethnisch betrachtet sind die christlichen Syrer Nachkommen diverser  semitischer Volksstämme Aramäer/Assyrer aus Mesopotamien.

    Urchristliche Kirche
    „Suryoye“ wurden sie von den Griechen genannt, um sie, die christlichen Glaubens sind, von den andersgläubigen Syrern namentlich zu unterscheiden. Diese urchristliche Kirche, die naturgemäß sehr viele Glaubensgemeinsamkeiten mit der katholischen Kirche hat, wie z.B. die 7 heiligen Sakramente, die Trinität, Reliquienverehrung und das Vertrauen auf die Fürsprache der Heiligen, auf deren Apostel Petrus die Kirche ja ihr Bestehen gründet.  So ist dann auch der Heilige Mor Philoxinos von Mabug  dem die Kirche der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde geweiht ist. Sein Patrozinium ist es, dem die Kirche am 20.11.2005 feierlich geweiht wurde.

    Diese Kirche war es nun, in der die Mitglieder des Vortandes der SPD Arbeitsgemeinschaft Migration & Vielfalt, sowie auch der Fraktionsvorsitzende Timo Horst, zu Beginn der Abendandacht von Pfarrer Semun Kurt und  dem Integrationsbeauftragten Fuat Demir, freundlich empfangen wurden.

    Bereits gleich nach dem Eintreten in den Kircheninneraum beeindruckte das ornamental und farblich prachtvoll gestaltete Interieur, u.a. natürlich auch mit einer wunderschönen Darstellung des Heiligen Philoxinos (6.Jh. n. Chr.), welcher in der Syrischen Kirche als einer der bedeutendsten Kirchenväter verehrt wird, da auf sein Bestreben hin das Neue Testament ins Syrische (die sogen. Philoxeniana) übersetzt worden ist.

    Andacht mit meditativ liturgischen Gesängen
    Der zunächst beginnenden Andacht,  die Pfarrer Kurt im urchristlichen Erbe der aramäischen Sprache, welche auch Syrisch genannt wird, zelebrierte und dem Eintauchen in die meditativ liturgischen Gesänge, folgte ein besonders intensiver Moment, als das Urgebet der Christen, das Vater Unser, wohl in den Worten, die einst Jesus benutz hatte, dessen Muttersprache ja Aramäisch war, gebetet wurde.

    Im Anschluss wurden die Besucher durch eine informative Begrüßung von Fuat Demir u.a. über die Situation der Christen im Vorderen Orient unterrichtet, wo sie leider bis heute eine ständige religiöse und politische Verfolgung erleben, die auch so weit geht, dass es ihnen nur eingeschränkt möglich  ist, in ihrer aramäischen Muttersprache zu reden.

    Die Konflikte im Nahen Osten bewegten viele syrisch-orthodoxe Christen ihre Heimat zu verlassen. Speziell seit Mitte der 70iger Jahre mussten viele syrisch-orthodoxe Christen fliehen und in den europäischen Staaten Asyl beantragen.

    Ihnen, die sozusagen in der Diaspora leben, ist der Wunsch nach einem Kirchen- und dem daneben angrenzenden Kulturzentrum  erfüllt.

    Kulturelle Vielfalt in Worms bereichert
    Entstanden durch Hilfsbereitschaft, Tatkraft und großzügige Spenden wurden im ehemaligen Firmenkomplex der Firma Neu, am Kaiser Heinrich Platz,  die Möglichkeit zur Pflege und zum Erhalt von Tradition und Sprache geschaffen und damit die kulturelle Vielfalt in der Stadt Worms einmal mehr bereichert.

    Es ist eine lebendige Gemeinde entstanden, die aktiv am interreligiösen (ökumenischen) und interkulturellen Dialog teil nimmt. In Deutschland ist die Syrisch-Orthodoxe Kirche seit 1985 Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen und nimmt an offiziellen theologischen und ökumenischen Symposien teil.

    Ihren Abschluss fand der Besuch der SPD Arbeitsgemeinschaft Migration & Vielfalt sodann in der Einladung durch den Vorsitzenden des Kirchenrates Herrn Piyer Lahdo zum ausgesprochen guten Abendessen im angrenzenden Gemeindezentrum, bei dem,  in absoluter Wohlfühlatmosphäre, noch weiterhin ein reger Gedankenaustausch erfolgte.

    Die außerordentlich gute Stimmung setzte sich noch fort, als die jungen Mitglieder des Teams der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde „Suryoye“,nach ihrem Fußballturnier eintrafen und sodann auch bis spät am Abend fleißig getanzt wurde.

     

     

     

     

     

     

     

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